Düsseldorf Aktuelles

D_Geisel_Jae_Eng_20180527

Geisel wünscht vom Presseamt, für mehr Bürgerbeteiligung zu sorgen. Hier ein Bild mit seiner bisherigen Kommunikationschefin Kerstin Jäckel-Engstfeld.

Düsseldorf: Presseamtsleiterin Kerstin Jäckel-Engstfeld kündigt ihren Job

Die Umstehenden erzählen von einem regelrechten Showdown im Foyer der Düsseldorfer Tonhalle: Kerstin Jäckel-Engstfeld, bislang Leiterin des Düsseldorfer Presseamtes, überreichte dort am Sonntag (27.5.) ihrem Chef Oberbürgermeister Thomas Geisel den Kündigungsbrief. Angeblich wollte Geisel die Kündigung nicht annehmen und bat um ein Gespräch. Doch Jäckel-Engstfeld kappte dem Vernehmen nach alle Verbindungen. Anschließend spielten Düsseldorfs Philharmoniker Mozarts Symphonie in g-Moll KV 183, ein munteres Jugendwerk von Wolfgang Amadeus.

„Die Funktion der Leitung des Amtes für Kommunikation lässt sich meines Erachtens nur ausfüllen, wenn es eine breite Vertrauensbasis, beidseitige Loyalität und Ehrlichkeit, ein kollegiales und faires Arbeitsumfeld und einen unbegrenzten Zugang zu allen Informationen gibt. Idealerweise kommen noch gemeinsame Ideale und überzeugende Projekte hinzu. All dies ist für mich leider nicht mehr gegeben. Daher habe ich mich zu dem Schritt entschlossen.“ Das notierte Kerstin Jäckel-Engstfeld auf ihrem persönlichen Facebook-Account. Telefonisch befragt, wollte sie keine darüber hinausgehenden  Angaben machen.

Konsterniert

Vermutlich zeitlich nachdem der Kündigungsbrief überreicht und ein konsternierter Thomas Geisel ins Konzert geschickt wurde, sendete das Presseamt Düsseldorf am Sonntag um 11.28 Uhr eine Jubelmeldung über die Neuordnung des Presseamtes Düsseldorf. Demnach geht eine Kommunikationschefin von dannen, die das Presseamt zukunftsfähig gemacht hat. Dem Hörensagen nach fühlten sich mehrere Mitarbeiter des Presseamtes von der eigenen Führung spätestens dadurch gefoult.

Enttäuscht

Und auch der Oberbürgermeister hatte sich mehrfach eine bessere Presse erhofft. Die weltweite Blamage Düsseldorfs im Zusammenhang mit der stümperhaften Absage der Max Stern/Nazi-Beutekunst-Ausstellung, die für Thomas Geisel offenbar niemals endende Tour de France Tretmühle und neuerdings der von DSCE-Chef Michael  Brill inszenierte Versuch, einen Weltstar wie Ed Sheeran auf einem Düsseldorf Messe-Parkplatz auftretend zu lassen, brachten jeweils Thomas Geisel ohne erkennbare Gegenwehr in die kommunikative Defensive.

Beratungsresistent

Daran war nicht immer Kerstin Jäckel-Engstfeld schuld. Da gibt es einen Kulturdezernenten Lohe, der entweder chaotisch-naiv bis unbeholfen ist oder gezielt als U-Boot für seine Partei, die CDU, Geisel torpediert. Beides wären Kündigungsgründe. Da gibt es Michael Brill, der sich einen Teufel schert um städtische Genehmigungsprozesse, Bäume, Lärm, Anwohner. Beide dürfen als beratungsresistent eingeschätzt werden, falls die Leiterin des Presseamtes strategische Bedenken äußert.
Hinzu kommen der Büro-Leiter des Oberbürgermeisters, Jochen Wirtz, mit durchaus eigener Agenda und Dieter Schneider-Bichel, der als Kommunikationsberater für heikle Themen im Hintergrund eher Ansprechpartner zu sein schien als Kerstin Jäckel-Engstfeld selbst. In dieser Gemengelage hat Jäckel-Engstfeld die Fallschirmgurte stramm gezogen und ist abgesprungen.

Auserwählt

Vermutlich stehen ein Nachfolger/Nachfolgerin längst bereit – was jetzt nur noch nicht gesagt werden darf, um das ordentliche Bewerbungs- und Ausschreibeverfahren nicht zur gefährden. Die/der Neue muss sich perfekt in Düsseldorf und all seinen politischen Abwasserkanälen, bei Parteien, Wirtschaft, Schützen, Karnevalisten, Kultur auskennen. Denn in knapp zwei Jahren möchte Geisel wiedergewählt werden. Es wird kein Unbekannter das Presseamt übernehmen.

Zurück zur Rubrik Aktuelles

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Aktuelles

D_FFAlter_24012020

Auf den ersten Blick ist Altersarmut ein gesellschaftliches Thema, an dem man nicht mehr vorbeikommt. Leider wird Altersarmut von Gruppierungen aufgegriffen, die unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit die Senioren benutzen, die Gesellschaft zu spalten und ihr rechtes Gedankengut zu verbreiten. „Fridays gegen Altersarmut“ wird in vielen Städten propagiert und auch in Düsseldorf wurde am Freitag (24.1.) zu zwei Mahnwachen aufgerufen. Abgehalten wurde nur eine, da die Anmelderin der zweiten Mahnwache sich nicht für rechte Zwecke instrumentalisieren lassen wollte.

D_Straßen_2_23012020

Rund 3.500 Straßen, Wege und Plätze gibt es in Düsseldorf, aber nicht alle sind nach Personen benannt, die nach der heutigen Auffassung einen Vorbildcharakter darstellen. Deshalb beschloss der Rat im März 2018 die Straßennamen durch einen wissenschaftlichen Beirat überprüfen zu lassen. Am Donnerstag (23.1.) wurden dem Kulturausschuss auf 300 Seiten die Ergebnisse der Überprüfung vorgestellt. Die Empfehlung: 12 Straßen sollen umbenannt werden, über 25 weitere kann diskutiert werden, bei allen anderen Namen bestehe kein Handlungsbedarf.

D_WZScreenshot_20200122

Der Giradet Verlag will die Düsseldorfer Lokalredaktion der Westdeutschen Zeitung, WZ, auf ein Minimum zurückfahren. Das erfuhren die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Mittwoch (22.1.) bei einer Betriebsversammlung. Wo bislang 15 Redakteure und zahlreiche freie Mitarbeiter die Düsseldorfer Nachrichten machen, sollen künftig nur noch ein bis zwei Journalisten tätig sein. Texte und Bilder sollen von einem anderen Verlag zugekauft werden. Dieses Modell ist in Düsseldorf nicht neu. Die Inhalte der Rheinischen Post füllen bereits seit Jahren die Druck- und Online-Seiten der NRZ Düsseldorf.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D