Düsseldorf Aktuelles

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Das interreligiöse Spiel beim KDDM-Cup bescherte im Nachhinein Diskussionen

Düsseldorfer Muslime: Ein angeblicher Salafisten-Prediger beim KDDM-Fußballcup

Ein als Salafisten-Prediger bezeichneter Moslem aus Wuppertal hat beim diesjährigen Fußballturnier muslimischer Mannschaften im Team der Imame mitgespielt. Gegner des Freundschaftsspiels an Christi Himmelfahrt (10.5.) war eine Mannschaft, bestehend Vertretern beider christlicher Konfessionen. Als Schiedsrichter war Oberbürgermeister Thomas Geisel auf dem Platz. Ehrengast des Turniers auf der Anlage des VfL Benrath war der NRW-Integrationsminister Dr. Joachim Stamp, FDP.

Einen entsprechenden Bericht des WDR-Fernsehens (Aktuelle Stunde am Samstag, 16. Juni) bestätigte der Kreis der Düsseldorfer Muslime, KDDM. Der Mann sei bereits 2016 zur unerwünschten Person erklärt worden, habe sich aber dennoch eingeschlichen, teile der Vorstand mit. Seine kurzfristige handschriftliche Nachmeldung zum Spiel füllte er mit seinem bürgerlichen Namen aus, was den Organisatoren nicht auffiel. Für kommende Turniere würden Konsequenzen gezogen und die Abläufe geändert, um solche Fehler zu verhindern, kündigte der KDDM an.

Stamp vertraut dem KDDM

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sprach dem Kreis der Düsseldorfer Muslime am Montag (18.6.) sein Vertrauen aus. „Der KDDM hat mit dem Fußballturnier eine Veranstaltung durchgeführt, die seiner Grundhaltung entspricht, Toleranz und Vielfalt zu fördern“. Die Panne sei passiert, aber der KDDM habe sich deutlich gegen extremistische und salafistische Personen positioniert und nachvollziehbar versichert, nur mit Partnern zusammenzuarbeiten, die sich eindeutig zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. In der Pressemitteilung wird der KDDM für seine vielfältigen Maßnahmen und Projekte zur gelebten Integration gelobt. Misstrauen sei nicht angebracht und eine Skandalisierung einer eingeräumten Panne sollte vermieden werden, heißt es in der Erklärung.

KDDM mit klaren Regeln

Der Vorstand der KDDM betont, man genieße ein hohes Vertrauen in der Düsseldorfer Stadtgesellschaft. „Ein Vertrauen, das wir sehr schätzen und mit dem wir verantwortungsvoll umgehen. In aller Deutlichkeit möchten wir als KDDM festhalten, dass mit der erwähnten und unerwünschten Person keine institutionellen, personellen und ideellen Verbindungen bestehen.“

Der WDR bezog sich in seinem TV-Beitrag auf Hinweise von Sigrid Herrmann-Marschall, die als Islamismus-Expertin bezeichnet wurde. Zudem erläuterte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, was Salafisten sind, wie sie vorgehen und warum sie unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen. Konkrete Vorwürfe gegen den Muslim aus Wuppertal waren nicht Gegenstand des Interviews.

Kommentar: Zwietracht sähen

Eine gemeinsame Anzeige der jüdischen Gemeinde und des Kreises der Düsseldorfer Muslime hatte vor einigen Tagen deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Sie passte vor allem denen nicht in den Kram, die auf Ausgrenzung und Zwietracht setzen. Da kommt es interessierten konservativen Kreisen gerade recht, dass jemand das allzu harmonische Bild trübt, das von Düsseldorf ausgeht. Das Fatale ist: Da wird mit Dreck geworfen, in der Hoffnung, es werde schon etwas hängen bleiben. Operiert wird nicht mit Beweisen und nicht mit konkreten Vorwürfen, sondern mit Unterstellungen und einem Generalverdacht. Das ist weit entfernt davor, gerichtsfest zu sein. Aber es schürt aus Sicht der rechten Urheber die antimuslimische Stimmung.

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