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Päckchen wie dieses werden vor Weihnachten in großen Mengen an die Empfänger ausgeliefert

Düsseldorf: Päckchen vor Weihnachten – Zusteller in Not

Für viele Menschen sind Päckchen zu Weihnachten eine große Freude. Egal, ob darin Geschenke für oder von den Lieben sind. Die Zusteller treibt die Paketflut oft an die Grenzen der Belastbarkeit und so kommt es auch zu Ausnahmezuständen.

Erwischt! Dabei hat er es doch wohl nur gut gemeint. Der Zusteller hat das Päckchen aus Berlin stillschweigend in eine Hausnische gelegt. Aber nicht mit dem Argwohn des Düsseldorfer Empfängers gerechnet. Der erkundigte sich beim Absender in Berlin über diese seltsame Art der Lieferung. Und bekam die Kopie eines "DPD Zustellbelegs". Auf dem steht, der Empfänger habe persönlich das Paket in Empfang genommen - und den schriftlich quittiert. Doch die Unterschrift ist eine Fälschung. Offenbar war es der DPD-Zusteller, der sich eigenhändig den Nachweis seiner leichtfertigen Lieferung bestätigt hat.

"Ungeheurer Druck für Zusteller!"

"Das wundert uns nicht", kommentiert Uwe Speckenwirth von der Vereinten DienstleistungsGewerkschaft (ver.di) den Vorfall. "Die Zusteller stehen unter einem ungeheuren Druck. Da passiert sowas!".

Diese Einschätzung bestreitet die DPD, die "Dynamic Parcel Distribution GmbH & Co. KG" mit Sitz in Aschaffenburg strikt. Erstens sei "ein Ablegen von Paketen ohne ausdrückliches Einverständnis des Empfängers nicht zulässig". Zweitens "muss ein Paket gegen Unterschrift übergeben werden". Ein Fälschen dieser Signatur werde "selbstverständlich nicht akzeptiert". DPD gehe daher "jedem Hinweis auf ein Fehlverhalten nach".

Gewerkschafter Uwe Speckenwirth zeigt Verständnis für die Qual der Zusteller, weil die oft nicht tariflich bezahlt werden, sondern als "Solo-Selbstständige" nur für jede einzelne Paket-Ablieferung.

Das Ein-Mann-Unternehmen

DPD hingegen betont: "Zusteller werden nicht pro Paketzustellung bezahlt, sondern erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Monatslohn auf Basis eines ganz normalen Arbeitsvertrags". Denn DPD arbeite mit selbständigen Transportunternehmen zusammen. Und eine "angemessene Vergütung" versetze diese DPD-"Systempartner" in die Lage, die Zusteller "zu angemessenen und gesetzeskonformen Bedingungen zu beschäftigen". Allerdings, so räumt das Unternehmen ein, könne ein "Ein-Mann-Unternehmen“ nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Diese Sicht bestätigt ein ebenso erfahrener wie misstrauischer DPD-Betriebsrat: "Wir haben zwar selbständige Unternehmer, die zu tariflicher Bezahlung verpflichtet sind, aber ob die das auch tun? Da habe ich meine berechtigten Zweifel".

Den Boten anzeigen?

Im Zwiespalt war auch der Empfänger des Päckchens. Sollte er den Boten anzeigen? Er hat ihn zur Rede gestellt. Und der Zusteller gesteht: "Ja, ich habe die Unterschrift gefälscht, weil ich das Päckchen nicht übergeben konnte. Ich stehe voll unter Stress. Da weiß man sich nicht mehr zu helfen. Wenn ich 20 Kunden nicht antreffe, habe ich am nächsten Tag 200. Und am nächsten Tag 220 und so weiter. Ich fahre jetzt schon morgens um sechs Uhr los, sortiere erst im Depot und trage bis 17 Uhr aus. Dafür kriege ich vom Subunternehmer monatlich 1 200 Euro netto. Bitte entschuldigen Sie mein Verhalten!".

Schon geschehen, zumal so kurz vor Weihnachten...

Die Verbraucherzentrale NRW hat für alle ähnlichen Fälle ein Portal geschaffen: www.vz-nrw.de/paket-aerger.de

Von wegen, Mindestlohn

Der durchschnittliche Lohn für Paketzusteller liegt laut Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in einer Arbeitswoche von 38,5 Stunden bei ca. 12 Euro pro Stunde brutto. Das wären 1.848 Euro monatlich brutto. Der DPD-Zusteller sagt, sein monatliches Bruttogehalt liege bei 1.600 Brutto in einer Woche mit rund 75 Arbeitsstunden.  Das entspräche einem durchschnittlichen Stunden-Verdienst von 5,33 Brutto. Das wären demnach 6,67 Euro unter dem tariflichen Lohn.

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