Düsseldorf Aktuelles

D_Walk_nah_20102018

Männer, Frauen und Kinder demonstierten am Samstag gegen Sklaverei und Menschenhandel

Düsseldorf: 300 Menschen demonstrieren beim „Walk of Freedom“

Die Choreographie am Samstagmittag (20.10.) in der Düsseldorfer Innenstadt ist genau festgelegt: Schwarz gekleidete Menschen mit schwarze Regenschirmen gehen in einer Reihe schweigend hintereinander. Am Rande verteilen Teams Informationen an die Passanten: „Lokaler Walk. Gobale Wirkung“ heißt es darin. Es gehe um den Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei. In Düsseldorf, Frankfurt und Bremen gibt es aber auch Kritik an der Aktion, hinter der fundamentalistische Christen vermutet werden.

D_Walk_Platten_20102018

Ausgangspunkt des "Walks of Freedom" war der Schadowplatz, wo es Informationen und Aktionen gab

Neben Düsseldorf starteten am Samstag in fünf weiteren NRW-Städten die „Walks of Freedom“, deutschlandweit in insgesamt 25. Startpunkt war in Düsseldorf der Schadowplatz, wo sich ein Informationsstand von Amnesty International mit dem lokalen Veranstalter „Windrose e.V.“ und zwei Foodtrucks positioniert hatte.

D_Walk_Strasse_20102018

Die Autofahrer mussten sich am Samstag gedulden, viele Passanten kreuzten dagen ohne Hemmungen die Demonstration

Nina Strehl von vom Verein Windrose verlas vor dem Marsch die Freiheitsbotschaft. Darin wurde das Ziel erklärt, für Gerechtigkeit, Freiheit und Menschlichkeit zu laufen und die Abschaffung der Sklaverei und des Menschenhandels zu erreichen. Die rund 300 Teilnehmer auf dem Platz applaudierten laut und dann stellten sie sich auf. Sie bildeten eine lange Reihe, die Einheit ausdrücken sollte. So beschreibt es die Dach-Organisation A21 „Wir sind ein Teil von etwas viel Größerem als wir selbst“. In diesem Jahr verzichteten die Organisatoren auf die gelben Klebestreifen, mit denen sich die Teilnehmer im vergangenen Jahr die Münder zuklebten. Es gab offene Kritik daran, dass die dadurch symbolisierte Sprachlosigkeit eine Bevormundung der eigentlichen Opfer sei.

D_Walk_Koe_20102018

Auf verklebte Münder verzichteten die Organisatoren in diesem Jahr

Die schwarz gekleideten Menschen beim Düsseldorfer Walk waren Teil einer weltweiten Kampagne von A21. Sie kämpfen gegen Menschenhandel, Sklaverei und Zwangsprostitution. Nach der Rückkehr am Schadowplatz versammelten sich die Teilnehmer, schlossen gleichzeitig ihre Schirme und riefen „Freiheit“.

„Wir alle kämpfen gemeinsam dafür, moderne Sklaverei weltweit zu beenden. Vielen Menschen ist das Problem nicht bewusst, aber es betrifft auch unser Land und sogar unsere Region“, erklärt Nina Strehl von Windrose e.V.. „A21“ hat es sich zum Ziel gesetzt durch Öffentlichkeitsarbeit, Intervention und Versorgung der Opfer Menschenhandel abzuschaffen. In dreizehn Ländern bekämpfen sie moderne Sklaverei, in dem sie versuchen Betroffene zu erreichen, zu retten und zu rehabilitieren. „Wir sind überzeugt, dass Sklaverei zu unseren Lebzeiten abgeschafft werden kann, wenn wir das gemeinsam anpacken und unnachgiebig dranbleiben”, so Christine Caine, Gründerin von A21. Auf ein Problem aufmerksam zu machen, sei der erste Schritt zur Bekämpfung gegen die moderne Sklaverei, betont auch Nina Strehl.

D_Walk_Volos_20102018

Da die Teilnehmer während ihrer Demonstration schwiegen, verteilten Teams am Rande Informationen an die Passanten

Es gibt aber auch heftige Kritik an der Dachorgansiation A21, die seit 2014 die weltweiten „Walks of Freedom“ initiiert. Die Teilnehmer und Infoteams müssen an den meisten Veranstaltungsorten Teilnehmergebühren (Düsseldorf 17 Euro) bezahlen, mit denen unter anderem die einheitlichen Schirme finanziert werden. Offenbar ist A21 in Deutschland nicht selber aktiv, sondern nutzt dafür zahlreiche lokale Organisationen. Hotlines, Einrichtungen und Hilfsangebote für Betroffenen von Menschenhandel und Zwangsprostitution werden im Bundesgebiet nicht von A21 angeboten.

Ein Frankfurter Verein für die Rechte von Prostituierten vermutet eine Zusammenarbeit von A21 mit Mission Freedom, bei der eine klare missionarische Ausrichtung zu erkennen sei. Andere Stellen kritisieren die Einstellung zu Homosexuellen und Schwangerschaftsabbrüchen als diskriminierend. In Düsseldorf kündigte die Bildungsgewerkschaft (GEW) gegenüber report-D an, gegen den „Walk of Freedom“ vorgehen zu wollen.

Zurück zur Rubrik Aktuelles

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Aktuelles

D_DRK_Ballon_18052019

Perfektes Wetter, gut gelaunte Gäste, ein tolles Programm von Jung bis Alt – die Premiere des ersten Düsseldorfer Rotkreuztages überzeugt durch viele begeisterte Teilnehmer und Besucher. Für den Familientag hatte sich das Düsseldorfer DRK den wenig bekannten Platz gleich neben den Gehry-Bauten im Düsseldorfer Medienhafen ausgesucht und auch dieser trug zum Gelingen des Festes perfekt bei.

D_Maria_2_0_Saeule_17052019

Die Resonanz der Aktionen zu Maria 2.0. hat vielen Frauen Mut gemacht und damit ist klar, dass die Woche des Kirchenstreiks nur der Anfang war. In Düsseldorf trafen sich am Donnerstag (16.5.) rund 100 Teilnehmerinnen und drei Teilnehmer zur Maiandacht der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) an der Mariensäule in der Altstadt. Dort wurden weiter Unterschriften und Postkarten gesammelt, mit denen der Frauenprotest nach Köln zu Rainer Maria Woelki, dem Erzbischof von Köln, getragen werden soll.

D_idahobit_17052019

Bevor die Regenbogen Community in Düsseldorf in zwei Wochen den CSD feiert, gibt es noch einen anderen wichtigen Tag: IDAHOBIT steht für Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*phobie. Er wird weltweit am 17. Mai begangen. In Düsseldorf organisierte das autonome Referat für bisexuelle und schwule Studierende der HHU eine Aktion.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D