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Protest nach dem Tod des siebenjährigen Muhammad vor dem Evangelischen Kranklenhaus, EVK, in Düsseldorf Bilk: Mutter Belgis Naserie (l.) und Vater Abdul Merjea Hakimi (rechts daneben) wurden von Familienangehörigen und Bekannten unterstützt.

Düsseldorf Bilk: Familie fordert vor dem EVK lautstark Gerechtigkeit für ihren 2017 verstorbenen Sohn

Stille Mahnwache? Das war im vergangenen Jahr. Jetzt klingt die Stimme von Belgis Naserie heiser vor Anstrengung. Sie klagt an. Sie schimpft. Sie schreit ihre Wut und ihre Trauer so laut heraus, dass die Besucher des Evangelischen Krankenhauses EVK an diesem Samstag erschreckt stehenbleiben. 15 Familienangehörige und Bekannte erinnerten an den Tod des knapp siebeneinhalbjährigen Muhammad am 25. Dezember 2017. Laut der Obduktion starb der Junge an einer bakteriellen Lungenentzündung. Weder die Klinikleitung des EVK, noch die Leitung der vom Krankenhaus völlig getrennten Notfallpraxis oder das Pflegepersonal sahen einen Grund, zu der Familie vor die Tür zu kommen. So schrie die Mutter ihre Trauer und ihr Leid allein in Richtung der Krankenhausfassade.

"Keine Entschuldigung"

„Sie haben sich bis heute nicht entschuldigt“, sagt Belgis Naserie, „die Ärzte da drinnen haben mir mein Wunschkind genommen.“ Ihre Familie, ihr Leben – alles sei kaputt gemacht worden von Doktoren, die ihren Sohn falsch behandelt hätten. Schüttelfrost und hohes Fieber habe der Kleine gehabt – doch in der Notfallpraxis habe man dem Kind kein Antibiotikum geben wollen. Mit Paracetamol und Ibuprofen sei die Familie nach Hause geschickt worden. Als es gar nicht besser wurde, ging Naserie Belgis mit ihrem Sohn ins EVK – um die Ecke. Dort seien alarmierende Blutwerte festgestellt worden.

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Die Familie trug ihre Trauer und Wut auch zu der Notfallpraxis neben dem EVK. Dort wurden dem siebenjährigen Muhammad nach Angaben seiner Mutter Antibiotika verweigert.

Laut Belgis Naserie habe sie als Mutter nicht in eine Not-Operation eingewilligt. Diese sei im EVK begonnen, aber dann abgebrochen worden. Der Junge wurde notfallmäßig in die Universitätskliniken verlegt, wo er starb. „Mein Sohn kam geschwächt, aber auf eigenen Beinen ins EVK  und ich habe ihn als Leichnam zurückbekommen“, ruft Belgis Naserie in ihr Megaphon und spuckt drei Mal aus. „Trauen sie keinem Arzt da drinnen.“ Vater Abdul Merjea Hakimi skandiert während des Demonstrationszugs: „Dies ist kein Krankenhaus. Dies ist ein Schlachtenhaus.“

"Ärzte lehnen Treffen ab"

Auch die Namen der beteiligten Ärzte werden immer wieder gerufen. Einem Gespräch und einer gütlichen Einigung habe sich das Krankenhaus bis heute verweigert – sagt die Familie. Man sei zutiefst enttäuscht vom Mangel an Moral und Schuldbewusstsein. Deshalb werde man nun vor dem Landgericht Düsseldorf klagen. Die Mutter hat sich derweil in Rage geredet: „Ich werde keine Ruhe geben. Ich werde immer wieder kommen“, schreit sie.

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Mutter Belgis Naserie kündigte an, sie werde immer wiederkommen.

Als report-D telefonisch im EVK um eine Stellungnahme bittet, werden wir auf Montag vertröstet: „Natürlich arbeitet in der Verwaltung heute niemand.“ In einiger Entfernung verfolgt ein gut gekleideter Mitt-Fünfziger die Demo. Er will nicht sagen, warum er sich alle Reden der Mutter, des Vaters und einer Verwandten in seinem Mobiltelefon notiert: „Ich muss über meine Identität keine Auskunft geben.“ „Das ist einer aus dem Vorstand der Notfallpraxis“, sagt ein zufällig vorbeikommender Mann, der sich selbst als Arzt bezeichnet. Auch dieses Detail in der offenbar selbst verordneten Sprachlosigkeit von Notfallpraxis und einer Klinik in evangelischer Trägerschaft können wir adhoc nicht aufklären.

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