Düsseldorf Aktuelles

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„ʢSofHi“ soll so schnell wie möglich starten. Dafür setzten sich (v.l.) Almut Lomer (Vorständin frauenberatungsstelle düsseldorf), Luzia Kleene (Koordinatorin des Düsseldorfer Interventionsprojektes gegen Häusliche Gewalt), Silvia Röck (Leiterin des Internationalen AWO Frauenhauses), Marion Warden (AWO-Kreisgeschäftsführerin), Monika Weiss (Vorständin Frauen helfen Frauen e.V.) und Birgit Rossdeutscher (Geschäftsführerin Düsseldorfer Frauenhaus), Foto: Wolfgang Schmalz

Düsseldorf richtet Clearingstelle für von Gewalt betroffene Frauen ein: „ʢSofHi“

Frauenhausplätze sind in Düsseldorf rar. Es gibt zu wenige für die zahlreichen Frauen, die Gewalt erfahren und ein schützendes Umfeld suchen. Deshalb wird in Düsseldorf die Clearingstelle „ʢSofHi“ gegründet, die mit Soforthilfe den Frauen und ihren Kindern eine unbürokratische Anlaufstelle bietet. Das Düsseldorfer Frauenhaus, die frauenberatungsstelle düsseldorf und der AWO Kreisverband Düsseldorf haben am Dienstag (11.5.) den Kooperationsvertrag unterzeichnet, das Projekt gemeinsam zu starten.

Istanbul-Konvention

Vor zehn Jahren wurde die sogenannte Istanbul-Konvention (IK) unterzeichnet, in der sich auch Deutschland zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt verpflichtete. Ziel ist die Bekämpfung von allen Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, um die vollständige Gleichstellung der Geschlechter verwirklichen zu können. Gewalt gegen Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen und gleichzeitig gesellschaftliche Realität.

In Düsseldorf gibt es jährlich weit über 1.000 Anzeigen bei der Polizei zu häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Die Frauenberatungsstelle und die beiden Frauenhäusern suchen jährlich über 800 gewaltbetroffene Frauen auf, von denen sich nur ein Drittel an die Polizei wendet. Jeden dritten Tag wird in der Bundesrepublik eine Frau durch ihren aktuellen oder Ex-Partner getötet. Fast jeden Tag versucht ein Mann, seine (Ex-) Frau zu töten – zuletzt tötete ein Düsseldorfer im Dezember 2020 seine Frau.

Deutschland ratifizierte im Oktober 2017 die Konvention. Nun müssen konkrete Maßnahmen den Bereichen Prävention, Straf- und Rechtsverfolgung, Koordinierte Politik und Schutz der Betroffenen (Kostenfreies Hilfetelefon 24/7, Frauenhäuser, Krisenzentren für Opfer sexualisierter Gewalt, spezifische Unterstützungs- und Beratungsangebote…) umgesetzt werden.

Mehr Schutzräume für Frauen in Düsseldorf

Ein Artikel der Konvention legt fest, dass für Opfer von häuslicher Gewalt ausreichend und leicht zugängige Schutzunterkünfte bereitgestellt werden müssen. Als Richtwert soll es einen Familienplatz pro 10.000 Einwohner*innen geben. Das wären in Düsseldorf 65, aktuell gibt es in den Frauenhäusern aber nur 19.

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(v.l) Birgit Rossdeutscher (Geschäftsführerin Düsseldorfer Frauenhaus), Almut Lomer (Vorständin frauenberatungsstelle düsseldorf e.V.) und Marion Warden (Kreisgeschäftsführerin AWO Kreisverband Düsseldorf) unterzeichneten am Dienstag den Kooperationsvertrag für die Sofortaufnahme und Clearingstelle für gewaltbetroffene Frauen, Foto: Wolfgang Schmalz

Bereits seit 1997 arbeiten die drei Frauenunterstützungseinrichtungen in Düsseldorf eng zusammen und wollen nun mit ʢSofHi den Fehlbedarf beseitigen. Dabei geht es nicht darum mehr Plätzen in Frauenhäusern zu schaffen. Denn die Organisationen haben erkannt, dass es sinnvoll ist, vor dem Gang ins Frauenhaus eine Clearingstelle einzurichten, in der verschiedene Punkte abgeklärt werden können.

Soforthilfe

ʢSofHi steht für Sofort und Hilfe. Das bedeutet, dass Frauen und ihre Kinder jederzeit Aufnahme und Hilfe finden – rund um die Uhr und jederzeit mit professioneller Betreuung. Dabei können auch Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr mit aufgenommen werden, in den Frauenhäusern liegt die Altersgrenze bei 12 Jahren.
Bei der Aufnahme erfolgt sofort eine Gefährdungseinschätzung und eine entsprechende Sicherheitsplanung. Der Aufenthalt in der Clearingstelle ist für die Frauen und ihre Kinder kostenlos. Sie können maximal fünf Werktage bleiben. In dieser Zeit wird geklärt, welche Maßnahmen folgen. Das kann die Weiterleitung in ein Frauenhaus sein oder Alternativen werden entwickelt. Ziel ist die individuelle und passgenaue Vermittlung der Betroffenen.
Die Unterbringung on der Clearingstelle soll in einer barrierefreien Einrichtung in einzelnen Apartments erfolgen. Im Gegensatz zu den Frauenhäusern soll die Adresse offen kommuniziert werden, um als Anlaufstelle zu dienen. Entsprechend ist ein spezifisches Sicherheitskonzept erforderlich.

Wunsch schnell zu starten

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags haben das Düsseldorfer Frauenhaus, die frauenberatungsstelle düsseldorf und der AWO Kreisverband Düsseldorf nun den ersten Schritt zur Realisierung von ʢSofHi getan. In der nächsten Sitzung des Stadtrats geht es nun um die Zusage weiterer Fördermittel, um eine geeignete Immobilie zu finden. Diese sollte acht Apartments mit flexibler Raumaufteilung sowie Gemeinschafts-, Wirtschafts- und Büroräume enthalten. Die barrierefreien Räume sollen insgesamt ca. 700 Quadratmeter groß sein und in zentraler Lage mit gut erreichbar sein. Wichtig sind die geschützte Umgebung, ein unauffälliger Eingang und Sicherheitsvorkehrungen. Gerne würden die Kooperationspartner so schnell wie möglich starten.

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