Düsseldorf Schützen

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Aussprache Aug' in Auge: Düsseldorfs Schützenchef Lothar Inden (l.) hatte den Bus für die Ehrengäste des Titularfestes bestellt, Rheinbahnchef, Gästekönig und Festredner Klaus Klar fragte persönlich in der Rheinbahn-Leitstelle nach. Vergebens! Die Ehrengäste mussten zu Fuß quer durch Düsseldorfer Altstadt und den Hoifgarten zu den Rheinterrassen laufen.   

Düsseldorf: Rheinbahn vergisst Bus-Bestellung der St. Sebstianus-Schützen

Die Rheinbahn hat ihren eigenen Chef Klaus Klar, den Kopf der St. Sebastianus Schützen, Lothar Inden, und etwa zwei Dutzend Ehrengäste des Titularfestes am Sonntag (12.1.) am Straßenrand stehen lassen. Eigentlich war ein Bus bestellt, so Lothar Inden. Der Bus sollte die Gruppe nach dem Gottesdienst in der Altstadt-Basilika St. Lambertus aufnehmen und zu den Rheinterrassen fahren – zur „Reunion“ im Radschlägersaal. Indes: Der Bus kam nicht. Auch nicht, als Klar persönlich per Handy in der Rheinbahn-Leitstelle nachfragte. So mussten die Ehrengäste zu Fuß durch den Hofgarten laufen – mit einem Abstand von ein paar hundert Metern vorweg: ein sichtbar verärgerter Schützenchef.

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Die Standarten der Gesellschaften in dem mit vielen hundert Schützen und Ehrengästen voll besetzten Radschlägersaal.

Das „größte Fahrgeschäft der Stadt“ (Originalton Inden zur Rheinbahn) hatte den größten Bock der Stadt geschossen und damit gleichzeitig die Rede von Rheinbahnvorstand Klaus Klar entwertet. Denn der wollte eigentlich eine Charme-Offensive bei den Düsseldorfer Schützen starten. Dazu versprach Klar allen uniformierten Schützen freie Fahrt in Düsseldorfs Bussen und Bahnen während der Rheinkirmes 2020 – also zwischen dem 17. und dem 26. Juli. Zusätzlich soll Jacques Tilly eine der neusten Straßenbahnen Düsseldorfs mit einem Schützenmotiv verzieren. Dafür gab es artigen Applaus – und an den Tischen Spott: „Was nützt das, wenn der Bus nicht kommt…?“

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Die Schützen marschieren traditionell vom Gottesdienst in St. Lambertus zu den Rheinterrassen. Diesesmal spurteten die Ehrengäste zu Fuß hinterher. 

Klaus Klar verneigte sich in seiner Rede tief vor den St. Sebastianern, ihren ehrenamtlich erbrachten Leistungen und ihrer Bedeutung für Düsseldorf. Und er warb am Ende der sehr ausführlichen Rede für die Rheinbahn. Diese werde 2020 moderne Busse und Straßenbahnen anschaffen, den dünneren Samstagsfahrplan durch den enger getakteten Freitagsrhythmus ersetzen und zudem die Zahl der Verbindungen auf Pendlerlinien wie der U79 und der U75 verstärken. Außerdem will Klaus Klar, der in diesem Jahr Gästekönig der St. Sebastianer ist und stolz sein Königssilber trägt, einem Düsseldorfer Schützenverein beitreten.

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Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar versuchte trotz allem eine Charme-Offensive bei den Schützen: freie Fahrt für Uniformierte während der Rheinkirmes im Juli und eine Schützen-Straßenbahn. 

Zuvor hatte Lothar Inden die Schützen begrüßt und seinen Appell erneuert, die Sebastianer müssten geschlossen gegen Hassreden und Gewalt vorgehen. Da ist Inden sehr klar und deutlich: Respekt vor anderen Standpunkten und Meinungen in sachlichen Diskussionen sei selbstverständlich. Doch gegen jede Form von Rassismus müssen entschieden vorgegangen werden. Das Bekenntnis zu „Glaube, Sitte und Heimat“ der Schützen beinhalte Toleranz, Menschlichkeit, Mitgefühl und Anstand.
Wenn die Schöpfer des WDR-Satireliedes von der „Oma als Umweltsau“ nach Morddrohungen unter Polizeischutz gestellt werden müssten, zeige das, wie krank die Gesellschaft sei. In der Sache sei der Liedtext ein Fehlgriff. Die heutigen Großmütter hätten einen großen Beitrag geleistet zum Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg.

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Schützenchef Lothar Inden appellierte erneut an die Düsseldorfer Schützen, sich gegen Hass und Gewalt zu stellen. 

Inden erinnerte an den Namenspatron der Schützen, den Heiligen Sebastian. Der lebte unter den römischen Kaisers Diokletan (285-305) und Maximilian (293-305) in Mailand und führte die Kaiserliche Leibgarde. Heimlich sei Sebastian zum christlichen Glauben übergetreten. Anstatt Christen wie befohlen hinzurichten, predigte Sebastian, rettete Menschen das Leben und wurde dafür selbst zum Tode verurteilt und hingerichtet.

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Ernst-Toni Kreuels (Mitte) bekam die Insignien als neuer Oberst der St. Sebastianus Schützen von 1316. Es gratulierte - neben Lothar Inden (r.) der zweite Schützenchef Wolfgang Vollmer (l.).

Der neue Oberst der St. Sebastianus-Schützen, Ernst-Toni Kreuels, bekam auf der Bühne des Radschlägersaals die Insignien seines neuen Amtes: Kette, blaue Schärpe und Urkunde. In einer kurzen Rede kündigte Kreuels an, er habe zu zahlreichen Details in den traditionellen Abläufen Verbesserungsvorschläge und werde diese in den Gremien zur Diskussion stellen. Zusätzlich will er sich um engere Kontakte zu den Jungschützen bemühen.

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Voll besetzter Radschlägersaal beim Titularfest der St. Sebastianus-Schützen.

Während der Veranstaltung wurde zugunsten der Palliativstation der Kaiserswerther Diakonie gesammelt. Regimentskönig André Dornbusch (Gesellschaft Königin Stephanie 1870) hat darum gebeten. Er verzichtet während seiner Regentschaft auf Geschenke und bittet stattdessen darum, für die Palliativstation in Düsseldorf Kaiserswerth zu spenden.

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