Düsseldorf Aktuelles

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Männer, Frauen und Kinder demonstierten am Samstag gegen Sklaverei und Menschenhandel

Düsseldorf: 300 Menschen demonstrieren beim „Walk of Freedom“

Die Choreographie am Samstagmittag (20.10.) in der Düsseldorfer Innenstadt ist genau festgelegt: Schwarz gekleidete Menschen mit schwarze Regenschirmen gehen in einer Reihe schweigend hintereinander. Am Rande verteilen Teams Informationen an die Passanten: „Lokaler Walk. Gobale Wirkung“ heißt es darin. Es gehe um den Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei. In Düsseldorf, Frankfurt und Bremen gibt es aber auch Kritik an der Aktion, hinter der fundamentalistische Christen vermutet werden.

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Ausgangspunkt des "Walks of Freedom" war der Schadowplatz, wo es Informationen und Aktionen gab

Neben Düsseldorf starteten am Samstag in fünf weiteren NRW-Städten die „Walks of Freedom“, deutschlandweit in insgesamt 25. Startpunkt war in Düsseldorf der Schadowplatz, wo sich ein Informationsstand von Amnesty International mit dem lokalen Veranstalter „Windrose e.V.“ und zwei Foodtrucks positioniert hatte.

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Die Autofahrer mussten sich am Samstag gedulden, viele Passanten kreuzten dagen ohne Hemmungen die Demonstration

Nina Strehl von vom Verein Windrose verlas vor dem Marsch die Freiheitsbotschaft. Darin wurde das Ziel erklärt, für Gerechtigkeit, Freiheit und Menschlichkeit zu laufen und die Abschaffung der Sklaverei und des Menschenhandels zu erreichen. Die rund 300 Teilnehmer auf dem Platz applaudierten laut und dann stellten sie sich auf. Sie bildeten eine lange Reihe, die Einheit ausdrücken sollte. So beschreibt es die Dach-Organisation A21 „Wir sind ein Teil von etwas viel Größerem als wir selbst“. In diesem Jahr verzichteten die Organisatoren auf die gelben Klebestreifen, mit denen sich die Teilnehmer im vergangenen Jahr die Münder zuklebten. Es gab offene Kritik daran, dass die dadurch symbolisierte Sprachlosigkeit eine Bevormundung der eigentlichen Opfer sei.

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Auf verklebte Münder verzichteten die Organisatoren in diesem Jahr

Die schwarz gekleideten Menschen beim Düsseldorfer Walk waren Teil einer weltweiten Kampagne von A21. Sie kämpfen gegen Menschenhandel, Sklaverei und Zwangsprostitution. Nach der Rückkehr am Schadowplatz versammelten sich die Teilnehmer, schlossen gleichzeitig ihre Schirme und riefen „Freiheit“.

„Wir alle kämpfen gemeinsam dafür, moderne Sklaverei weltweit zu beenden. Vielen Menschen ist das Problem nicht bewusst, aber es betrifft auch unser Land und sogar unsere Region“, erklärt Nina Strehl von Windrose e.V.. „A21“ hat es sich zum Ziel gesetzt durch Öffentlichkeitsarbeit, Intervention und Versorgung der Opfer Menschenhandel abzuschaffen. In dreizehn Ländern bekämpfen sie moderne Sklaverei, in dem sie versuchen Betroffene zu erreichen, zu retten und zu rehabilitieren. „Wir sind überzeugt, dass Sklaverei zu unseren Lebzeiten abgeschafft werden kann, wenn wir das gemeinsam anpacken und unnachgiebig dranbleiben”, so Christine Caine, Gründerin von A21. Auf ein Problem aufmerksam zu machen, sei der erste Schritt zur Bekämpfung gegen die moderne Sklaverei, betont auch Nina Strehl.

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Da die Teilnehmer während ihrer Demonstration schwiegen, verteilten Teams am Rande Informationen an die Passanten

Es gibt aber auch heftige Kritik an der Dachorgansiation A21, die seit 2014 die weltweiten „Walks of Freedom“ initiiert. Die Teilnehmer und Infoteams müssen an den meisten Veranstaltungsorten Teilnehmergebühren (Düsseldorf 17 Euro) bezahlen, mit denen unter anderem die einheitlichen Schirme finanziert werden. Offenbar ist A21 in Deutschland nicht selber aktiv, sondern nutzt dafür zahlreiche lokale Organisationen. Hotlines, Einrichtungen und Hilfsangebote für Betroffenen von Menschenhandel und Zwangsprostitution werden im Bundesgebiet nicht von A21 angeboten.

Ein Frankfurter Verein für die Rechte von Prostituierten vermutet eine Zusammenarbeit von A21 mit Mission Freedom, bei der eine klare missionarische Ausrichtung zu erkennen sei. Andere Stellen kritisieren die Einstellung zu Homosexuellen und Schwangerschaftsabbrüchen als diskriminierend. In Düsseldorf kündigte die Bildungsgewerkschaft (GEW) gegenüber report-D an, gegen den „Walk of Freedom“ vorgehen zu wollen.

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