Düsseldorf Aktuelles

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Absolut unterirdisch: Auf rund 2000 Metern Länge hat Düsseldorf vor 25 Jahren seine Uferstraße vergraben und rückte an den Rhein. Foto: Andreas Meyer-Falcke

Düsseldorf guckt in die Röhre: 70.000 kommen zum großen Tunnelfest

Der Strom, die Stadt – und keine Straße mehr, die sich dazwischen drängt. 25 Jahre Rheinufertunnel. Das feierten am Sonntag (19.5.) rund 70.000 Besucher – so zählte die Stadt selbst. An den Tunneleingängen stauten sich Neugierige anstelle der Autos. Denn zum Feiertag wollten sie alle in die Röhre gucken und selbige durchwandern. 20.000 schafften es, reinzukommen. Der Rheinufertunnel war gesperrt und hatte sich mit blauem Licht echt fein gemacht.

Impressionen des großen Tunnelfestes - in der report-D-Bildergalerie

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Oberbürgermeister Thomas Geisel war mit einer seiner Töchter unterwegs auf dem Tunnelfest.

„Wir feiern 25 Jahre Rheinufertunnel. Dieser Tunnel ist nicht irgendein Bauwerk, sondern hat als Alleinstellungsmerkmal, dass er mit das schönste Bauwerk der Stadt ist, das man trotzdem nicht sieht. Mit der Eröffnung des Rheinufertunnels vor 25 Jahren ist ein neues Kapitel der Stadtgeschichte aufgeschlagen worden“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel zur Eröffnung der größten Untergrundparty Deutschlands. Der Mann hat ja so ein wenig die Tendenz zum schwäbischen „sigscht“ und „weischt“ – so natürlich auch im Angesicht von zwei mal 2000 Meter Tunnelstrecke. Die sei vor Baubeginn hochumstritten gewesen, heute aber betrage die Zustimmung zu dem Bauprojekt 100 Prozent. Daraus drehte der OB diesen Strick: „Das lehrt uns, dass es manchmal auch strittige Entscheidungen braucht, um eine gute Stadtentwicklung auf den Weg zu bringen.“

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70.000 Besucher kamen, 20.000 durchwanderten den zu diesem Zweck gesperrten Tunnel. Sagt die Stadt.

Artig gratulierte NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper zum Tunneljubiläum. Seine Vorgänger hatten ordentlich Geld in Düsseldorf am Rhein vergraben. Richtig so: 28 verkehrsberuhigte Hektar wurden am Sonntag zur Feiermeile umfunktioniert. Es gab schlicht alles, was sonst die autofreie Flaniermeile mit Rheinblick füllt, auf einen Schlag: Frankreichfest und Oldtimer-Festival "Tour de Düsseldorf", mit Käse, Wein und rostfreier Ente, mon Dieu. Der Japan-Tag zeigte Cosplay-Charaktere.

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Am Düsseldorfer Rheinufer sagten sich Fuchs und Bart-Bär "Hallo" - für "Gute Nacht" war es noch viel zu früh.

Als Gruß von "Radaktiv - dem Düsseldorfer Fahrrad-Tag" standen am Unteren Rheinwerft Mini-Fahrräder für Kinder bereit. Spiel- und Sportbusse, die den Weltkindertag repräsentieren, lockten das jüngste Publikum. Der Verein Altstadt-Marketing wies mit "Bookinisten", Antiquare, die Leseschätze und Schnäppchen präsentieren, auf die beliebte Büchermeile hin, die alljährlich das Rheinufer bereichert. Ein Lese-Café lud zum Ausruhen und Schmökern ein.
Wer alles erleben, alles mitnehmen wollte, geriet echt in Stress.

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Überschlagsmäßig gerieten all jene beim Düsseldorfer Tunnelfest in Stress, die alles mitmachen wollten.

Auf dem Apolloplatz wurde Street Racket präsentiert, eine neue Fun-Sportart, die ohne große Hilfsmittel auskommt. Yoga mit "Sport im Park" zelebrierte das „Ommmm“ auf der Wiese in Höhe des Kunst im Tunnel (KiT). Das Beachvolleyballturnier auf dem Burgplatz wurde einverleibt. Beim Boule am Mannesmannufer ging es mit Stahlkugel dem Scheinchen, „cochonnet“, an den Kragen. Am Unteren Rheinwerft lockten (latein-)amerikanische Rhythmen zwischen Salsa und Swing, mit "Salsa Maxx" und der Tanzschule Dresen. Am Mannesmannufer bot der Tanzclub Düsseldorf unter anderem "Kidsdance". Es folgten Standard, die Boogie-Mafia, und Jost Budde, der für Tango-Rhythmen sorgte. Tanztrainer Roman Frieling forderte am Apolloplatz zu Disco-Fox und Co auf. Welch ein Tanz .

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So war's - vor 25 Jahren in Düsseldorf am Rhein.

Und damit ist die Geschichte von Musik und Kunst noch lange nicht zu Ende erzählt. 20 Straßenkünstler, Singer-Songwriter, Bands, Artisten und Bauchredner, unterhielten das Sonntagspublikum .Zwischen Schul- und Thomasstraße stand der Mann, dem alle anderen diesen Tag und vor allem diesen Tunnel zu verdanken haben. Tunnelbauer Erich Waaser – der immer noch mitreißend davon erzählt, wie das damals war, als Düsseldorf seiner Uferstraße unter die Erde brachte. Tunnelarchitekt Niklaus Fritschi war ebenfalls gekommen. Wir sagen „Merci!“ und fahren ab heute wieder ungerührt unterirdisch an der Düsseldorfer Altstadt vorbei.

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Ein Vier-Bein-Cabrio steuert auf die Oldtimer-Meile zu.

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