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Nur einer von mehreren Räumen, die voller Spenden waren: (v.l.) Benedikt Schmitz, Oliver Ongaro und Patrick Schiffer sortieren die Hilfe für Calais.

Düsseldorf Calais: Vier Tonnen Lebensmittel und Hilfsgüter für die Vergessenen an der Kanalküste

Viele Hände wurden gebraucht. Das Verladen dauerte mehrere Stunden. Doch nun sind mehr als vier Tonnen Lebensmittel, Planen, Zelte, Schlafsäcke, Handys, Powerbanks und vieles mehr sicher verstaut. Benedikt „Benne“ Schmitz will sich am Samstag (24.4.) gemeinsam mit mehreren Helfern auf den Weg nach Calais machen. Gemeinsam mit Patrick Schiffer von „Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf“ und Oliver Ongaro von „Stay“ staunt Schmitz, was ein Hilferuf-Post in Social Media bewirkt: „Ich bin immer noch ganz überwältigt und stolz auf alle, die uns unterstützen.“

Not vor der Haustür

Quasi vor der Düsseldorfer Haustür, vier Autostunden entfernt, am Kanalufer von Calais bis Dünnkirchen, hoffen rund 1500 Geflüchtete aus Afghanistan, West-Afrika, Iran, Irak und Syrien darauf, irgendwie nach Großbritannien übersetzen zu können. Dort haben sie zum Teil Familie. Dort sprechen die Menschen ihre Sprache – Englisch. Und es gibt Netzwerke, über die sich Wohnungen, Jobs und neue Freunde finden. All das macht Großbritannien so attraktiv. Für diese Geflüchteten ist die Hilfslieferung aus Düsseldorf bestimmt.

Neuer Dschungel unerwünscht

„Frankreich will nicht erneut einen Dschungel haben in Calais“, schildert Benne Schmitz die unmenschliche Lage an der kalten, ungemütlichen Atlantikküste. Der „Dschungel“ war 2016 ein Flüchtlingscamp an der Küste, in dem bis zu 9000 Menschen lebten und das im Oktober 2016 von starken Polizeikräften schließlich geräumt wurde.

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Die Spenden aus ganz Deutschland füllten Keller und Lager. Hand für Hand wurde am Donnerstag verladen

Die Betroffenen aber sind noch da. Die da auf eine Kanalpassage hoffen, sind die Vergessenen einer misslungenen EU-Flüchtlingspolitik, in der jeder Staat sich selbst der nächste ist. Sobald ein paar Zelte zusammenstehen, schickt die Präfektur die kasernierte Polizei CAS los. „Sie zerschneiden die Zelte, die Planen und die Ladekabel der Handys“, hat Schmitz in Calais beobachtet. Persönliche Gegenstände werden mit den Trümmern verbrannt, die Geflüchteten scharf kontrolliert, manchmal geschlagen und fortgejagt.

Hilfslieferungen aus Großbritannien bleiben aus

„Wegen des Brexits und der Pandemie sind seit dem Jahreswechsel alle Hilfslieferungen aus Großbritannien ausgefallen“, berichtet Benne, der sagt: „Meine Mutter ist aus Liverpool, ich bin zur Hälfte Engländer.“ Also riefen er und die Düsseldorfer Flüchtlingsorganisationen dazu auf, Lebensmittelpakete zu packen. Dosen, die ohne Dosenöffner zu öffnen sind. Haltbare Lebensmittel. Mehl. Die Liste dessen, was gepackt werden sollte war sehr genau und detailliert (report-D berichtete).

Gebündelte Hilfe

Und dann staunten Ongaro, Schiffer und Schmitz. Aus Mannheim, Bielefeld und dem Sauerland meldeten sich Unterstützer. „Die fuhren hier mit voll bepackten VW-Bussen vor“, berichtet Ongaro. In Brilon sammelte und packte ein ganzer Pfadfinderstamm. Eigentlich sollte ein Kleintransporter auf die Reise nach Calais geschickt werden. Doch schon bald war klar, wir brauchen einen 7,5 Tonner. Der soll am Samstag starten. Vor Ort werden lokale Helfer bei der Verteilung der Spenden mitmachen.

Weitere Hilfslieferung folgt

Benne Schmitz will erst am Montag zurückkommen; die anderen werden früher heimkehren. „Wir danken allen, die gespendet haben“, sagt Patrick Schiffer. Und hofft, dass weitere Sach- und Geldspenden eingehen. Denn parallel ist jemand bei der Metro Düsseldorf unterwegs gewesen und hat für gespendete 8500 Euro die unten stehenden Waren eingekauft. Nun wird der Transport auch dieser Waren organisiert. Benne Schmitz sagt: „Die Menschen dort brauche unsere Hilfe – jetzt. Sofort.“

Geldspenden

Da für den Hilfskonvoi Fahrzeuge und Benzin bezahlt werden müssen, sind Geldspenden erbeten. Sollte Geld übrig sein, werden noch Produkte wie Unterwäsche und Socken dazu gekauft.
Das Spendenkonto von „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf e.V.“ IBAN DE 48 3005 0110 1007 7908 41, Verwendungszweck „Spende Calais“. Ab 200 Euro kann eine Spendenquittung ausgestellt werden, dazu bitte Mailadresse oder Name und Adresse im Verwendungszweck angeben.

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