Düsseldorf Blaulicht

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Am Mittwoch (28.10.) nahm das SEK den Mann fest

Düsseldorfer Polizei sprengt Kölner Sex-Sekte: Ende eines monatelangen Martyriums

Er habe „übernatürliche Kräfte“ und sei ein Religionsstifter, ein Guru: Allein durch die „Aura“ dieser Lügengeschichte hat es ein 29 Jahre alter, in Köln lebender Mann afrikanischer Herkunft geschafft, zwei Frauen, 29 und 25 Jahre alt, über Monate hinweg, auszubeuten. Am Mittwoch beendete ein SEK-Einsatz ihr Martyrium. Am Freitag äußerten sich die Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf erstmals öffentlich über diese Vorfälle, die als schwerer Menschenhandel und Zuhälterei angeklagt werden.

1000 Euro pro Tag mussten die Frauen ihrem „Guru“ abliefern und gingen dazu 18 Stunden und länger pro Tag in Bordellen in ganz Deutschland anschaffen. Es gebe Ermittlungen in Hamburg, am Niederrhein, in Düsseldorf, Köln und Stuttgart. Um die Pflichtsumme zusammen zu bekommen, hätten beide Frauen keinen Wunsch der Freier ablehnen können, sei er auch noch so abartig gewesen.

Der "Gott" hatte auch ein Leben als Familienvater

„Die Frauen wussten nichts voneinander“, sagte der Leiter der Ermittlungen, Tom Hülser von der Düsseldorfer Polizei. Und: Bis zuletzt hätten sie fest an ihren „Lebenssinnstifter“ geglaubt. Dabei wurde der in einem Reihenhaus in Köln-Auweiler festgenommen, in Anwesenheit seiner Ehefrau und seines Kindes. Die Polizei 91.000 Euro sicher, sperrte mehrere Konten, die die Frauen für ihren „Gott“ eingerichtet hatten und durchsuchte bundesweit acht Wohnungen.

Zudem nahmen Ermittler in Stuttgart den Geldboten des mutmaßlichen Zuhälters und Menschenhändlers fest: einen 26-Jährigen Kölner. Er ist aus Sicht von Polizei und Staatsanwaltschaft Mitangeklagter und sitzt wie der Haupttäter in Untersuchungshaft. Offenbar glaubte aber auch der 26-Jährige an die Mär vom Guru. Als der ihn anwies, sich selbst zu bestrafen, habe sich der 26-Jährige einen Finger abgehackt, so Staatsanwalt Stefan Willkomm.

Staatsanwaltschaft prüft die Vergehen

Für Stefan Willkomm wird dies eine Hauptschwierigkeit bei der juristischen Aufarbeitung der Sex-Sekte sein: Als Oberhaupt musste der 29-Jährige offenbar nicht einmal selbst gewalttätig werden. Er wies die Frauen und den 26-Jährigen an, sich für angebliche Vergehen selbst zu bestrafen. Das taten die Angesprochenen dann auch und geißelten sich selbst.

Seit Sommer ist der Täter im Visier der Ermittler

Begonnen hatten die Ermittlungen zur Sex-Sekte Anfang Juni in Düsseldorf. Informiert durch einen Zeugen wurde die Polizei zu einem Streit zwischen der 29-jährigen Frau, dem 29-Jährigen Haupttäter und dem 26-Jährigen Boten auf offener Straße gerufen. Von den Beamten befragt, verneinte die Frau, dass es einen Streit gebe. Wenige Tage später, bei einer Razzia in einem nahen Bordell sahen die Beamten die 29-Jährige wieder und bekamen den Eindruck, sie arbeite gegen ihren Willen im Lustgewerbe.

Es begannen monatelange Ermittlungen, Observation und richterlich genehmigte technische Überwachungsmaßnahmen, so die Polizei. Das SEK wurde am Mittwoch zur Festnahme eingeschaltet, weil der 29-Jährige als „gewaltbereit“ gilt. Den Frauen wurde dadurch mit einem Schlag all das genommen, woran sie fest geglaubt hatten. Sie müssen derzeit rund um die Uhr psychologisch betreut werden. Die Frage von Journalisten, ob der Mann selbst von seinen scheinbar göttlichen Fähigkeiten überzeugt gewesen sei, verneinte der Staatsanwalt. Der 29-Jährige habe durchaus gewusst, dass er ein normaler Mensch ist.

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