Düsseldorf Aktuelles

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Gegen die Abschiebung nach Afghanistan demonstrierten am Samstag knapp 500 Menschen in Düsseldorf

Demonstration in Düsseldorf gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Etwa 500 Demonstranten zogen am Samstag (26.11.) durch die Düsseldorfer Innenstadt, um gegen drohende Abschiebungen nach Afghanistan zu protestieren. Während das Ausländeramt immer mehr Asylanträge von Menschen aus Afghanistan ablehnt, wird das vermeintlich sichere Land von Anschlägen erschüttert.

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Khadija Afzali Ibrahmi (re.) floh mit Mann (li.) und Sohn aus Afghanistan. Sie war Englischlehrerin und setzte sich für Bildung für Mädchen ein. Das reichte der Regierung sie zu verfolgen.

Deutsche sind in Afghanistan nicht sicher

Die Deutsche Botschaft in Nordafghanistan soll nach einem Attentat in ein Camp der Bundeswehr umziehen, da nur so die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet werden kann. Die Reaktion in Folge der letzten Anschläge im November geschieht zeitgleich zu Urteilen in Deutschland, die afghanischen Menschen das Asyl mit der Begründung verwehren, ihr Heimatland sei sicher.

Kritik an Abschiebung

Der Flüchtlingsrat und andere Organisationen, die sich in Düsseldorf für die Flüchtlinge einsetzen, sind empört über die deutsche Politik gegenüber den Asylbewerbern aus Afghanistan. In Düsseldorf haben nun selbst Familien mit Kindern bereits Ausreiseaufforderungen erhalten. Durch die langsame Abwicklung der Verfahren warten viele Geflohene noch auf ihre Anhörungen.

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Saye Aman, Yousef und Raziya Rezaiee hoffen auf eine friedliche Zukunft

Familie Rezaiee

So auch Saye Aman Rezaiee mit seiner Frau Raziya. Die beiden sind seit Ende Dezember 2015 in Deutschland. Sie flohen aus Kabul, da Saye Aman politisch aktiv war und außerdem über seine Arbeit in Kontakt mit deutschen und amerikanischen Truppen hatte. Nachdem sein Bruder von Regierungstruppen entführt worden war und von ihm Lösegeld erpresst wurde, beschloss die Familie zu fliehen. 11 Mitglieder seiner Familie haben das Land verlassen und suchen jetzt in Deutschland Asyl. Mittlerweile sind Saye Aman und Raziya Eltern geworden, sechs Monate ist ihr kleiner Sohn Yousef jetzt alt. Sie wünschen sich eine friedliche Zukunft für ihn. Aber sie kennen auch schon Familien, die vom Ausländeramt die Ausreiseaufforderung erhalten haben. Für ihn ist die Rückkehr nach Afghanistan keine Option, da er um sein Leben fürchtet. Er hofft, dass das Ausländeramt seine Fluchtgründe berücksichtigt und er mit seiner Familie bleiben darf.

Abschiebung gegen menschliche Ethik

A. Massoud von dem Düsseldorfer Bündnis Nedaje Afghan - Afghanischer Aufschrei kritisiert, „Es verstößt gegen jede menschliche Ethik, Menschen in ein Kriegsgebiet abzuschieben“. Massoud ist ehrenamtlich für die Geflüchteten aktiv und kennt viele Menschen aus Afghanistan, die schreckliche Angst vor der Entscheidung des Ausländeramtes haben.

Er beschreibt, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen diversen Kräften, den Taliban, dem afghanischen und internationalen Militär nach wie vor kein sicheres ziviles Leben in dem Land zulassen. Allein im ersten Halbjahr 2016 starben 1.600 Zivilisten und 3500 wurden verletzt durch gewaltsame Übergriffe und Attentate. Dies sind die höchsten Opferzahlen seit 2009. Immer wieder kommt es zu Entführungen, politischen Morden und Anschlägen auf verschiedene Einrichtungen. Erst am 21. November wurden bei einem Anschlag auf eine Moschee in Kabul mindestens 27 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Massoud betont das allein im November bei sechs Attentaten in drei verschiedenen Provinzen Afghanistans über 100 Zivilisten ums Leben gekommen sind. Gleichzeitig seien auf der Brüsseler Geberkonferenz für Afghanistan 13 Milliarden Euro Entwicklungshilfe durch die EU zugesagt worden. Im Gegenzug sollen 80.000 Afghanen aus Europa, davon allein 40.000 aus Deutschland zurückgeführt werden.

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