Düsseldorf Aktuelles

D_U79_16012019

Nach wüsten Beschimpfungen während einer Bahnfahrt erhebt ein Student über Facebook Rassismusvorwürfe gegen die Rheinbahn

Düsseldorf: Rassismusvorwürfe gegen die Rheinbahn

Die Schilderung eines jungen Mannes einer U-Bahnfahrt auf Facebook sorgt für Aufregung, da er sich von der Rheinbahn rassistisch diskriminiert sieht. Entstanden ist der Vorwurf nach einem Vorfall in der U79 am Montagabend (14.1.). Nach verbalen Attacken einer Frau gegen den jungen Mann, habe die hinzugerufene Rheinbahnfahrerin ihn nicht als Opfer in Schutz genommen, lautet der über Facebook verbreitete Vorwurf.

Die Fahrer der Rheinbahn werden regelmäßig in Schulungen trainiert in kritische Situationen mit Fahrgästen deeskalierend zu wirken, denn sie haben das Hausrecht in den Bussen und Bahnen und können auch die Mitnahme von Fahrgästen verweigern, erklärt die Rheinbahn. Was nun konkret während der U-Bahnfahrt am Montagabend vorgefallen ist, konnte bisher noch nicht von Zeugen bestätigt werden.

Denn was der junge Mann der Fahrerin als unprofessionelles Verhalten vorwirft, sei ein konsequentes Vorgehen gewesen, erläuterte die Fahrerin auf Nachfrage. Sie selbst sei polnischer Abstammung und kenne Diskriminierung. In der Situation in der Bahn sei sie auf den Konflikt zwischen zwei Fahrgästen aufmerksam gemacht worden. Auch als sie schon neben den Kontrahenten stand, wiederholte die 56-jährige Frau ihre Beschimpfungen gegen den jungen Mann. Den Ausspruch „Sie frauenverachtender Araber, Sie sind Mitglied eines Netzes, was sich seit drei Jahren stalkt“ hörte die Fahrerin und kam – wie auch der junge Mann - zu dem Schluss, dass die Frau offenbar verwirrt war und für ein Gespräch nicht zugänglich.

Also deeskalierte die Fahrerin, indem sie den jungen Mann bat, sie in den vorderen Teil der Bahn zu begleiten. Damit beruhigte sich die Lage, sie informierte die Leitstelle, forderte eine Polizeistreife zur Haltestelle Alte Landstraße an und setzte sie Fahrt fort. Dass der Konflikt zwischen der verwirrten Frau und dem jungen Mann wieder aufflammte lag ihrer Schilderung nach daran, dass der Beschimpfte sich erneut auf seinen Sitzplatz in der Nähe der Frau begab und nicht, wie von der Fahrerin erbeten, auf Abstand blieb. Die Polizei holte an der Haltestelle Alte Landstraße die Unruhestifterin aus der Bahn und nahm die Personalien auf. Die 56-Jährige Wohnungslose hat offenbar psychische Probleme und war in der Bahn bereits auffällig geworden bevor der junge Mann zustieg.

Ob die angefachte Diskussion über Rassismus in diesem Fall gerechtfertigt ist, wird seitens der Rheinbahn bestritten. Die erfahrene Fahrerin habe deeskalierend gewirkt, die Polizei gerufen und alles richtig gemacht, betonte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Auch die Pressestelle der Polizei bewertet den Fall als nicht gravierend. Die Situation habe sich offenbar zwischen den betroffenen Personen hochgeschaukelt habe. Es wurde eine Anzeige gegen die 56-jährige Schimpferin aufgenommen.

Zurück zur Rubrik Aktuelles

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Aktuelles

D_scherbenfrei_21022019

In die Düsseldorfer Altstadt dürfen an den Karnevalstage keine Glasflaschen mitgebracht werden. Seit 2011 setzt die Stadt das Glasverbot erfolgreich durch. Seitdem sind die Unfälle mit Schnittverletzungen durch Glasscherben deutlich zurückgegangen. Am Donnerstag stellten Ordnungsdezernent Christian Zaum und Künstler Jacques Tilly das neue Plakat zur Kampagne „scherbenfreie Altstadt“ vor.

D_OSD_totale_21022019

Das Verhältnis zwischen den Obdachlosen in Düsseldorf und den Mitarbeitern des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) ist konfliktreich. Denn das Verständnis der OSD als „Dienstleister, um rat- oder hilfesuchenden Bürgerinnen und Bürgern möglichst schnell und unbürokratisch zur Seite zu stehen“ erleben die Menschen mit Lebensmittelpunkt Straße selten. Oft eskalieren Situationen und die Streetworker der Obdachlosenzeitung fitftyfifty werfen dem OSD vor, Regeln falsch auszulegen. Am Donnerstag (21.2.) protestierten Betroffene und Unterstützer gemeinsam gegen die – ihrer Meinung nach Willkür – der OSD-Mitarbeiter.

gericht_01032018_pixabay

Ein Autofahrer muss kein Lösegeld an denjenigen zahlen, der ihm das Auto gestohlen hat. Auch die Versicherung ist davon befreit. Zu diesem Urteil ist das Landgericht Düsseldorf gekommen (AZ: 9 O 115/15).

Düsseldorf, Helau!

Karnevalssession 2018/19

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D