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D_Bosnien_23032019

Amra Babić mit Erdin Kadunić, Vorstandsvorsitzender des Islamischen Kulturzentrums Düsseldorf

Düsseldorf Bilk: Von starken Frauen mit Kopftüchern

Ein Kopftuch allein macht seine Trägerin nicht zur Dienerin. Das zeigte der Besuch von Amra Babić am Samstag (23.3.) bei der Bosnischen Moschee Gemeinde in Düsseldorf. Babic ist seit 2012 Bürgermeisterin der bosnischen Stadt Visoko und eine der wenigen Frauen in diesem Amt, die Hijab trägt. In Düsseldorf referierte sie über „Führung und Frauen in der Gegenwart – inkompatible Dinge?“.

Gegen Vorurteile angehen

Vorurteile über Kofptuch-Tragende Muslima gibt es nicht nur unter Deutschen. Auch in der muslimischen Welt sind sie verbreitet. Das Frauenbild als Kümmerin um Familie, Haushalt und Ehemann ist geschlechterübergreifend weit verbreitet. Amra Babić ist eine Frau, die versucht, Frauen Mut zu machen, diese traditionellen Perspektiven aufzugeben. Sie wurde im Jahr 2012 zur Bürgermeisterin der bosnischen Stadt Visoko gewählt. Damals war sie eine Witwe, 42 Jahre alt, mit drei Kindern und dem klaren Willen, ihre persönliche Herausforderung anzunehmen. Sie wollte etwas für die Menschen in Bosnien bewegen und sich nicht nur um ihre Familie kümmern. Dabei schlugen ihr viele Vorurteile entgegen, denn viele sahen in ihr nur: die Frau mit Kopftuch.

Mut, Selbstvertrauen und Glaube

Mittlerweile wurde sie im Amt der Bürgermeisterin ein zweites Mal bestätigt. Sie hat die Menschen mit ihrer Arbeit überzeugt. Den Mitgliedern der bosnischen Gemeinde in Düsseldorf zeigte sie am Samstagabend in einem ausführlichen Referat auf, dass auch Frauen zu Führungskräften werden können, wenn sie den Willen dazu haben und an sich glauben. Denn eine Führungskraft werde nicht geboren, es sei ein langer Weg, auf dem man sensibel und aufmerksam lernen müsse, auf die Menschen, deren Probleme und Wünsche zu achten. Nur wer diese Empathie entwickele, könne Brücken bauen und Dinge bewirken, davon ist Babic überzeugt. Eine Führungskraft sei nie eine Einzelperson, die alles alleine bewege. Es gehöre immer ein Team dazu und das Geschick, dieses weise zu wählen. Man müsse sich daran gewöhnen, dass einem auf dem Weg viele Neider begegneten, man mit übler Nachrede und Vorurteilen zu kämpfen habe. Doch mit Mut, Selbstbewusstsein, Gottvertrauen und Glauben sei der Weg zu schaffen, bekräftigte Amra Babić am Samstag den Zuhörenden.

Frauen können führen

Sie berichtete von sechs Amtskolleginnen, die in den 143 Gemeinden in Bosnien Herzegowina tätig sind und mit denen sie ein Art Allianz gegründet hat, um sich gegenseitig zu unterstützen. Als Bürgermeisterin legt sie viel Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Bürgern, denn nur so erfahre sie wo es Probleme gibt und Handlungsbedarf besteht. Das könne auch Vorbild für die Frauen in den deutschen muslimischen Gemeinden sein, denn oft würden sie dort viel bewegen. Die bosnische Gemeinde in Düsseldorf sei ein gutes Beispiel dafür. Das beweise die Einladung, die Generalsekretärin Emira Llhic im Namen der weiblichen Gemeindemitglieder an sie ausgesprochen hat. Viele Frauen nutzen die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit Amra Babić, das sich im Anschluss an den Vortrag in gemütlicher Atmosphäre bei leckerem Essen und Trinken bot.

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