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Miriam Koch und Diakoniepfarrer Thorsten Nolting waren auch Weihnachten im Einsatz am Flughafenbahnhof

Düsseldorf: Kein Stall, ein Flughafen

Die Geschichte von Maria und Josef auf der Suche nach einer Unterkunft ist alt. Damals klopften sie an viele Türen und wurden abgewiesen. Jetzt öffneten sich am Freitag (25.12.) die Pforten des Flughafenbahnhofes für zahlreiche Flüchtlinge, die in zwei Zügen am Drehkreuz Düsseldorf ankamen.

Kleine Feier für Helfer

Für die rund 150 Helfer am Drehkreuz startete der Einsatz etwas anderes als gewöhnlich. Miriam Koch hatte Ehrenamtler, Wohlfahrtsverbände und städtische Helfer zu einer kleinen Weihnachtsfeier in den Flughafenbahnhof geladen, als kleine Anerkennung der Arbeit, die viele in den vergangenen Monaten geleistet haben. Spontan wurde dabei kurdische, arabische und afghanische Musik gespielt und dazu getanzt. Der Flüchtlingsbeauftragen Miriam Koch wurde dabei großes Tanztalent bescheinigt.

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Von den Helfern werden die Flüchtlinge auf dem Bahnsteig in Empfang genommen

Dann wurde die Musik schnell leise, denn um 17:10 Uhr rollte der erste Zug mit über 431 Flüchtlingen – darunter 134 Kinder - auf Gleis 1 ein. Routiniert gingen die Ehrenamtler, Dolmetscher und Betreuer zum Bahnsteig und begleiteten die Ankommenden in die warme Halle. Dort wurden sie mit Getränken und Essen versorgt. Wer Bedarf hatte, konnte sich in der kleinen Kleiderkammer mit Kleidung versorgen, die Waschräume benutzen oder sich etwas ausruhen.

Einsatz auch an Weihnachten Ehrensache

Immer an der Seite der Flüchtlinge waren Helfer mit verschiedenfarbigen Westen. So konnten alle unterscheiden, wer vom zuständigen Wohlfahrtsverband ist, wer von der Stadtverwaltung, wer Dolmetscher und wer Ehrenamtler war. Alle hatten ihre Einsatzgebiete und waren eingespielte Teams. Trotz des ersten Weihnachtstages war es für die Organisatoren kein Problem genügend Helfer zu finden.

Oft waren ganze Familien im Einsatz, für die ganz selbstverständlich war: entweder gehen alle oder keiner und so sind alle gemeinsam gekommen. Viele der Helfer sehen nicht nur an Weihnachten ihren Einsatz als „Ehrensache“. „Wer helfen kann, sollte es tun und sich so selber ein Bild davon machen, was da für Menschen ankommen“, sagt ein junger Mann, der bereits seit September regelmäßig Schichten übernimmt. Nicht nur Reden, sondern ganz praktisch etwas tun, ist bei vielen ein Beweggrund für ihren Einsatz. Ob mit den Kindern Bilder machen, Kaffee oder Tee ausschenken oder einfach nur für ein wenig Ordnung sorgen – die Aufgaben sind vielfältig.

Aber alle erledigen sie mit einem freundlichen Gesicht und trotz des Gewimmels von Menschen herrscht eine friedliche Stimmung in der Kurzzeit-Herberge Flughafenbahnhof.

Infobox:
Am Düsseldorfer Flughafenbahnhof kommen alle zwei Tage Züge mit bis zu 1200 Flüchtlingen an. Rund 150 Helfer nehmen sie in Empfang und kümmern sich um ihren weiteren Transport in die Unterkünfte des Landes. Dortmund und Köln wechseln sich an den anderen Tagen ab. Die Bahnhöfe fungieren als Drehkreuz, was bedeutet, dass die ankommenden Menschen von dort in Erstaufnahmeeinrichtungen in ganz Nordrhein-Westfalen verteilt werden. Am Drehkreuz Düsseldorf sind die Wohlfahrtsverbände Caritas, Diakonie und AWO abwechselnd im Einsatz.

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