Düsseldorf Blaulicht

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Mitbekommen hat Karl-Heinz Woitalla (2.v.r.) von seiner Rettungs nichts, aber er freut sich nun Matthias Venhoven (re.) danken zu können

Woche der Wiederbelebung in Düsseldorf: Erste Hilfe bei Herzstillstand – jede Sekunde zählt

Im Schnitt 46 Mal pro Tag haben die Notärzte der Feuerwehr Düsseldorf im Jahr 2017 medizinische Hilfe bei lebensbedrohlichen Krankheiten, wie Herzkreislaufstillstände geleistet. Dabei zählt jede Sekunde. In der Woche der Wiederbelebung (17. bis 23. September) wollen die Retter verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass frühzeitig Wiederbelebung durch Angehörige oder Helfer begonnen wird. Niemand sollte davor Angst haben, denn durch Herzrhythmusmassage kann wertvolle Zeit bei der Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff gewonnen werden.

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Die gute Nachbarschaft ging bis zur Wiederbelebung - Peter Seyferth (li.) und Gisela Woitalla (re.) leisteten Erste Hilfe bei Karl-Heinz Woitalle (mitte)

Dass Karl-Heinz Woitalla auch heute noch mit seinen Enkelkindern spielen kann, hat er der schnellen Reaktion seiner Frau Gisela und seinen Nachbarn zu verdanken. Denn am 11. Oktober 2017 war er auf seinem Sofa in der Wohnung zusammengesackt. Seine Ehefrau erkannte die lebensbedrohliche Situation, alarmierte ihre Nachbarn und wählte den Notruf. An der Leitstelle der Feuerwehr hatte Matthias Venhoven Dienst und er schickte nicht nur den Rettungsdienst zur Wohnung der Woitallas nach Gerresheim. Über das Telefon fragte er gezielt nach einer speziell entwickelten Liste den Zustand des Patienten ab. Während der Nachbar Peter Seyferth die Fragen über das Telefon beantwortete und Anweisungen weitergab, startete die Nachbarin mit der Herzrhythmusmassage. Durch den im Blut noch vorhandenen Sauerstoff ist die Herzdruckmassage ausreichend, um das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Als nur wenige Minuten später der Rettungswagen eintraf, übernahmen die Notfallsanitäter die weitere Behandlung in der Wohnung. Der Notarzt konnte das Herz des 68-Jährigen wieder zum Schlagen bringen und nach dem Aufenthalt auf der Intensivstation konnte Karl-Heinz Woitalla das Krankenhaus nach zwei Wochen verlassen. Mitbekommen hatte er von seiner Rettung nichts, weiss aber durch die Erzählungen seiner Frau, dass er dem Einsatz seiner Nachbarn sein Leben verdankt.

Damit hatte er Glück. Jedes Jahr sterben rund 80.000 Menschen in Deutschland durch den plötzlichen Herztod. Alleine im Jahr 2017 ist die Feuerwehr Düsseldorf zu 135.000 Notfalleinsätzen ausgerückt. Dabei musste mehr als 17.000 Mal der Notarzt bei lebensbedrohlichen Krankheiten, wie zum Beispiel Herzkreislaufstillständen, medizinische Hilfe leisten. Darauf möchte die Feuerwehr im Zuge der "Woche der Wiederbelebung" von Montag, 17. September, bis Sonntag, 23. September, aufmerksam machen.

„prüfen - rufen – drücken“

"prüfen – rufen – drücken" heißen die Maßnahmen der Wiederbelebung, die jeder können sollte. Denn jeder kann in die Situation kommen, dass jemand einen Herzstillstand erleidet und sofortiger Hilfe bedarf. Als erstes muss geprüft werden, ob die hilfsbedürftige Person bei Bewusstsein ist. Dazu spricht man sie an und schüttelt sie. Wenn keine Reaktion erfolgt, schaut man ob noch Atmung vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, sofort die 112 anrufen oder jemanden dazu auffordern. Dann sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

Dazu den Brustkorb frei von Kleidung machen und beide Handballen übereinander auf die Mitte der Brust legen, die Finger dabei verschränken. Die Arme durchstrecken und sich senkrecht über dem Brustkorb des Bewusstlosen positionieren. Dann fest und schnell mit der Druckmassage beginnen und 100 bis 120 Mal pro Minute drücken. Als Hilfestellung für den richtigen Rhythmus kann an die Takte der Songs „Stayin` Alive“ von den BeeGees oder „Rock Your Body“ von Justin Timberlake gedacht werden. Die Massage so lange fortführen, bis Hilfe eintrifft.

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Matthias Venhoven arbeitet in der Leitstelle der Feuerwehr und leitete die Wiederbelebung bei Karl-Heinz Woitalla an

Schon seit vielen Jahren geben die Leitstellendisponenten, die unter anderem Feuerwehrleute und Notfallsanitäter sind, per Telefon lebensrettende Hilfestellung für die Anrufer. Seit 2014 wird dies einheitlich mithilfe eines festgelegten Algorithmus an Hilfesuchende übermittelt.

"Jede Minute, die bis zum Beginn der Herzdruckmassage verstreicht, verringert die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen um etwa 10 Prozent", erläutert Branddirektor David von der Lieth. "Jeder kann helfen. Bei der Wiederbelebung kann man nichts falsch machen. Nur wer nichts macht, macht etwas falsch. Da der Großteil der Herzkreislaufstillstände im privaten oder beruflichen Umfeld geschehen, ist die Chance sehr groß, dass es sich dabei um einen Menschen aus der Familie, dem Bekannten- oder Freundeskreis handelt."

"Viele Anrufer machen instinktiv das Richtige, fühlen sich aber in der Extremsituation häufig überfordert. Dabei helfen wir dann direkt am Telefon", erklärt der Leitstellendisponent Matthias Venhoven, der am 11. Oktober 2017 beim Notruf die Nachbarn genau instruiert hat. "Wenn die ersten lebensrettenden Schritte gemacht wurden und die Angst der Menschen verstrichen ist, sind die Ersthelfer sehr dankbar für die telefonische Unterstützung." Dadurch konnte bislang pro Jahr im Durchschnitt acht Menschen in der Landeshauptstadt das Leben gerettet werden.

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