Düsseldorf Blaulicht

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Muss bei einem Brand im Straßentunnel gleichzeitig passieren: Löschen und Menschenrettung. Denn die Uhr läuft unter Tage gegen die Retter. 

Düsseldorf Wersten: Feuerwehr übt den Brandfall im Tunnel der Autobahn A46

Für die Flammen gibt es einen Gashahn und der Rauch quillt aus einer Nebelmaschine. Dies ist eine Übung. Aber eine mit dem Gänsehautfaktor. Am Sonntag (15.9.) nutzte die Düsseldorfer Feuerwehr den komplett gesperrten Autobahntunnel der A46 bei Düsseldorf Wersten zu der bislang größten Simulation eines Tunnelbrandes auf Düsseldorfer Stadtgebiet. Die Beobachter erfahren das Tückische an einem Tunnelbrand hautnah: Innerhalb von anderthalb Minuten sieht man unter Tage kaum noch etwa. Schemenhaft glimmt an der Betontunnelwand ein Fluchtweg-Hinweiser mit grünen LED-Streifen. Dazu hallt eine Maschinenstimme vom Band: „Achtung, Lebensgefahr…“

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Die Einsatzkräfte halten Abstand zu Rauch und Flammen: Ankünft.

Seit 2014, seit den verheerenden Tunnelbränden in der Schweiz gibt es auch in Düsseldorf einen Einsatzplan Straßentunnel. Er schreibt den Rettern andere Regeln vor als bei einem Wohnungsbrand: Über Tage werden zunächst Menschen gerettet und dann der Brand gelöscht. Hier unter der Erde muss beides mindestens gleichzeitig ablaufen: bergen und löschen. Denn bei einem Großfeuer ist die Tunnelkonstruktion an sich in Gefahr. Die Feuerwehr Düsseldorf ist für neun Tunnels im Stadtgebiet mit 18 Fahrröhren verantwortlich.

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Im verrauchten Tunnel nur schemenhaft zu erkennen: die Fluchtweg-Hinweisschilder.

Drei Dummies als Verletzte

Das ist das Szenario an diesem Sonntagmorgen: In der 800 Meter langen Röhre der A46 sind zwei Autos zusammengestoßen. Der vordere Wagen ist in Brand geraten. Drei Dummies simulieren verletzte Personen an der Unfallstelle. Dahinter stehen Autos, deren Fahrer sich durch eine der grün markierten Fluchttüren ins Freie retten konnten.

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Man kann nichts sehen, es ist heiß und stickig: Rettung am Brand-Fahrzeug.

Unter schwerem Atemschutz nahen die ersten Retter. Sie halten in einer Entfernung, damit die eigenen Fahrzeuge nicht auch binnen Minuten zum Opfer der Flammen werden. Ein Trupp erkundet vorne die Lage, andere rollen die Schläuche aus, damit das brennende Fahrzeug gelöscht werden kann. Als das Wasser kommt, sind Auto und Motorraum viel rascher gelöscht als das die Tunnelventilatoren den Rauch vertreiben. Erst nach quälend langen Minuten gibt es wieder eine klare Sicht auf die Dinge.

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Geschafft: Das Feuer ist aus.

„Auch wenn es sich hier nur um eine Übung handelte, haben alle Beteiligten ihre Aufgabe ernst genommen, sind konzentriert vorgegangen und vollkommen richtig gehandelt“, lobt Einsatzleiter Thomas Hußmann die 38 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Anschluss an die Großübung. „Dank des sehr realistischen Szenarios und der regelmäßigen Schulungen des Einsatzpersonals, konnten wir bereits nach wenigen Minuten die Verletzten im verrauchen Tunnel finden und gleichzeitig das Feuer unter Kontrolle bringen“, sagt der 58-jährige Oberbrandrat.

Der Autobahntunnel bei Düsseldorf Wersten

Der Autobahntunnel Wersten ist insgesamt 800 Meter lang und verfügt über eine Brandmeldeanlage, die sofort bei der Feuerwehr Alarm schlägt. Daraufhin veranlassen die Mitarbeiter in der Tunnelleitzentrale von Straßen NRW die Sperrung beider Tunnelröhren über die Lichtzeichenanlagen sowie die Sperrschranken. Automatisch fährt die Lüftungsanlage die Leistung hoch, damit der giftige Qualm schneller aus dem Gebäude geführt wird. So haben nicht nur die anrückenden Feuerwehrleute eine verbesserte Sicht auf die Brandstelle und kommen schneller voran, sondern die Menschen im Tunnel haben mehr Zeit sich in Sicherheit bringen.

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