Düsseldorf Karneval

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Die Reihenfolge der Geistlichen hat Jacques Tilly festgelegt: Der Iman steht neben dem katholischen Priester, dann kommt der Rabbiner und schließlich die evangelische Pastorin

Düsseldorf: Der Toleranzwagen ist fertig!

Es wird eine Premiere sein, nicht nur im Düsseldorfer Karneval: Zum ersten Mal fährt ein Wagen im Rosenmontagszug mit, der gemeinsam von katholischen und evangelischen Christen, Juden und Muslimen ins Leben gerufen wurde. Die Finanzierung war durch ein Crowdfunding geplant, was noch nicht wirklich sein Ziel erreicht hat. Aber das tut dem Start am Rosenmontag keinen Abbruch – auch hier hat man gemeinsam einen Weg gefunden.

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Jacques Tilly, Michael Szentei-Heise und Walter Schuhen präsentieren den fertigen Wagen für Rosenmontag

Jeweils sieben Vertreter der vier Religionsgemeinschaften finden Platz auf dem Wagen. Zusätzlich wurden sieben Plätze gegen eine Spende angeboten, von denen noch zwei zur Verfügung stehen. Unter anderem wird die Düsseldorfer FDP-Frau Maria-Agnes Strack-Zimmermann auf dem Toleranzwagen mitfahren. Einheitlich Kostüme wird es auf dem Toleranzwagen nicht geben. Man setzt auf eine bunte Mischung und vom Marienkäfer bis zum Indianer wird alles vertreten sein. Der Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde, Michael Szentei-Heise, hat noch nicht entschieden, wie er sich kostümiert. Das suche er ganz spontan im Kostümverleih aus, erklärte er bei der Präsentation des fertigen Wagens am Freitag (22.2.). Den Moderator auf dem Wagen, Walter Schuhen, haben die Stichworte „Toleranz, Religion, Moderation, Zeremonien“ zu einem besonderen Kostüm inspiriert. Er geht als jüdischer Hohepriester in Anlehnung an den Filmklassiker „Das Leben des Brian“. Jacques Tilly hat ihm eigens Pappmasché-Steine dafür gebaut.

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Moderator Walter Schuhen wird an Rosenmontag aber auch Kamelle und keine Steine werfen

Auf dem Wagen sind neben den vier Vertretern der Religionsgemeinschaften auch vier prägende Gebäude der jeweiligen Glaubensrichtung dargestellt: Die Lambertuskirche, die Johanneskirche, die Synagoge und die noch im Bau befindliche Moschee in Reisholz. Für das Catering an Bord sorgt die jüdische Gemeinde, denn alles was koscher ist, ist auch halal. Altbier wird ebenso angeboten, wie nicht alkoholische Getränke. Auch das Wurfmaterial ist organisiert und neben koscheren Kamellen wird vieles andere geworfen. Den karnevalistischer Gruß „Schalom“ der Jüdischen Gemeinde wird man nicht hören. Diesmal haben sich alle für ein einheitliches „Helau“ entschieden.

Zur Finanzierung des Wagens war ein Crowdfunding ins Leben gerufen worden. Doch von den angestrebten 85.000 Euro sind auf der Plattform bisher erst 20.000 Euro gespendet worden. Weitere 10.000 Euro gingen über Direktspenden ein. Michael Szentei-Heise zeigte sich bei der Präsentation des Wagens enttäuscht über die geringe Resonanz. Doch das Projekt wird dadurch nicht gefährdet. Die Differenz werden die vier Religionsgemeinschaften zu gleichen Teilen nachfinanzieren.

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