Düsseldorf Blaulicht

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Bei einer Übung zeigten Feuerwehr und DLRG m Montag die Gefahren des Schwimmens im Rhein

Düsseldorf: Unterschätzte Gefahr - Schwimmen im Rhein

DLRG und Feuerwehr Düsseldorf warnen eindringlich vor den Gefahren, die das Schwimmen oder Abkühlen im Rhein mit sich bringen kann. In diesem Jahr gab es bereits 30 Rettungseinsätze und drei Menschen verloren dabei ihr Leben im Rhein bei Düsseldorf. Auch wer am Paradiesstrand zur Abkühlung nur bis zu den Knien im Wasser ist, droht durch die Strömung und den Sog der Schiffe in den Rhein gezogen zu werden. In einer Übung demonstrierten die Einsatzkräfte am Montag (6.7.) wie selbst geübte Retter gegen die Strömung kämpfen müssen.

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Bei Rettungseinsätzen am Rhein arbeiten DRLG und Feuerwehr Hand in Hand

Die Reisebeschränkungen nach Corona haben viele Urlaubspläne durchkreuzt und so bleiben zahlreiche Düsseldorfer*innen in der Region. Bei gutem Wetter sind Badeseen und der Rhein beliebte Ausflugsziele, die man ohne Voranmeldung oder Registrierung besuchen kann. Das hat teilweise fatale Folgen, denn allein in diesem Jahr mussten die Retter schon zu 30 Einsätzen auf dem Rhein ausrücken, sieben davon seit Beginn der Sommerferien. Für drei Menschen kam die Hilfe zu spät, sie starben. Bei weiteren neun Einsätzen mussten die Geretteten vom Notarzt versorgt werden, davon kamen sechs anschließend in einem Krankenhaus.

Gefahr im Rhein wird unterschätzt

Den ersten Rettungseinsatz des Jahres hatte die Retter bereits am 12. Mai. Ein Mann war im Bereich der Oberkasseler Brücke im Rhein gesichtet worden. Dank der schnellen Rettung durch die Einsatzkräfte, konnte der Mann nach einer medizinischen Erstversorgung stark unterkühlte in ein Krankenhaus transportiert werden. Im vergangenen Jahr ging es in acht Fällen nicht so glimpflich aus. Bei den insgesamt 60 (2018: 65) Einsätzen auf dem Rhein kam für acht Menschen jede Hilfe zu spät, und sie konnten nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Am letzten Juni Wochenende ging ein tragische Fall durch die Medien. Im hessischen Trebur, Kreis Groß-Gerau, war ein fünfjähriger Junge plötzlich im Wasser untergetaucht. Seine 30 Jahre alte Mutter wollte ihn retten. Bei de ertranken im Rhein.

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Dirk Knop (rechts im blauen Anzug) ist Mitglied der Taucherstaffel und spielte bei der Übung der Feuerwehr die zu rettende Person

Generell ist Schwimmen und Baden nur in bestimmten Zonen des Rheins verboten: 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen, an Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften. Aber auch dort, wo das Schwimmen erlaubt ist, kann es lebensgefährlich sein. "Beispielsweise an sogenannten Kribben – ins Wasser ragende Kiesflächen – bilden sich oft tückische Strudel und Strömungen", erklärt Christian Ruda, leitender Lehrtaucher der Feuerwehr Düsseldorf. " Eine besonders starke Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Wenn ein Schiff vorbeifährt, zieht dies das Wasser an. Dadurch werden vor allem Kinder ins Wasser gezogen." Besonders trügerisch ist dabei, dass die Schiffe meist schon viele Hunderte Meter weitergefahren sind, bis der Sog oder die anschließenden Wellen am Ufer ankommen. Gerade der Eindruck des niedrigeren Wasserstandes verlockt Kinder, in den Fluss zu waten.

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Mit einem Wurfsack wurde der treibenden Person eine Leine zugeworfen und dann an Land gezogen

Taucherstaffel und Strömungsretter der Feuerwehr

Bereits seit 1977 gibt es die Taucherstaffel bei der Feuerwehr Düsseldorf, die aktuell über 41 Einsatzkräfte verfügt. In der Wache Hüttenstraße stehen rund um die Uhr mindestens vier Taucher zur Verfügung. Die Zusatzausbildung zum Feuerwehrtaucher dauert acht Wochen. Dazu gehören Theorie, aber auch Praxis mit Beckenausbildung und Tauchgängen in den Gewässern rund um Düsseldorf. Die Spezialisten bei der Feuerwehr absolvieren dabei weitere Prüfungen, wie den Sportbootführerschein, eine Radarausbildung und die Weiterbildung zum Strömungsretter. So sind sie vorbereitet für die Rettung von Menschen aus fließenden Gewässern, der Evakuierung bei Hochwasser und dem Absichern von Einsatzkräften bei Arbeiten am Gewässer.

Bei Einsätzen in Bagger- oder Badeseen sind die Taucher generell mit einem Tauchgerät ausgestattet, um Menschen auch unter Wasser retten zu können. Im Rhein ist aufgrund der starken Strömung ein Tauchen nicht ohne Weiteres möglich. Hier ist die schnelle Sicherung der zu rettenden Menschen entscheidend. Dazu tragen die Retter neben dem Taucheranzug, eine Feststoffweste um an der Wasseroberfläche zu bleiben, spezielle Stiefel mit einer dicken Sohle, einen wasserdurchlässige Helm, Neoprenhandschuhe und ein schwimmfähiger Wurfsack mit einer 20 Meter langen Leinen.

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Die Wasserwacht der DLRG unterstützt die Feuerwehr bei der Wasserrettung

Badeseeen und Schwimmbäder

Baden ist in Düsseldorf nur in den Freibädern und am Unterbacher See erlaubt, wo Aufsicht vorhanden ist.

Für alle anderen Baggerseen gilt Badeverbot, also für:
• Angermunder Baggerseen westlich und östlich des Heiderweges
• Suitbertussee
• Fliednersee
• Lambertussee in Kaiserswerth
• Lichtenbroicher Baggersee am Flughafen
• Südpark-See
• Unisee
• Elbsee Süd und Nord

Lebensgefahr

Generell sollten Menschen, die zum Baden gehen, einige Regeln beachten. Die Düsseldorfer Feuerwehr, die DLRG, die DRK-Wasserwacht, das Forstamt und die Wasserschutzpolizei appellieren, die Baderegeln einzuhalten:
> Nie überhitzt ins Wasser gehen,
> nie alkoholisiert schwimmen gehen,
> nie mit vollem Magen ins Wasser gehen,
> nie mit ganz leerem Magen Schwimmen gehen.
> Eltern sollten ihre Kinder an den Gewässern immer im Auge behalten!

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