Düsseldorf Aktuelles

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Rund 1000 Menschen gingen am Samstag in Düsseldorf für eine humane Flüchtlingspolitik auf die Straße. Das breite Bürgerbündnis kritisierte scharf die konservative, menschenverachtende Rhetorik: "Seebrücke statt Seehofer". 

1000 Düsseldorfer fordern: Seebrücke statt Seehofer

Der erbärmliche Satz des Bundesinnenministers Horst Seehofer, CSU, von den 69 afghanischen Flüchtlingen, die an seinem 69. Geburtstag abgeschoben worden seien (Der Minister feixend: „Das war von mir nicht so bestellt“) empört zahlreiche Düsseldorfer. Flüchtlingsinitiativen, Kirchen, Parteien – Grüne und Linke -, Antifa, und der DGB brachten in einem breiten Bündnis unter dem Motto „Seebrücke statt Seehofer“ am Samstag (21.7.) rund 1000 Menschen auf die Straße. Ihr Protestmarsch gegen die Abschottung vor Flüchtlingen ging vom DGB-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Schlossturm auf dem Burgplatz.

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Rettungswesten statt Abschottung: Düsseldorf protestiert für private Seeretter.

Während im Mittelmeer sämtliche Initiativen zur Rettung von Flüchtlingsbooten gestoppt wurden , die lokale Justiz Besatzungen kriminalisiert und die Boote an die Kette legen ließ, hätte Düsseldorf durchaus noch Kapazitäten, um Flüchtlinge aufzunehmen. Darauf wies die Düsseldorfer Amtsleiterin für Migration und Integration, Miriam Koch, hin. Gegenüber report-D sagte sie, dass derzeit rund 170 Flüchtlinge pro Monate neu nach Düsseldorf kämen. In den Unterkünften sei derzeit genug Platz, auch bis zu 200 Personen zusätzlich aufzunehmen – zum Beispiel von den Flüchtlingsrettern.

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Demonstranten vor dem Luxushotel.

Die Düsseldorfer DGB-Chefin Sigrid Wolf nannte es einen Skandal, dass ein Tomatenbauer aus Ghana durch die Einfuhr verbilligter EU-Tomaten in sein Heimatland ruiniert werde, daher nach Europa fliehen müsse, um dann als illegaler Tagelöhner auf italienischen Feldern just jene Billigtomaten zu ernten. Wolf forderte einen fairen Welthandel, eine gerechtere Verteilung des weltweiten Reichtums, soziale und ökologische Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte. Der DGB Düsseldorf werde für eine menschenwürdige Zuwanderungspolitik eintreten und in Asylfragen die Rückkehr zu rechtsstaatlichen Prinzipien fordern. Zugleich wende man sich gegen die menschenverachtende  und demokratiezersetzende Rhetorik, vor allem konservativer Politiker und von Rechtspopulisten.

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Protest an der Mütze.

Pfarrer Dr. Martin Fricke vom Evangelischen Kirchenkreis erinnerte konservative Parteien an das „C“ in ihrem Parteinamen. Man müsse und könne sich in der Flüchtlingsfrage an den Worten Jesu orientieren, der immer für die Schwächsten eingetreten sei. Redner der interventionistischen Linken und von der Initiative „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ griffen den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder scharf für den Begriff vom „Asyltourismus“ an. Dieser sei angesichts des Leids und des tausendfachen Sterbens im Mittelmeer extrem zynisch. Oliver Ongaro von Stay kritisierte das Wegschauen und Nichthandeln deutscher Behörden und die Einstellung der privaten Seehilfe.

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Der Heimat-Horst mit Afd-Rhetorik darf Düsseldorf künftig gerne fernbleiben.

Ein Flüchtling namens Hani aus Syrien erzählte von seiner Flucht. Am Schlossturm berichtete Alina Krobok, Aktivistin von Seawatch, wie ihr Schiff in Malta beschlagnahmt und der Kapitän von der Polizei abgeführt worden war. Das bewegte die Zuhörer. Ein älterer Herr drückte den Seawatch-Aktivisten sein Kleingeld-Sparschwein als Spende in die Hand.

Ein Hitler-Gruß am Rande

Der Protestzug durch die Stadt wurde von Passanten aufmerksam verfolgt. Einige aber pöbelten. Ein Familienvater mit Frau und Kinderwagen zeigte nach Angaben von Teilnehmer den Hitlergruß.
Das Düsseldorfer Bündnis plant weitere Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen. Die Grüne Landesvorsitzende Mona Neubaur fasste die Aktion so zusammen: „Während rechte Parteien alles unternehmen, um Deutschland abzuschotten, ist Düsseldorf weiterhin bemüht Brücken für Menschen in Not zu bauen.“

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