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Von links: Clara, Laura und Marius - leben in Gelsenkirchen und wurzeln in Düsseldorf Knittkuhl. Sie haben einen Apfelbaum auf der Hochzeitswiese am Hexhof.

Düsseldorf Knittkuhl: 337 Hochzeiten und mindestens ein Scheidungsfall – die Sache mit den Hochzeitsbäumen

Clara verdreht die Augen und ist ein wenig müde. Was ihre Eltern wohl auf dieser feuchten Wiese oberhalb von Düsseldorf suchen? Für jemanden, der erst sechs Monate auf der Welt ist, verhalten sich die Großen manchmal ziemlich merkwürdig. Laura und Marius, Claras Eltern, machen da keine Ausnahme. Für 300 Euro hat das junge Paar einen Apfelbaum gepflanzt, nahe dem Hexhof im Düsseldorfer Stadtteil Knittkuhl. Clara soll groß und stark werden. Während die Liebe ihrer Eltern immer weiter wächst – so wie der Apfelbaum. Das ist der Lebensplan. Gemeinsam sind sie Teil eines alten Hochzeitsbrauchs – den die Initiative Pro Düsseldorf gemeinsam mit dem Gartenamt der Stadt Düsseldorf seit 2006 pflegt.

Die Bilanz

330 Bäume wurden in den vergangenen 19 Jahren gepflanzt – hier am Knittkuhler Hexhof (50), am Winnenberg (112), am Rotthäuser Weg, im Rotthäuser Bachtal (30) und in den Urdenbacher Kämpe (40). Aktuell kommen sieben Symbiosen zwischen Hochzeitspaaren und Bäumen hinzu. Ingo Lentz, Kopf von Pro Düsseldorf, und Dr. Klaus Vorgang haben in all den Jahren schon eine Menge erlebt – mit den jungen Paaren und den jungen Bäumen. Zu diesem Termin wird Apfelsaft ausgeschenkt, der aus den Früchten der Urdenbacher Hochzeitsbäume stammt.

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Ingo Lentz (2.v.l.) und Dr. Klaus Vorgang (rechts daneben), bei der Feierstunde für die nächsten Hochzeitspaare mit eigenem Baum in Düsseldorf Knittkuhl.

Mindestens einen Scheidungsfall haben die Großväter der heutigen Fridays for Future (eigene Einschätzung) bereits bewältigt – eine Frau, die sich meldete und sagte, sie wolle wohl weiterhin für den Baum sorgen. Nur von ihrem Mann habe sie sich getrennt. Die Nirosta-Namenstafel am Baum wurde der veränderten Lebenssituation angepasst. Vor Jahren soll sogar schon mal ein Baum abgeholzt worden sein.

Die Hoffnung

Das soll die Ausnahme bleiben. So viel ist mal klar. Laura, Marius und die kleine Clara leben mittlerweile in Gelsenkirchen, wurzeln aber in Düsseldorf und haben sich fest vorgenommen, mindestens einmal im Jahr hier vorbeizuschauen. Ingo Lentz hat als ehemaliger Pressesprecher der Düsseldorfer Messe schon in so manche Abgründe geblickt. Darum ist es nicht selbstverständlich, wenn er sagt: „Dieser Hochzeitsbrauch symbolisiert die Hoffnung auf eine lange Ehe.“

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Vorn die glücklichen Paare nebst Anhang, dahinter die zugehörigen Apfel-und Birnbäume.

Aktuell warten noch sieben Bäumchen am Hexhof auf Paten. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Gartenamt sollen im nächsten Jahr 16 weitere Bäume gepflanzt werden – acht Apfel- und acht Birnenbäume. Bei guter Pflege hält dieses Glück 80 Jahre – und länger.

Wer Lust auf einen Platz auf der Streuobstwiese des Lebens hat, wendet sich an Pro Düsseldorf, www.pro-duesseldorf.de

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