Düsseldorf Blaulicht

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Polizeihauptkommissarin Sabine Supply (Mitte) ermittelte mit ihrem Team, Staatsanwältin Britta Zur vertritt die Anklage. Polizeisprecher André Hartwich zeigt den Tathergang auf einem Stadtplan von Altstadt und Hofgarten.

Düsseldorf Altstadt: Vier Jugendliche in U-Haft – sie sollen am Pfingstsamstag eine 51-Jährige misshandelt und beraubt haben

Gemeinschaftliche schwere Vergewaltigung, Raub und Körperverletzung: Diese Straftaten werden drei Jungen (15, 15 und 17 Jahre alt) aus Ratingen und einem Mädchen (14) aus Dortmund zur Last gelegt. Als Gruppe sollen sie eine 51-Jährige aus Solingen am Pfingstsamstag (8.6.) frühmorgens als der Düsseldorfer Altstadt in den Hofgarten gelockt und auf dem sogenannten Ananasberg nahe der Inselstraße missbraucht haben. Die Frau hatte sich nach der Vergewaltigung, verletzt und mit letzter Kraft bis in die Lobby des nahen Melia-Hotels schleppen können.

DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers

DNA–Spuren und ein Handy machen Polizeihauptkommissarin Sabine Supply sicher, die Vergewaltigung aufgeklärt und alle mutmaßlichen Täter in die Untersuchungshaft gebracht zu haben. Fast drei Monate lang hatten Wissenschaftler des Landeskriminalamtes NRW an der Kleidung der Vergewaltigten nach Täterspuren gesucht. Ihre Ausdauer wurde am 11. September durch zwei Treffer belohnt: einer der 15-Jährigen und sein 17 Jahre alter Kumpel waren als Intensivtäter mit ihren DNA-Profilen in einer Datenbank der Polizei erfasst. Am 18. September nahm die Polizei die beiden Jungen fest; noch im Polizeiauto nannten sie den Beamten die Namen des weiteren 15-Jährigen und des 14 Jahre alten Mädchens, das das spätere Opfer bei den Toiletten am Kom(m)ödchen angesprochen und sie zu der Jungengruppe in den Hofgarten gelotst hatte.

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Das Handy der Vergewaltigten stellte die Polizei im Elternhaus der 14 Jahre alten, mutmaßlichen Täterin in Dortmund sicher

Nach einem Tipp aus der Verwandtschaft stellte die Polizei zudem das Handy der Vergewaltigten, ein silbernes Samsung Edge, im Dortmunder Elternhaus sicher. Das Mädchen selbst lebt seit einiger Zeit in einem Heim am Niederrhein – wurde aber vor zwei Tagen in der Wohnung des mutmaßlichen Mittäters – zusammen mit diesem 15-Jährigen - in Ratingen festgenommen. Auch der dritte Junge ist polizeibekannt: Im Strafregister der Jungen finden sich laut Polizei zahlreiche Delikte – unter anderem Rauschgiftvergehen und Körperverletzungen.

Weitere Ermittlungen

Staatsanwältin Britta Zur wies bei der Pressekonferenz ausdrücklich auf das junge Alter der in Untersuchungshaft einsitzenden Verdächtigen hin. Das 12. Kriminalkommissariat hat trotz der eindeutigen Spurenlage, die für alle vier Verdächtigen zu Haftbefehlen führten, noch einiges an Ermittlungsarbeit vor sich. Bislang gibt es keine Geständnisse. So ist unklar, ob man die Vergewaltigung von Anfang geplant hat. Bei der 51-Jährigen fanden Ärzte nach der Vergewaltigung keine Spuren von KO-Tropfen. Diese seien aber bereits kurz nach der Einnahme nur schwer nachzuweisen, sagte Kriminalhauptkommissarin Supply.

Frische Luft

Die 51-Jährige hatte am Pfingstsamstag eine Diskothek an der Bolker Straße verlassen, weil ihr übel wurde und sie frische Luft schnappen wollte. Trotz der frühen Morgenstunde am Pfingstsamstag war die Bolker Straße noch sehr belegt. Deshalb sei sie um die Ecke, in Richtung Kom(m)ödchen, gegangen. Dort habe die 14-Jährige sie angesprochen und ihr Hilfe angeboten.

Frau umkreist

Gemeinsam gingen die beiden in den Hofgarten und trafen dort auf die drei Jungen. Zu viert habe die Frau eng umkreist, sei mit ihr über die Goldene Brücke und durch die Unterführung in den Nordteil des Parks gegangen. Als es der 51-Jährigen unheimlich wurde, wollte sie zu ihren Freunden in die Disko an der Bolkerstraße zurückkehren. Die Antwort der Gruppe: Das dürfe sie, aber erst nach dem Sex. Die 14-Jährige hatte laut Polizei der Frau die Tasche mit dem Handy darinnen entrissen. Die Jungen drückten sie zu Boden und vergingen sich an 51-Jährigen. Als diese sich wehrte, wurde sie geschlagen. Dann liefen die vier Angreifer in verschiedene Richtungen davon – hieß bei der Pressekonferenz.

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