Düsseldorf Aktuelles

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Thomas Geisel und Norbert Wesseler sprachen auch mahnende Worte

Düsseldorf gedenkt des 73. Jahrestags des Kriegsendes

Sie liegt versteckt zwischen den Wohnhäusern im Färberviertel: Die Gedenkstätte an der Anton-Betz-Straße. Die Mauer mit der Aufschrift "Richtstätte vom 16. April 1945" und die Gedenktafel für die Teilnehmer des „Weges der Befreiung“ waren am Montag (16.4.) mit Blumen und Kränzen geschmückt. Oberbürgermeister Thomas Geisel, Polizeipräsident Norbert Wesseler und zahlreiche Düsseldorfer gedachten am Nachmittag des 73. Jahrestags des Kriegsendes und der Männer der „Aktion Rheinland“, die für eine kampflose Übernahme der Stadt durch die Amerikaner ihr Leben gelassen haben.

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(v.l.) Michael Dybowski, Klaudia Zepuntke und Angehörige von Theodor Andresen bei der Gedenkfeier

Gedenktag

Jeanne Andresen, Enkeltochter von Theodor Andresen, war mit ihrem Sohn zur Gedenkstätte gekommen. Ihr Vater, Dieter Andresen, war im September 2016 gestorben. Er hatte damals als Vierjähriger den Tag erlebt, als sein Vater am 16. April 1945 das Haus verließ, um sich gegen die Nazis zu stellen. Das Vermächtnis ihres Großvaters und Vaters führt Jeanne Andresen, Mit-Initiatorin des „Aktion Rheinland“ Musikprojekts, fort. Die Anwesenden gedachten auch Klaus Dönecke, der im Juli des vergangenen Jahres verstorben war. Als Gründer des Vereins „Geschichte am Jürgensplatz“ dokumentierte er die traurige Rolle der Düsseldorfer Polizei im Dritten Reich. Seine Nachfolge im Verein übernahm der ehemalige Polizeipräsident Michael Dybowski, der ebenso an der Gedenkveranstaltung teilnahm, wie zahlreiche Vertreter der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

In ihren Reden mahnten Thomas Geisel und Norbert Wesseler, denn die Stimmen der Menschen die ihre rassistische und fremdenfeindliche Gesinnung offen bekennen, werden wieder lauter.

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Der Gedenkstein mit den Namen der Männer der "Aktion Rheinland"

Film Razzia 1944

Am Dienstag, 17. April, wird um 19 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte der im Gedenken an die Opfer der Razzia von Rotterdam und Schiedam und ihre Deportation ins Deutsche Reich gedrehte 45-minütigen Dokumentarfilm des niederländischen Regisseurs Tonko Dop "Razzia 1944" gezeigt. Im November 1944 wurden 52.000 bis 54.000 niederländische Männer zwischen 17 und 40 Jahren zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich – auch nach Düsseldorf verschleppt.

Widerstandsgruppe "Aktion Rheinland"

Aloys Odenthal, August Wiedenhofen, Franz Jürgens, Theodor Andresen, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill war im März 1945 klar, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Sie wollten Düsseldorf vor der endgültigen Zerstörung retten und schmiedeten daher einen Plan, wie die Amerikaner zu einer kampflosen Übernahme der Stadt bewegt werden konnten. Mit Unterstützung des Kommandeurs der Düsseldorfer Schutzpolizei, Franz Jürgens, sperrten sie den Polizeipräsidenten August Korreng ein und statteten Aloys Odenthal und Dr. August Wiedenhofen mit Passierscheinen aus, so dass sie durch die Linien zu den Amerikanern gelangen konnten. Ziel war, mit ihnen über die kampflose Übergabe der Stadt zu verhandeln.

Doch der Plan gelang nur zum Teil. Regimetreue Polizeibeamte nahmen Franz Jürgens, Theodor Andresen, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill fest und stellten sie vor ein Standgericht. Noch in der Nacht zum 17. April 1945 wurden sie wegen Hoch- und Kriegsverrat erschossen. Odenthal und Wiedenhofen gelang es in der Zwischenzeit, die Alliierten zum kampflosen Einmarsch in Düsseldorf zu bewegen. Düsseldorf wurde am 17. April 1945 von den Amerikanern befreit.

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