Düsseldorf Aktuelles

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Mit Fahnen, Licht und digitalen Aktionen soll am Mittwoch für das Thema "Gewalt gegen Frauen" sensibilisiert werden

Düsseldorf: Der 25. November ist der Tag gegen Gewalt an Frauen

Weltweit wird am 25. November der Tag gegen Gewalt an Frauen begangen und es ist zu befürchten, dass dies auch noch lange notwendig ist. Man muss aber nicht in andere Länder blicken: In Deutschland wird statistisch gesehen alle 45 Minuten eine Frau Opfer von vollendeter oder versuchter gefährlicher Körperverletzung durch den Partner. Das Gleichstellungsbüro, die Frauenberatungsstelle und viele weitere Organisationen nutzen den Mittwoch, um mit Aktionen für das Thema zu sensibilisieren.

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Mit roten Mützen signalisierten die Mitarbeiterinnen des Gleichstellungsbüros in der Vorjahren ihre Forderung

Gewalt gegen Frauen geht oft vom Partner aus

Die Vereinten Nationen haben 1999 den Gedenktag für Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen. Seitdem gibt es am 25. November Aktionen und Aufrufe zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen. In diesem Jahr schränkt Corona die Veranstaltungen ein, doch trotzdem gibt es viele kreative Ideen, um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Dabei gilt es neben dem Blick auf Gewalt gegen Frauen im Ausland, auch die Zahlen in Deutschland zu betrachten. Das Bundeskriminalamt gibt die Zahl der Opfer von Partnerschaftsgewalt im vergangenen Jahr mit 141.792 an. In über 50 Prozent der Fälle lebte das Opfer mit dem Täter im gleichen Haushalt. 301 Frauen wurden getötet.

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Kundgebungen und Demonstrationen sind in Coronazeiten schwierig, aber trotzdem wird es am Mittwoch um 16 Uhr eine Aktion auf dem Schadowplatz geben

Augen nicht verschließen

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, Elisabeth Wilfart betont: "Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist auch 2020 immer noch ein Thema, das der gemeinschaftlichen Bekämpfung bedarf. Es kann nicht hingenommen werden, dass jede dritte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen ist". Dabei fängt die Gewalt bereits bei verbalen Äußerungen und Beschimpfungen an. Mit den Aktionen am 25. November soll die Öffentlichkeit dazu aufgefordert werden, die Augen nicht vor der Gewalt zu verschließen und sich für die Bekämpfung von Gewalt und gegen Diskriminierung von Frauen und Mädchen einzusetzen.

Frauenberatungsstelle

In Düsseldorf gibt es bei der AWO, der Frauenberatungsstelle und den Frauenhäusern Anlaufstellen für Frauen. Eigentlich hatten die Organisationen für den 25. November gemeinsam mit der Zentralbibliothek eine Lesung geplant.

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Knapp 30 Minuten dauert die Lesung über die Biographie einer Frau

Nun gibt es mit der Überschrift "Anna spricht…" einen online Beitrag, bei dem eine fiktive Frauenbiographie vorgetragen wird. Interessierte können hier die Lesung verfolgen. Bei Etta Hallenga, Eva Inderfurth und dem Team der Frauenberatungsstelle Düsseldorf suchen jährlich knapp 3000 Frauen Rat oder Schutz. Der Kontakt entsteht telefonisch, als Gespräch oder durch die Vermittlung an die Interventionsstelle für häusliche Gewalt. Den Frauen wird absolute Vertraulichkeit zugesichert, sie können anonym bleiben, wenn sie dies wünschen. Telefonisch ist die Frauenberatungsstelle unter 0211 - 68 68 54 zu erreichen, allerdings nicht rund um die Uhr. Dafür gibt es in Deutschland seit 2013 das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ mit der Nummer 08000 116 016. Es ist ein kostenfreies, rund um die Uhr erreichbares, 18-sprachiges und anonymes Beratungsangebot. An verschiedenen städtischen Gebäuden, wie zum Beispiel am Rathaus, am Rathaus Benrath oder am Rathaus Kaiserswerth, werden am Mittwoch die Aktionsflaggen des bundesweiten Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" wehen.

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Das bundesweite Gewalttelefon ist 24/7 erreichbar

Je dritte Frau

Statistisch gesehen wird jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Mit der Aktion „jede 3. Frau“ hat das Gleichstellungsbüro eine Fotokampagne initiiert, um die Anzahl der Betroffenen zu visualisieren. In einer Straßenbahn der Rheinbahn, dem Eisstadion an der Brehmstraße und dem Zuschauerraum des Schauspielhauses wurde jeder dritte Platz mit einer Silhouette markiert. Damit soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie erschreckend viele Frauen von Gewalt betroffen sind. Betroffen sind Frauen aller gesellschaftlichen Schichten, jeden Alters und vieler Nationalitäten. Die Fotos der Aktion und ein Videobeitrag werden am 25. November auf der Facebook-Seite des Gleichstellungsbüros (www.facebook.com/gleichstellungdus/) veröffentlicht.

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Auf den Zuschauerrängen wird verdeutlicht: Jede dritte Frau wird statistisch gesehen Opfer von Gewalt, Foto: Stadt Düsseldorf, Wilfried Meyer

Gewalt in Zeiten von Corona

In Düsseldorf arbeiten das Gleichstellungsbüro, das Amt für Soziales und das Amt für Migration und Integration gemeinsam mit der Frauenberatungsstelle sowie den beiden Frauenhäusern daran, von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder zu unterstützen. Obwohl die offiziellen Zahlen des Landes keine Anstieg der Gewaltopfer während der Corona-Pandemie verzeichnen, gehen die Expertinnen der Frauenberatungsstelle von eine hohen Dunkelziffer aus. Bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr wurden Haus- und Kinderärztinnen und -ärzten als wichtige erste Ansprechpersonen für in häuslicher Isolation lebender Familien, durch ein Informationsschreiben für das Thema "Häusliche Gewalt" sensibilisiert.

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(v.l.) Melanie Horster und Susanne Kaufmann vom Gleichstellungsbüro bestückten die Plätze in einer Rheinbahn mit den Silhouetten, Foto: Stadt Düsseldorf, Wilfried Meyer

Wichtig ist, dass alle Düsseldorfer*innen besonders in der aktuellen Situation wachsam sind und nicht weghören, wenn Geräusche aus der Nachbarwohnung dringen, die möglicherweise auf Gewalt schließen lassen. "Wenn sich das Gefühl einstellt, man müsste was tun, ist das ein ernstzunehmendes Signal an sich selbst, tatsächlich aktiv zu werden. Ich appelliere besonders in der jetzigen Zeit an alle Düsseldorfer*innen: Seien Sie solidarisch!", fordert Elisabeth Wilfart.

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Auch die DGB-Frauen rufen zu einer Aktion auf, die auf der Facebookseite erreichbar ist, Foto: Screenshot Facebook

Oranges Licht als Zeichen der Solidarität

Verschiedene Gebäude in Düsseldorf, wie der Landtag, werden am Mittwochabend orange angestrahlt, um ein Zeichen der Solidarität mit den Frauen zu zeigen.

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