Düsseldorf Blaulicht

D_Kriminalitätsentwicklung_14032016

(v.l.) Kriminaldirektor Frank Kubicki und Polizeipräsident Norbert Wesseler erläutern die Düsseldorfer Kriminalitätsstatistik

Kriminalität in Düsseldorf: Taschendiebstähle erreichen neue Rekordmarke

Die Düsseldorfer Polizei registrierte im Jahr 2015 84.260 Straftaten. Rund die Hälfte von ihnen waren Diebstähle (44.336). Die Zahl aller Delikte sank zwar in Durchschnitt um 2,10 Prozent, doch bei Taschendiebstählen und Einbruchsdelikten stellte die Polizei einen Anstieg fest. Die Aufklärungsquote ist in 2015 um 0,98 Prozent auf 43,23 Prozent gestiegen. In mehr als der Hälfte aller Fälle suchte die Polizei vergeblich nach den Tätern.

Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle stiegen weiter

Jede zweite Straftat in Düsseldorf (44.336 Fälle) ist ein Diebstahl. Hier liegt die Aufklärungsquote sogar nur bei 17,03 Prozent. Steigende Zahlen gibt es in den Bereichen Wohnungseinbrüche und Taschendiebstahl. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Taschendiebstähle um 5,7 Prozent auf 8605 Fälle. Polizeipräsident Norbert Wesseler sieht Düsseldorf als attraktives Ziel für Täter, da durch die Messegäste und Altstadtbesucher viele sorglose, potentielle Opfer in der Stadt sind. Ähnlich wie bei den Wohnungseinbrüchen rät die Polizei zu verstärkter Eigensicherung und Sensibilisierung. Die Menschen müssten stärker auf ihr Eigentum achten und den Tätern kein leichtes Spiel bieten.

Riegel vor?

Mit der Kampagne „Riegel vor“ hat die Polizei ebenfalls die Prävention auf die Seite der Wohnungsbesitzer positioniert. Von den 3108 Einbruchsversuchen führten nur 1734 Fälle zu vollendeten Taten. In 44,21 Prozent aller Fälle war der Versuch nicht erfolgreich, was an Sicherungsmaßnahmen oder Entdeckung durch Nachbarn und aufmerksame Menschen lag. Die Aufklärungsquote lag bei 9,43 Prozent.

Gerade ältere Bürger fühlen sich nicht mehr sicher in Düsseldorf

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat aber im Jahr 2015 abgenommen. Viele Menschen empfinden den Ratschlag, sich oder ihr Eigentum besser zu sichern, als falsche Botschaft. Sie wünschen sich mehr Polizeipräsenz, damit die Täter so abgeschreckt werden. Dass dies eine erfolgreiche Methode ist, hat die Polizei am Flughafen bei der Bekämpfung der Gepäckdiebstähle bewiesen. Dort waren die Zahlen fünf Jahre lang stetig angestiegen. Durch den gezielten Einsatz von Zivilkräften und in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei konnten die Fälle in 2015 um 76,39 Prozent auf 361 gesenkt werden.

Doch die Personalstärke der Polizei reicht nicht aus, um überall in der Stadt ständig präsent zu sein.

Kriminalitätsentwicklung 2015 nach Delikten:

Straftaten gegen das Leben: 22 Fälle, Plus ein Delikt (+4,76 Prozent), Aufklärungsquote 95,45 Prozent.

Sexualdelikte (noch ohne die Fälle von Silvester 2015): 271 Fälle, Minus 123 Fälle (-31,22 Prozent), Aufklärungsquote 63,1 Prozent.

Raub und der räuberischen Erpressung: 808 Fälle, Minus von 108 Delikten (-11,79 %), Aufklärungsquote 31,56 %.

Körperverletzungen: 5.225 Fälle, Minus 233 Delikte (-4,27 Prozent), Aufklärungsquote 82,89 Prozent.

Vermögens- und Fälschungsdelikte: 14.490 Fälle, Minus 2475 Delikte (+14,59 Prozent), Aufklärungsquote 66,89 Prozent.

Sachbeschädigungen: 4.610 Fälle, Minus 61 Delikte (-1,31 Prozent), Aufklärungsquote 20,15 Prozent

Rauschgiftdelikte: 2.899 Fälle, Minus 313 Delikte (-9,74 Prozent), Aufklärungsquote 93,14 Prozent

Straftaten nach strafrechtlichen Nebengesetzen, dazu gehören Verstöße gegen Aufenthaltsgesetze: 9.444, Plus 2.766 Delikte (+41,42 Prozent).

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