Düsseldorf Aktuelles

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26 Jahre unter Diktator Lukaschenke sind genug, finden die Demonstranten in Düsseldorf auf dem Marktplatz

Düsseldorf: Und sie demonstrieren weiter – seit August 2020 Widerstand gegen Lukaschenko

Woche für Woche, abwechselnd in Köln und in Düsseldorf, gehen Menschen auf die Straße, um Solidarität mit Belarus zu zeigen. Diktator Lukaschenko hat sich bei den Wahlen am 9. August 2020 zum Sieger erklärt und damit heftigen Widerstand in der Bevölkerung erzeugt. Die Belarusen wollen sich dem Diktator und der Staatsgewalt nicht länger unterordnen. Sie fordern Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte. Das war auch das Zeichen, das die Demonstranten am Samstag (23.1.) auf dem Düsseldorfer Marktplatz setzten.

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Regelmäßig alle zwei Wochen demonstrieren die Aktivisten in Düsseldorf

Solidarität mit Belarus

Das Ziel der Aktivisten in Deutschland ist es, die Menschen auf die Zustände in Belarus aufmerksam zu machen, damit die Belarusen zumindest moralisch bei ihrem Freiheitskampf unterstützt werden. Während in Düsseldorf zur gleichen Zeit Querdenker und Corona-Rebellen durch die Stadt ziehen und sich über eine Diktatur in Deutschland beklagen, spüren die Menschen in Belarus täglich, was es wirklich heißt ins einer Diktatur zu leben. Denn Diktator Lukaschenko ist seit 26 Jahren im Amt. Freie Meinungsäußerung oder Pressefreiheit gibt es nicht, Demonstrationen werden brutal beendet und Teilnehmer festgenommen. Dabei sitzen die Festgenommenen lange in Haft ohne überhaupt zu erfahren, was ihnen vorgeworfen wird. Beschwerden dagegen beleiben unbeantwortet und Akten bleiben lange unbearbeitet.

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Die Bilder von Ihar Losik wurden auf vielen Plakaten gezeigt

Aktivist im Hungerstreik

Ein Beispiel dafür ist der Aktivist und Blogger Ihar Losik. Der 28-Jährige wurde am 25. Juni verhaftet, weil er sich für Presse und Meinungsfreiheit eingesetzt hat. Niemand darf ihn in der Haft besuchen, auch nicht seine kleine Tochter. Aus Protest ist er seit dem 15. Dezember 2020, seit 40 Tagen, im Hungerstreik. Die Demonstranten auf dem Düsseldorfer Marktplatz zeigen Bilder von ihm. Elisabeth Chigrin, eine der Organisatorinnen der Kundgebung ist in großer Sorge, da es dem Aktivisten gesundheitlich immer schlechter geht.

Festnahmen und Verletzung der Menschenrechte

Über 25.800 Menschen sind seit Beginn der Proteste durch die belarusischen Sicherheitsorgane entführt worden, erklären die Organisatoren der Kundgebungen. Die Demonstranten werden wahllos gegriffen, in Fahrzeuge gestoßen und misshandelt. Dabei wird keine Rücksicht auf Alter, Geschlecht oder Status als Mediziner oder Journalist genommen. Mehrere Menschen sind durch die Festnahme oder in der anschließenden Haft ums Leben gekommen. Da kein Platz in den Gefängnissen ist, werden die Verhafteten in überfüllte Zellen gepfercht oder in Höfen bewacht. Es kann mehrere Wochen dauern, bis sie wieder freigelassen werden. Mittlerweile haben die Menschen ihre Taktik verändert. Sie demonstrieren nicht mehr in großen Gruppen, sondern immer nur mit wenigen Teilnehmern und verteilt in den Städten. Doch auch bei Temperaturen um -25 Grad in Minsk wird der Widerstand aufrecht gehalten.

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Mit der gemeinsamen Aktion soll die Öffentlichkeit über die Situation in Belarus informiert werden um so Druck auf die Verantwortlichen auszuüben, Logo: 100xSolidarität

Aktion „100xSolidarität“

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) haben gemeinsam mit der belarussischen Menschenrechtsorganisation Vjasna (Frühling) – die Aktion 100xSolidarität ins Leben gerufen. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland, wie Wolfgang Niedecken, Herman Gröhe, Rita Süssmuth, Anne-Sophie Mutter oder Bodo Ramelow fordern die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen in Belarus. Sie rufen zu Solidarität mit allen Menschen in Belarus auf und unterstützen deren Ziele für die Einhaltung der Menschenrechte, freie und faire Wahlen, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die Aktion heißt „100xSolidarität“ und die deutschen Vertreter haben Patenschaften für politische Gefangene übernommen.

Hier geht es zu weiteren Informationen zum Solidaritätsprogramm und wie jeder helfen kann.

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