Düsseldorf Aktuelles

D_WDR_Fluglärm_alle_20042017

Auf dem Podium beim WDR-Stadtgespräch: (v.l.) Christoph Lange von der Bürgerinitiative Bürger gegen Fluglärm, Moderatorin Judith Schulte-Loh, NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Fluglärmexperte Prof. Dr. Rainer Guski

WDR-Stadtgespräch in Düsseldorf: Darf der Flughafen lauter und dreckiger werden?

Die Befürworter der Kapazitätserweiterung hatten am Donnerstag (20.4.) nicht den Weg in die Jona-Kirchengemeinde in Lohhausen gefunden. Sie wären dort auf rund 100 lärm- und geruchsgeplagte Menschen, NRW-Umweltminister Johannes Remmel, den Fluglärmexperten Prof. Dr. Rainer Guski, Christoph Lange von der Bürgerinitiative Bürger gegen Fluglärm und Moderatorin Judith Schulte-Loh getroffen.

D_WDR_Fluglärm_Saal_20042017

In der vollbesetzten Jona-Kirche ergriffen viele Anwohner die Gelegenheit ihren Unmut zu äußern

Die Interessenlage war an diesem Abend eindeutig: Eine Kapazitätserweiterung des Flughafens zu Lasten der Anwohner darf nicht kommen. Moderatorin Judith Schulte-Loh machte gleich zu Beginn des einstündigen Stadtgesprächs klar, dass sie sich sehr darum bemüht habe, auch einen Vertreter des Flughafens, den Oberbürgermeister oder Vertreter des Verkehrsministeriums oder der Parteien in die Runde zu bekommen. Doch niemand wollte kommen und vom Flughafen gab es die Auskunft „alle Argumente seien genannt“.

Schon jetzt ist die Gesundheit gefährdet

So kamen neben den Podiumsteilnehmern viele Menschen zu Wort, denen es im wörtlichen Sinne den Schlaf raubt, was da über ihren Köpfen fliegt und entschieden werden soll. Viele von den Anwohnern wohnen bereits Jahrzehnte in den von Fluglärm betroffenen Gebieten. Sie fühlen sich betrogen, denn immer wieder sind sie dem Flughafen entgegen gekommen.

Die über Twitter in die Diskussion eingebrachte Meinung, die Menschen im Norden hätten schließlich gewusst, dass sie in die Nähe eines Flughafens ziehen und es dort laut sein, empört die Anwesenden.

Nachtflugverbot erscheint als "Empfehlung"

Denn der Flughafen fordere immer mehr. 1965 war im Angerlandvergleich unter anderem festgeschrieben worden, dass die zweite Start- und Landebahn nur zu Spitzenzeiten benutzt werden darf und ein Nachtstartverbot von 22 bis 6 Uhr bestehe.

Durch die zahlreichen Gesellschaften, die Düsseldorf als „Homebase“ führen, wird das Nachflugverbort systematisch umgangen. Während in Frankfurt das Land streng auf die Einhaltung der Flugverbote zum Schutz der Bevölkerung achtet, scheint sich in NRW niemand dafür zu interessieren – so der Eindruck der Anwohner.

Da der Flughafen nun die Erweiterung der Kapazität von 47 auf 60 Flugbewegungen pro Stunde beantragt hat, ist das Verständnis der Betroffenen am Ende. Im Erörterungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens haben 40.000 Bürger ihre Bedenken gegen die Kapazitätserweiterung vorgebracht. Mit zahlreichen Gutachten wurden die Probleme des Vorhabens belegt.

D_WDR_Fluglärm_3_20042017

Johannes Remmel hat dem Verkehrsminister geschrieben

Umweltverträglichkeitsprüfung

Einen wesentlichen Punkt dabei sieht NRW Umweltminister Johannes Remmel in der mangelhaften Umweltverträglichkeitsprüfung. Dafür hatte er anlässlich des 90. Geburtstages des Flughafens von OB Thomas Geisel herbe Kritik einstecken müssen. Geisel unterstellte Remmel üble Nachrede. Doch unter dem Beifall der Besucher des Stadtgesprächs zeigte Remmel sich zuversichtlich, dass auch die Gerichte seine Auffassung teilen würden. Zur Verbesserung der Situation fordert Remmel ein bundesweites Flughafenkonzept, um Kapazitäten zu koordinieren und Belastungen zu reduzieren. Doch da steht der Grüne-Umweltminister recht alleine da.

Die Grünen sind die einzige Partei, die sich klar für die lärmgeplagten Menschen ausspricht und ihnen eine höhere Bedeutung beimisst, als wirtschaftlichen Interessen des Flughafens.

Die Entscheidung über die Kapazitätserweiterung wird im NRW-Verkehrsministerium gefällt. Dessen Vertreter haben an dem Erörterungstermin mit den 40.000 Einwendungen ebenso wenig teilgenommen wie an dem Stadtgespräch in der Jona-Kirche. Ob sie noch in diesem Jahr zu einem Ergebnis kommen, ist unklar.

Zurück zur Rubrik Aktuelles

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Aktuelles

D_Aquazoo_Nemo_19092017

Einen ganz besonderes Gastspiel hatte ein ehemaliger Bewohner des Aquazoos gemeinsam mit seinem Herrchen am Dienstag (19.9.). Otter Nemo stattete seiner alten Heimat gemeinsam mit Dr. Wolfgang Gettmann einen Besuch ab.

Erste Eindrücke vom neuem Aquazoo sehen sie hier in der report-d-Bildergalerie

D_Wildpark_Seife_17092017

"Natur zum Anfassen" bietet der Wildpark in Grafenberg immer, doch beim Wildparkfest am Sonntag (17.9.) warteten viele Aktionen auf die kleinen und großen Besucher.

D_China_Drachen_20170916

Noch heißt die Sause: „Der Drache tanzt in Düsseldorf“. Auch im nächsten Jahr, beim 8. Chinafest vor dem Rathaus, wird das so sein. Und die „Acht“ gilt den Chinesen immerhin als Glückszahl. Ab dann aber macht der Drache große Sprünge – nach Köln 2019 und nach Duisburg 2020. Erst 2021 kehren Pagode, Feuerzauber und Pipa, das klassische Zupfinstrument dann wieder zu Jan Wellem zurück. Die Metropolregion am Rhein will sich die Wirtschafts- und Völkerbrücke ins Reich der Mitte brüderlich teilen.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D