Düsseldorf Aktuelles

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Dass der Radschläger schon Grünspan angesetzt hat, ist das geringste Problem am Technischen Rathaus: Es entspricht nicht den neuen Anforderungen an ein ökologisches, ökönomischen und soziales Gebäude

Düsseldorf Verwaltung 2027: Laptop-Beamte ohne eigenen Schreibtisch

Die vier Gebäude des Technischen Rathauses Auf'm Hennekamp und an der Brinkmannstraße sind in die Jahre gekommen. Sie müssten aufwendig saniert werden und selbst dann entsprächen sie nicht den Anforderungen einer modernen, leistungsstarken und offenen Verwaltung, betonen Oberbürgermeister Thomas Geisel und Stadtkämmerin Dorothée Schneider. Daher hat der Rat bereits grünes Licht gegeben einen Neubau zu planen. Die Vorlage wird im Oktober durch die verschiedenen Ausschüsse gehen. Der Rat soll in seiner Novembersitzung über den neuen Standort entscheiden. Zur Auswahl stehen das Gelände an der Moskauer Straße, auf dem sich aktuell noch eine Flüchtlingsunterkunft befindet, oder das Grundstück Auf'm Tetelberg längs des Südrings.

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Die Sanierung des alten TVG ist nicht sinnvoll, deshalb ist ein Neubau angedacht

"Nicht territoriales Arbeiten"

Platz für rund 2000 Mitarbeiter soll das neue Technische Verwaltungsgebäude (TVG) bieten und sich von den herkömmlichen Bürogebäuden unterscheiden. Mit dem Umzug wird sich für die Mitarbeiter nicht nur der Standort ändern. Es ist ein mehrdimensionaler Veränderungsprozess geplant, der sich auf auf die Arbeitsweisen und Abläufe bezieht. Zukunftsorientiert wird sich die Verwaltung aufstellen, neue Arbeitsmodelle einführen, die Digitalisierung vorantreiben und den BürgerInnen optimalen Service bieten.

Deshalb werden nach der Entscheidung über den Standort und dem für Ende 2020 geplanten Architekten- und Ingenieurswettbewerb schon jetzt die Mitarbeiter einbezogen, um sie auf die neuen Arbeitsweisen vorzubereiten. Michel Weijers von der Firma C2CExpolab ist von der Stadt beauftragt, den Prozess zu begleiten. Sein Team hat bereits erfolgreich den Neubau des Rathauses in Venlo realisiert, das als Vorbild für ökologische, recycelbare und klimaneutrale Bauart gilt.

Neubau mit Kita

Die MitarbeiterInnen haben dort keine individuellen Arbeitsplätze mehr, sondern sind weitgehend mit mobilen Computern ausgestattet und wählen ihren Schreibtisch nach den aktuellen Anforderungen. Verschiedene Bereiche sind für die unterschiedlichen Arbeiten eingerichtet und werden flexibel von allen genutzt. Wer in eine Besprechung oder zu einem Termin geht, räumt seinen Platz und sucht sich nach Beendigung den nächsten freien Platz. Die Arbeit soll ergebnisorientiert erfolgen und nicht auf reine Anwesenheit ausgerichtet sein. Dabei ist auch Heimarbeit möglich. Die MitarbeiterInnen erhalten mehr Freiraum, was Umdenken und Vertrauen bei ihnen und bei den Vorgesetzten erfordert. Michel Weijers wird deshalb frühzeitig beginnen, die „nicht territoriale“ Arbeitsweise und den damit verbundenen Mehrwert mit den Beschäftigten zu vorzubereiten. Zu den neuen attraktiven Arbeitsbedingungen wird auch die Einrichtung einer Betriebskindertagesstätte mit sechs Gruppen gehören. Mit dem Umzug will die Verwaltung endgültig auf papierlose Akten, E-Akte, umstellen. Akten mit Aufbewahrungsfristen sollen in einem zentralen Aktendepot gelagert werden, dass auch außerhalb liegen könnte.

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(v.l.) Michel Weijers, Thomas Geisel und Dorothée Schneider zeigen erste Ideen für das neue Technische Rathaus

"Der Auftrag des Rates stellt eine große Herausforderung und Chance dar, einen ökologisch und ökonomisch anspruchsvollen Neubau für rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planen und umsetzen zu können. Wir planen ein modernes, bürger- und mitarbeiterfreundliches Gebäude in zentraler Lage der Landeshauptstadt. Wir haben neue Büroraumkonzepte und Arbeitsmodelle, die mit dem Neubau realisiert werden und sich positiv für Bürger und Beschäftigte auswirken", erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Die Verwaltung hat eine Vorlage erarbeitet, in der zwei mögliche Standorte für den Neubau analysiert werden, ein Realisierungskonzept und ein Nachnutzungskonzept enthalten sind. Favorisiert wird darin der Standort Moskauer Straße 23, der gegenüber dem Grundstück Auf'm Tetelberg deutlich zentraler liegt. Beide Grundstücke befinden sich weitgehend in städtischem Besitz. Während eine Machbarkeitsstudie für den Tetelberg eher eine flachere Campusbauweise mit mehreren Gebäuden sieht, wäre an der Moskauer Straße ein Hochhaus möglich.

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Zwischen deutlich höheren Häusern steht an der Moskauer Straße noch eine Unterkunft für Geflüchtete, sie soll bald abgebaut werden.

"Der Neubau selbst soll neben den funktionalen Anforderungen auch besondere Ansprüche an die Architektur, die städtebauliche Einbindung sowie Ziele der Nachhaltigkeit erfüllen. Hier wird auf Qualität gesetzt", erklärte Stadtkämmerin Dorothée Schneider. Daher wird ein Realisierungskonzept für das neue TVG vorgeschlagen, in dem die Erfahrungen und Kompetenzen der Verwaltung und des städtischen Tochterunternehmens Immobilien Projekt Management GmbH (IPM) gebündelt werden. Die Leitung der kommenden Projektphasen mit Wettbewerb, Planung und Umsetzung soll federführend von der IPM übernommen werden.

Zeitplan und Kosten

Ende 2020 soll der Architekten- und Ingenieurswettbewerb ausgelobt werden, mit dessen Ergebnissen Ende 2021 gerechnet wird. Der Zeitplan sieht den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss des Vorhaben Ende 2023, so dass dann die Bauzeit von zwei bis drei Jahren starten kann. Erste Berechnungen sehen die Baukosten bei über 250 Millionen Euro.

Eine Sanierung des alten Technischen Rathauses läge bei 90 Millionen Euro, wobei dabei noch nicht die erforderliche Modernisierung der Arbeitsprozesse und der Aufwand durch Umzüge und Zwischennutzungen beinhaltet sind. Der Altstandort Auf’m Hennekamp/Brinckmannstraße könnte als Gebiet für Büro- und Wohnbauflächen neu genutzt werden. Der Vermarktungswert wird auf 30 bis 40 Millionen Euro geschätzt und könnte einen Anteil zur Neubaufinanzierung leisten.

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