Düsseldorf Aktuelles

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Ihren Protest gegen Entmietung haben sie auf die Straße verlegt:(v.l.) Johannes Dörrenbächer, Claudia Busch, Arne Schulz, Kirsten Krüger, Georg Jesdinsky und Nicole Samborsky

Düsseldorf: Bündnis für bezahlbaren Wohnraum macht dreiste Entmietung transparent

Wenn einen Mieter die Kündigung wegen Eigenbedarf erreicht, denken die meisten, es ist nicht viel zu machen und es geht nur noch darum, wann der Auszug erfolgen muss. Doch in Düsseldorf bekamen jetzt zwei Mieter in verschiedenen Häusern eine Kündigung wegen Eigenbedarf, weil die selbe neue Eigentümerin Anspruch erhob. Dass dies kein Einzelfall ist, deckte das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum auf. Denn es gibt mehrere Fälle rund um eine Immobilienfirma mit Sitz in Düsseldorf.

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In ihrem Flyer nennen die Mieter den Namen der Immobilienfirma - report-D hat dort um Stellungsnahme gebeten, aber niemand wollte sich äußern

Familienunternehmen mit fragwürdigem Vorgehen

Auf ihrer Homepage wirbt die Immobilienfirma mit einem „exzellenten Gespür für das Besondere“, dem Anspruch für „Menschen eine neue Heimat zu schaffen“ und „Wohnqualität in Lebensqualität“ zu wandeln. Damit sind offenbar die potentiellen Käufer der luxussanierten Häuser und Wohnungen gemeint, denn mit den Mietern gehen die Mitglieder der familiär geführten Firma anders um.

Pech für die Firma, dass die Mieter sich durch das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum und den Mieterverein vernetzt haben und so aufdeckten, dass die Eigenbedarfskündigungen in den neu erworbenen Immobilien äußerst fragwürdig wirken. Es geht um ein Haus in der Kronprinzenstraße in Unterbilk und ein Haus auf der Pfalzstraße in Pempelfort. Beide Häuser wechselten Ende 2018 den Besitzer. Die Mieter wurden informiert, wohin künftig die Mietzahlung überwiesen werden sollte. Im Fall der Pfalzstraße gab es zur Begrüßung eine Mieterhöhung. Zwei der vier Mieter akzeptierten sie, die beiden anderen Parteien nicht. Wenige Wochen später kam dann die Kündigung wegen Eigenbedarf für die Verweigerer der Mieterhöhung. Zwei Mitglieder der familiengeführten Immobilienfirma bekundeten in die Wohnungen einziehen zu wollen und dies sei alternativlos. Ähnlich ging es Mietern eines Hauses in der Kronprinzenstraße. Hier waren es die selben Namen. Befremdlich, dass alle Schreiben vom selben Anwalt bearbeitet wurden, der also für ein und die selbe Person zwei Wohnungen wegen Eigenbedarf kündigte.

Zu persönlichen Gesprächen zwischen neuen Eigentümern und Mietern ist es bisher nicht gekommen. Die Anwälte der Mieter machten durchaus Hoffnung, dass so plumpe Vorhaben nicht von Erfolg gekrönt sein würden.

Systematische Entmietung

Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum vermutet System hinter diesen Machenschaften und versucht durch Information der Öffentlichkeit aufzudecken, wie dreist neue Eigentümer vorgehen, um langjährige Mieter aus preiswerten Wohnungen zu vertreiben. Ziel der Immobilienentwickler ist die Luxussanierung und der profitable Weiterverkauf im engen Düsseldorfer Wohnungsmarkt.

Die Mieter*innen der betroffenen Wohnungen in Pempelfort und Unterbilk haben am Dienstag (20.8.) in die Kronprinzenstraße eingeladen. Mit Flyern an Laternen und über die Presse wollen sie auf die Situation aufmerksam machen. Ziel ist es, dass sich mehr Menschen gegen das Vorgehen von Immobilienentwickler wehren. Gesucht werden noch die ehemaligen Mieter des Hauses in der Goethestraße 38 a, das mittlerweile saniert wird und die Vermutung besteht, dass auch hier Entmietung im großen Stil vorgenommen wurde.

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In Unterbilk wurde auf die Aktion der Mieter mit Aushängen hingewiesen - alle gehen davon aus, dass es noch viel mehr Betroffene gibt

„Wir wollen uns nicht aus unseren Wohnungen vertreiben lassen. Daher haben wir uns über das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum organisiert und werden die Vorgehensweise der Familie Himmels nun öffentlich machen“, so Claudia Busch, Mieterin aus dem Haus in der Kronprinzenstraße.

„Dieses Vorgehen hat System“, so Iris Rademacher vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum. „Häuser werden aufgekauft, die Leute mit Mieterhöhungen und Eigenbedarfskündigungen zum Auszug bewegt und die Häuser luxussaniert, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen oder zu vermieten. Aber es gibt immer mehr Protest gegen diese Vorgehensweise und das Bündnis unterstützt den Protest und die Vernetzung untereinander.“

Hilfe beim Bündnis für bezahlbaren Wohnraum

Mieter, die von Entmietung bedroht sind, können sich gerne an das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum wenden. Durch die Sammlung von vermeintlichen Einzelfällen können systematische Entmietung aufgedeckt werden. Das Bündnis freut sich auch über finanzielle und juristische Unterstützung, da die Arbeit ehrenamtlich gestemmt wird und Mittel für die Begleitung von Klagen gebraucht werden. Noch in diesem Jahr soll mit einer Unterschriftenaktion ein Bürgerbegehren erreicht werden, dass die Schaffung einer Milieuschutzsatzung anstrebt. Informationen folgen.

Kontakt: Bündnis für bezahlbaren Wohnraum www.bezahlbarer-wohnraum-duesseldorf.de oder per Mail info@bezahlbarer-wohnraum-duesseldorf.de

Bündnis für bezahlbaren Wohnraum

Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum Düsseldorf hat das Ziel, als starke Gemeinschaft Druck auf die Stadt auszuüben und real bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Folgende Initiativen / Organisationen sind Bündnismitglieder:

  • Agentur für urbane Unordnung
  • Altstadt Armenküche
  • Arbeit und Leben
  • AStA der FH Düsseldorf
  • attac!
  • Die Linke KV Düsseldorf
  • DKP Düsseldorf
  • fiftyfifty
  • Initiative K
  • i Furiosi organisiert in der Interventionistischen Linken
  • Interventionistische Linke Düsseldorf [ see red!]
  • In der Gemeinde leben
  • katholische Arbeitnehmerbewegung Stadtverband Düsseldorf
  • Kiefernstraße
  • Mittwochsfrühstück der Erwerbslosen und prekär Beschäftigten
  • Runder Tisch Oberbilk
  • SWT e.V.
  • Ver.di Düsseldorf
  • vision:teilen

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