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Darüber ob Düsseldorf zum Shoppingparadies für Cannabis wird, entscheidet der Rat frühestens im kommenden Jahr

Shopping in Düsseldorf: Cannabis legal kaufen?

Es gibt Befürworter und strikte Gegner des legalisierten Verkaufs von Cannabis. In der Landeshauptstadt Düsseldorf trafen sich am Mittwoch (7.12.) beide Seiten im Plenarsaal des Rathauses und versuchten mögliche Perspektiven aufzuzeigen. Ziel der Befürworter ist es, dass der Cannabisverkauf an Erwachsene in Düsseldorf erlaubt wird. Realisiert werden könnte dies durch eine medizinische Studie, die bei den Bundesaufsichtsbehörden beantragt werden kann. Ob dies erfolgt, muss der Rat entscheiden.

Pro

Ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt würde in Düsseldorf gestartet, wenn der Cannabisverkauf legalisiert würde. Doch die Befürworter wollen damit weniger die Förderung der Marke „Stadt Düsseldorf als Shoppingparadies“. Sie sehen darin Chance, die Konsumenten zu entkriminalisieren und Einfluss auf ihr Konsumverhalten zu nehmen. Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in Deutschland. Der Markt für Cannabis kennt keine Regelungen bezüglich Produktion, Produktqualität, Produktionskontrolle und Regulierungen des Handels.

Die Legalisierung würde Sicherheit für die Konsumenten bringen und bietet einen Ansatzpunkt für Aufklärung, Prävention und Hilfe. Das sei wirksamer als Verbotsstrukturen, wie der Düsseldorfer Wirtschaftsprofessor Justus Haucap postulierte: "Die Prohibition in Deutschland ist komplett gescheitert. Mit einem regulierten Markt kann man die Probleme in den Griff bekommen." Bereits heute können Schmerzpatienten nach ärztlicher Verordnung Cannabis in den Apotheken bekommen. Über Apotheken könnte auch der Verkauf an Erwachsene für den persönlichen Gebrauch legal ermöglicht werden.

Contra

Genau darin sehen die Gegner der Legalisierung die Gefahr. Denn sobald die Verfügbarkeit so einfach gemacht wird wie bei Alkohol und Zigaretten, würde die Hemmschwelle sinken und zum Konsum verleiten. Der Leitende Oberarzt der Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung für suchtkranke Kinder und Jugendliche "Das Grüne Haus", in Köln-Holweide Dr. Dr. Armin Claus sieht diese Verfügbarkeit als entscheidende "Stellschraube". Er erklärte: "Je größer die allgemeine Konsumverbreitung, desto höher ist die gesellschaftliche Akzeptanz und desto niedriger die Bewertung als potentiell gefährlich." Für ihn stellt die Legalisierung von Cannabis deshalb ein hohes Risiko für den Jugendschutz dar. Der freie Verkauf mache Cannabis gesellschaftsfähig und würde die Substanz als eher harmlos und wenig gefährlich darstellen. Die Verfügbarkeit von Cannabis werde steigen und der Preis sinken, befürchtet der Experte, das würde die Praxis in den USA zeigen, wo immer mehr Jugendliche Cannabis konsumierten.

Prof. Dr. med. Ulrich W. Preuss, Klinikdirektor der Vitos Herborn gemeinnützige GmbH, warnte vor der Reduzierung der geistigen Fähigkeiten bei Jugendlichen, die regelmäßig Cannabis konsumieren. So seien psychische und somatische Störungen nach Abhängigkeit und Missbrauch von Cannabis signifikant erhöht. Es gäbe ein erhöhtes Risiko für Psychosen und affektive Erkrankungen.

Ratsherr Olaf Lehne, Vorsitzender im Gesundheitsausschuss, stellte für sich und die CDU klar: „Als CDU stehen wir für ein suchtfreies Leben. Wir sind gegen die Abgabe von Cannabis als Genussmittel.“ Eine Legalisierung, wie sie SPD, Grüne und FDP anstrebten, mache den Weg frei zu unkontrolliertem Drogenkonsum. „Düsseldorf wird dadurch Anziehungspunkt für den Drogentourismus. Die Konsumenten der Region erledigen demnächst ihre Marihuana- und Haschischeinkäufe nicht mehr in den Niederlanden, sondern bequem in Düsseldorf.“

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Im Mai demonstrierten rund 250 Legalisierungsbefürworter in Düsseldorf unterstütz von SPD, Grünen, FDP, Linken und Piraten

Der Düsseldorf Rat wird über das Pilotprojekt entscheiden

Düsseldorfs Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke machte deutlich, dass für die Landeshauptstadt Düsseldorf Aufklärung und Prävention im Vordergrund des Pilotprojekts stehen sollen. "Es geht vor allem darum, Risiken aufzuzeigen und Hilfen zum Ausstieg anzubieten." Insbesondere dem Jugendschutz kommt eine hohe Bedeutung zu.

Die Ergebnisse der Fachtagung werden in den nächsten Monaten mit der Politik diskutiert werden, um das weitere Vorgehen festzulegen. Ein Pilotprojekt würde im Rahmen einer medizinischen Studie möglich, wenn die Bundesaufsichtsbehörde dies genehmigt.

Vergleichsstudie mit Köln und Münster möglich

Die Befürworter führen Gespräche mit den Städten Köln und Münster, die sich beteiligen würden und sich so eine Vergleichsstudie mit drei Städten ergäbe. In Köln und Münster gibt es eine breite Zustimmung zum Pilotprojekt, in Düsseldorf ist die CDU strikt gegen den Versuch.

Apotheken statt Coffee-Shops

Die Studie wäre über den Verkauf in Apotheken denkbar, in denen heute bereits medizinisches Cannabis zu bekommen ist. Die medizinische Variante ist höher dosiert als der Stoff, den es auf dem Schwarzmarkt gibt. Die Arzneimittelhersteller haben ihre Bereitschaft signalisiert, auch eine schwächere Dosierung zu produzieren. Damit dürfte sich für die Konsumenten auch preislich nicht viel ändern. Liegt der Grammpreis auf dem Schwarzmarkt bei etwa 10 Euro, zahlt man für das höher dosierte medizinische Produkt fünfzehn Euro.

Entscheidung 2017

Wenn der Rat sich in 2017 für das Pilotprojekt entscheidet und die Bundesbehörde grünes Licht gibt, könnte 2018 legales Cannabis in Düsseldorf angeboten werden.

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