Politik Stadtteile

D_Monreal_Schultz_Geisel_20150916

Begrüßten rund 100 Bürger zum 3. OB-Dialog in der Rheinallee-Halle in Düsseldorf Heerdt: (vl.) Moderatorin Claudia Monreal, der Hausherr und Ärztliche Direktor Dr. Christof Wald und Oberbürgermeister Thomas Geisel

Düsseldorf Heerdt im Dialog mit Oberbürgermeister Geisel: Der Lärmschutz war dabei am lautesten

„Maß“, „Ziel“ und „Mitte“ sind drei wichtige Wörter an diesem Abend in der Rheinallee-Halle in Düsseldorf Heerdt. Denn so ein Dialog zwischen Bürger und Oberbürgermeister ist anstrengend. Die Bürger wollen zu 100 Prozent ihre Wünsche umgesetzt bekommen. Möglichst sofort. Und der Oberbürgermeister muss nicht nur alles wissen, sondern auch Maß, Ziel und Mitte finden – also für einen Interessenausgleich sorgen.

Das Thema Lärmschutz ist am lautesten. Ob entlang Brüsseler Straße zwischen Benediktus- und Schiessstraße inklusive Am Heerdter Hof oder entlang der Böhler Straße: Den Heerdtern geht der Krach vieler tausend Autos auf die Nerven. Mutig daher die Vorbemerkung von OB Geisel: Wer mitten in der Stadt wohne, müsse sich mit einem gewissen Geräuschpegel schon abfinden. So einfach wollten sich die rund 100 Zuhörer nicht vom Thema abbringen lassen. Immer wieder weisen sie auf Lücken im Lärmschutz hin.

Probleme am Nadelöhr Handweiser

Hinzu kommt das Nadelöhr Handweiser. Sprecher des Bürgervereins Heerdt sehen ihn am Limit. Wenn nun noch eine Spedition in das nahe Gewerbegebiet ziehe, seien Lärm und tägliche Staus noch größer. Hier schlug Geisel vor, die Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten Andreas Rimkus (SPD) und Thomas Jarzombek (CDU) zu bitten, eine Umgehung für diesen Knoten in den Bundesverkehrswegeplan einzubringen: „Beide sitzen ja schließlich in Berlin im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages.“

D_Geisel_20150916

Auf der Suche nach "Maß", "Ziel" und "Mitte": Düsseldorf Oberbürgermeister Thomas Geisel im Dialog mit den Bürgern

Thema Nummer drei: der Nikolaus-Knopp-Platz. Eigentlich sollte er das Herz von Heerdt sein. Stattdessen stehen dort viele Läden leer. Eine junge Zuschauerin fragte, welche Geschäfte denn wohl dort angesiedelt würden. Der OB verwies auf den freien Markt, der das regeln müsse: „Die Stadt könnte dafür sorgen, dass es dort schöner wird. Das müssen wir mal prüfen.“

Zwei zusätzliche Flüchtlingsunterkünfte im Linksrheinischen

Es gab eine Frage danach, wie viele Flüchtlingsunterkünfte denn wohl auf Heerdt zukämen. Da verwies Geisel auf die enorm gestiegenen Zahlen: „Anfang des Jahres haben wir mit 3500 bis 4000 Flüchtlingen in diesem Jahr gerechnet. Am Jahresende werden es 6000 bis 7000 Menschen sein, die zu uns kommen.“ Derzeit gehe es darum, Unterbringungungsmöglichkeiten zuj schaffen. Linksrheinisch gebe es die Unterkünfte an der Burgunder- und der Schanzenstraße. Zwei neue Unterkünftige in Lörick. Geisel rechnet damit, dass Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan, Iran und Orak anerkannt werden. „Das ist auch gut, denn diese Menschen wollen sich bei uns eine neue Existenz aufbauen.“

Höhere Anforderungen an Wohnungsbau und Schulen

Doch automatisch kämen damit ganz neue, viel höhere Anforderungen auf den Wohnungsbau in Düsseldorf zu. Und auf die Kindergärten und Schulen; „es sind viele Kinder und Jugendliche dabei“. Kurz zuvor hatte Geisel in der Schulfrage scharfe Kritik geübt an der vorherigen Stadtregierung: „Bei den Schulen war viel mehr im Argen als ich vorher gedacht habe. Dieses Thema wird uns noch für Jahre beschäftigen.“

"Bitte keinen Kulturkampf um Gaslaternen"

Als ein junger Mann nach den Gaslaternen fragt, ist es wieder Zeit für „Maß, Ziel und Mitte“. Geisel will Gaslaternen dort erhalten, wo sie sichtbar und zusammenhängend das Bild einer Straße prägen. „Wo das nicht der Fall, sollten LED-Leuchten installiert werden.“ Eines hofft der erste Bürger der Stadt Thomas Geisel: „Lasst uns daraus keinen Kulturkampf machen. Es gibt weiß Gott eine Menge wichtigerer Themen.“

Zurück zur Rubrik Stadtteile

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Stadtteile

D_Asyl_Tetelberg_Griese_25052016

Neben den Leichtbauhallen plant die Stadt sechs weitere Wohnmodulanlagen für Flüchtlinge in diesem Jahr. Eine Unterkunft wird im Bereich der Völklinger Straße mit Zugang über die Straße Auf’m Tetelberg entstehen. Die Nachbarn hatten am Mittwoch (25.5.) Gelegenheit, sich in einer Bürgersprechstunde über den Stand der Planungen zu informieren.

D_Asyl_itterstraße_Hof_25052016

Der Sportplatz an der Itterstraße sollte eigentlich mit einer Mehrzweckhalle für die Holthausener bebaut werden. Da die Stadt Düsseldorf ihr Aufnahmekontingent noch nicht erfüllt hat, werden aber bis Mitte August weiterhin in jeder Woche 170 neue Flüchtlinge erwartet. Aktuell leben knapp 7000 Flüchtlinge in der Stadt. Für ein Jahr wurden acht Leichtbauhallen auf dem Gelände an der Itterstraße errichtet. 288 Flüchtlinge werden dort untergebracht. Weitere Anlagen folgen Juni/Juli an der Further Straße und Am Wald.

D_Kastanie_19052016

Der Freundeskreis "Himmelgeister Kastanie" und die Provinzial Rheinland Versicherung hatten in den vergangenen Wochen zum Namenswettbewerb für den Baumgeist der kleinen Himmelgeister Kastanie aufgerufen. Über vierzig Vorschläge waren eingegangen und am Donnerstag (19.5.) fällte die Jury die Entscheidung: Erona soll der kleine Baumgeist heißen.

report-D: Social Media / RSS