Düsseldorf Aktuelles

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Sehen sich selbst als friedlichen Protest für Grundsetz und Corona-Lockerungen: Demoteilnehmer am Samstag auf der Königsallee.

Düsseldorfer Polizei lässt rund 250 Corona-Rebellen ohne Auflagen, Ordner und Anmelder ziehen

Unter dem Label von Corona-Gegnern haben rechtsradikale Kräfte Düsseldorf zum neuen Spielplatz auserkoren. Zum wiederholten Mal narrten rund 250 Spaziergänger am Samstag (23.5.) die Düsseldorfer Polizei. Gab es für eine Menschenkette auf dem Unteren Rheinwerft um 12 Uhr noch einen namentlich bekannten Anmelder, geriet ein Treffen auf dem Burgplatz aus den Fugen. Erneut hielten sich die Anwesenden nicht an die Abstandsgebote. Mehrfache Aufforderungen der Polizei wurden ignoriert und mit Hohn beantwortet. Und wieder ließ die Einsatzleitung der Düsseldorfer Polizei die „Spaziergänger“ laufen – ohne mit einem Verantwortlichen gesprochen zu haben und ohne zu wissen, wo es hingehen sollte. Am Bergischen Löwen auf der Königsallee wurde die laut „Freiheit“ und „Widerstand“ skandierende Gruppe per Polizeikessel gestoppt. Dabei ging eine Demonstrantin im Getümmel zu Boden.

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Reichsbürgerrede auf dem Burgplatz: Der Mann mit dem Spitznamen "Flöti" in Aktion.

In den vergangenen Wochen haben die, die sich „Corona-Rebellen“ nennen, immer sehr allergisch darauf reagiert, dass ihr Protest gegen den deutschen Umgang mit der Pandemie in die Nähe von Rechtsextremen gerückt wurde. Wer sich am Samstag vorgenommen haben sollte, dies nicht zu tun, kam gleich zu Beginn in Bredouille. Michael G., Spitzname Flöti, hielt vor den Anwesenden eine Rede mit Reichsbürger-Versatzstücken. Die Bundesrepublik Deutschland sei nichts weiter als eine GmbH, das Deutsche Reich habe hingegen keine Mitgliedschaften in internationalen Organisationen oder Verträge abgeschlossen. G. gilt als gewalttätiger Fortuna-Fan, Hogesa-Sympathisant, war nach eigenen Posts 2015 bei „pro NRW“ und hat sich in zahlreichen Posts gegen den Staat und gegen Flüchtlinge positioniert. Da half die weiße Rose, mit der er vor den Gesichtern der Polizisten herumfuchtelte, wenig.

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Schon bei Dügida per Lautsprecherrad dabei - nun gehts per Lautsprecherrad gegen die Pandemie-Regeln.

Erneut war der AFD-OB-Kandidat zur Stelle und hatte sichtlich Spaß an der Szenerie. Und noch ein alter Bekannter aus den Zeiten der rechtsradikalen Dügida-Aufmärsche fuhr auf dem Burgplatz auf: Der Musikmacher mit Fahrrad und Anhänger spielte in einer Dauerschleife Marius Müller-Westernhagen: „Freiheit“. Immerhin versuchte die Polizei durch mehrere Ansagen und persönliche Aufforderungen, die geltenden Abstandsgebote auf dem Burgplatz durchzusetzen. Letztlich vergebens.

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Persönliche Ansprache der Polizei: "Bitte Abstand halten!"

Stattdessen machten sich die Spaziergänger auf den Weg in Richtung Landtag. Während die Polizei eine Absperrung an der Bannmeile aufbaute, bogen die laut rufenden „Spaziergänger hinter dem Kit ab. Minutenlang war kein Polizeibeamter zu sehen, während man begeistert in Richtung Graf-Adolf-Platz am Heine-Denkmal vorbeizog. Links ging der nicht angemeldete Demonstrationszug in die Kasernenstraße und sofort wieder rechts in Richtung Königsallee. Erst auf dem Prachtboulevard eilte die Polizei herbei und hinderte die Demo am Weitergehen.

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Ein paar Haken geschlagen, die Polizei kam zeitweise nicht nach: Demozug ohne Regeln auf der Kö.

Mittlerweile wurde nicht mehr scheinheilig „Die Gedanken sind frei“ gesungen, sondern Fäuste gereckt. Als eine Gruppe aus Sicht der Beamten einen Ausfall wagen wollte, kam es zum Gerangel. Dabei wurde Schilderungen von Umstehenden zufolge eine Demonstrantin angerempelt und ging zu Boden. Mehrere Beamte halfen der Frau sofort auf.

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Sturz im Getümmel: Eine Demonstrantin fiel hin.

Danach stellte die Einsatzleitung die Anwesenden vor die Wahl: Entweder einzelnen oder zu zweit den Kessel verlassen und sich entfernen – oder unter Polizeibegleitung als Gruppe zurück zum Burgplatz laufen. Davon machten rund 70 Teilnehmer Gebrauch.

Menschenkette an der unteren Rheinwerft

Ehepaar Vossen hatte die Menschenkette am Samstagmittag an der unteren Rheinwerft angemeldet und etwas über Hundert Teilnehmer waren zur Unterstützung gekommen. Die Polizei war präsent, aber alle Anwesenden hielten sich an Abstandsvorgaben, es gab Ordner und die Menschenkette verlief friedlich. In Redebeiträgen wurde die angebliche Unfähigkeit des Robert Koch Instituts, die Gefahr der Zwangsimpfungen und die drohende Entrechtung der Menschen thematisiert. In einem Infoblatt waren Forderungen formuliert, die in großen Teilen mit denen der Gruppierung „Widerstand 2020“ übereinstimmten.

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Die Organisatoren der Menschenkette betonten mit rechten Inhalten nichts zu tun zu haben. Einige Teilnehmer gingen gleich nach der Menschenkette weiter zur Versammlung auf dem Burgplatz

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