Düsseldorf Aktuelles

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Vom Gertrudisplatz aus zogen mehr als 1.200 Menschen gegen rechtsradikale Umtriebe im Stadtteil durch die Straßen.

Düsseldorf gegen Rechtsradikale: Mehr als 1.200 Menschen protestieren in Eller

Eine Demonstration von rund 1.200 Bürgern hat am Samstag (9.2.) der „Bruderschaft Deutschland“ in Düsseldorf Eller ein deutliches Stopp-Signal gesetzt. Die sich aus dem ultrarechten Hooligan-Milieu und Rockern rekrutierende Gruppe war zuvor mehrfach in einheitlicher, schwarzer Kleidung durch Düsseldorf Eller gelaufen. Sie behauptet in einem Facebook-Post, Bürger gegen Angriffe von Flüchtlingen zu verteidigen. Während sich in Eller Düsseldorf stellt sich quer, die Antifa, SPD, Grüne, die Linke und DKP, Stadtteilpolitiker, zahlreiche Gewerkschaften, die Flüchtlingsinitiative „Stay“, die Düsseldorfer Bezirksschülervertretung, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, der Motorradclub „Kuhle Wampe“, „Omas gegen rechts“ und zahlreiche Anwohner zeigten, wich die „Bruderschaft“ mit 20 Personen nach Polizeiangaben nach Düsseldorf Benrath aus. Dort hatte eine Bürgerin die Polizei zur Hilfe gerufen, weil sich kurz nach 14 Uhr dunkle, einheitlich gekleidete Gestalten auf dem Parkplatz des Benrather Freibades zusammenrotteten. Die Polizei kontrollierte nach Auskunft der Leitstelle die Gruppe und nahm vereinzelt Personalien auf.

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Klare Position gegen Stammtischhetzer und rechte Schläger.

Auf dem Gertrudisplatz begrüßte die SPD-Vorsitzende von Eller, Astrid Bönemann, die Teilnehmer der Demo. Rasch kamen deutlich mehr Menschen als erwartet. Am 5. Februar hatte sich nach den martialischen Spaziergängen das partei- und vereinsübergreifende Bündnis „Eller tolerant und weltoffen“ gegründet, um gegen rechtsradikale Umtriebe im Stadtteil vorzugehen. Oberbürgermeister Thomas Geisel machte in einem Grußwort vor der Demo klar, dass für Ausgrenzung und Fremdenhass kein Platz ist in Düsseldorf. Zwei Vertreterinnen der Bezirksschülervertretung wiesen auf den Fremdenhass im Düsseldorfer Schulalltag hin.

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Die älteren Menschen in Düsseldorf Eller wissen, wohin es führt, wenn man Rechtsradikale gewähren lässt.

Anschließend trotzte eine beeindruckend lange und laute Demonstration quer durch Eller dem Wind und dem Regen. Am S-Bahnhof Eller-Süd gab es eine Zwischenkundgebung. Dort hatte die „Bruderschaft“ vor einiger Zeit ein Gruppenfoto gemacht. Die Kundgebung gegen die Rechtsradikalen begleiteten am Samstag zahlreiche Passanten spontan. Auch nahmen deutlich mehr Menschen als sonst üblich Informationsmaterial zu den rechtsextremen Umtrieben in Eller an.

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Oberbürgermeister Thomas Geisel sprach ein Grußwort.

Erfahrene Demo-Beobachter wunderten sich über den überaus entspannten Polizeieinsatz. Mittlerweile werden linke Demonstrationen in NRW von Einsatzhundertschaften begleitet. Dies war am Samstag in Düsseldorf Eller nicht der Fall. Am Rande des Kundgebungswegs versuchten Menschen, die am vorherigen Samstag bei den Patrioten NRW vor der Staatskanzlei zum Teil auch als Redner auftraten, sich einen Eindruck vom Umfang des Gegenprotestes zu machen. Während die Patrioten nur eine Dutzend Gefolgsleute zusammenbrachten, war das Bündnis in Eller breit und zahlenmäßig deutlich stärker als selbst von den Organisatoren erwartet. Am Wetter kann‘s nicht gelegen haben, das war an beiden Tagen schlecht.

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Düsseldorf Eller wehrt sich mit allen Generationen gegen Hass und Hetze.

Es soll nicht bei dieser einen Demo bleiben: Mit zahlreichen Aktionen wollen die Elleraner wachsam bleiben gegen Hetze und Hass von rechts. Die Bezirksvertretung 8 hat einen überparteilichen Appell an alle Wirte des Stadtteils beschlossen, der Bruderschaft keine Räume für Versammlungen zu vermieten.

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Zwischenkundgebung am S-Bahnhof Düsseldorf Eller-Süd.

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