Düsseldorf Verkehr

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In vielen Parkbuchten an der Brunnenstraße fanden Autos am Freitag keinen Platz

Düsseldorf: Treffpunkt Parkbucht an der Brunnenstraße

In vielen deutschen Städten wird am dritten Freitag im September der Park(ing) Day gefeiert. In Düsseldorf haben sich gleich sechs Initiativen und viele Geschäfte an der Brunnenstraße daran beteiligt. Auf den Parkplätzen entstanden kleine Parks, gemütliche Sitzecken und boten Raum für Gespräche und Geselligkeit. So soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die parkenden Fahrzeuge viel Platz wegnehmen, der auch anders genutzt werden könnte.

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Thorsten Graeßner und Dietmar Wolf genossen die Parkbucht an der Brunnenstraße

Ein Privat-Pkw steht durchschnittlich 23 Stunden am Tag und nimmt dabei viel Raum ein. Im Jahr 2005 organisierten erstmals Aktivisten in San Francisco den Park(ing) Day, um damit den Parkraum anders zu nutzen und für Bürger und Künstler frei zu machen. Wie sie verwandelten am Freitag (21.9.) auch in Düsseldorf die Mitglieder zahlreicher Initiativen, Vereinen und Organisationen Parklücken auf kreative Art und Weise. Damit wollen sie für die Menschen wenigstens für einige Stunden den Raum zurückerobern, der sonst den Fahrzeugen vorbehalten ist.

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Wer nicht freiwillig den Parkraum frei machte, wurde abgeschleppt

Für fünf Autofahrer wird der Park(ing) Day in teurer Erinnerung bleiben. Denn sie hatten ihre Fahrzeuge in den Parklücken abgestellt, die mit Sondergenehmigung für die Aktion mit Halteverbot versehen worden waren. Sie wurden abgeschleppt und machten damit Platz für Wikinger Schach, Kaffee und Kuchen und andere Aktivitäten.

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Die Verkehrswacht war mit der "schicken Minna" angerollt

Jost Schmiedel vom Verkehrsclub Deutschland hatte mit seinen Kollegen eine gemütlich Sitzecke aufgebaut. Gleich nebenan rollte die Verkehrswacht grünen Rasen aus und dekorierte mit einer Palme. Wer wollte konnte dort auch die Dienste der Radstation in Anspruch nehmen, die Fahrrädern reparierte und gut zu tun hatte.

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Parks statt Parkplatz beim BUND

Dass der öffentliche Raum viel effektiver genutzt werden kann, zeigten auch der BUND, der eine Park-Ausstellung präsentierte. In Obstkisten waren kleine Biotope, Blumen, Gemüse und Kunstwerke zu sehen. Dekoriert wurde das Ganze mit dem Pappmachébaum, der schon im Karneval bei der Gruppe „Natürlich Jeck“ seinen Auftritt hatte.

Angesichts der Feinstaubbelastung in den Städten sollten viel mehr Flächen für eine Begrünung der Innenstadt genutzt werden, als sie mit Autos zu blockieren, findet Melanie Neuhaus vom BUND.

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Mehr Strassenbäume und GRün für die Brunnenstraße

In Kritik stehen die Parkgebühren in Düsseldorf. Diese seien zu niedrig und daher nicht abschreckend genug, erklärt Lerke Tyra vom ADFC. Ein Anwohnerparkausweis kostet pro Jahr in Stockholm umgerechnet circa 800 Euro, in Kopenhagen 535 Euro, in Zürich 270 Euro und in Düsseldorf nur 25 Euro. „In Düsseldorf wird öffentliche Fläche im Straßenraum nahezu verschenkt. Statt den kostbaren Platz überproportional parkenden Autos zur Verfügung zu stellen, müssen Radfahren und ÖPNV attraktiver gemacht werden“ meint Lerke Tyra vom ADFC. „Menschen auf dem Rad brauchen genug Platz, damit sie sicher und zügig unterwegs sein können“.

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Erstaunlich viel kann mit Fahrrädern transportiert werden

Falschparker sorgen regelmäßig für Gefährdungen. Denn sie versperren nicht nur Rettungsfahrzeugen den Weg, sie behindern auch die Sicht für Kinder. „Kommunale Unfallbilanzen belegen, dass ein nicht unerheblicher Teil von Kinderunfällen im Zusammenhang mit sichtbehindernd parkenden Autos steht“ so Simon Höhner von der Verkehrswacht. „Daher ist es umso wichtiger den vorhandenen Platz im urbanen Raum neu zu denken, die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen und unsere Stadt lebenswerter zu machen“.

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Hier ist Parkraum für Fahrräder - verdeutlichen die Schilder eindrücklich

Die Idee, den Park(ing) Day gemeinsam nach Düsseldorf zu holen, kam von dem Projekt UiZ (Umwelt ins Zentrum), das die Forderung nach einem zentralen Umwelthaus für Düsseldorf umsetzen will. „Mobilität ist ein zentrales Thema in Umweltfragen“ so Martina Kern vom UiZ Projektbeirat.

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Auch Geschäfte stellten Tische und Stühle raus

Im vergangenen Jahr war der Park(ing) Day noch eine kleine Aktion des VCD vor dem Düsseldorfer Büro in der Grupellostraße. Durch die Zusammenarbeit konnten diesmal deutlich mehr Menschen zur Teilnahme motiviert werden. Immer wieder blieben Passanten an der Brunnenstraße stehen und kamen ins Gespräch. Auch die Geschäfte begrüßten die Aktion. Dass einige Parkplätze dafür weg fielen nahmen sie in Kauf.

Neben Düsseldorf gab es vom ADFC Aktionen in Aachen, Bochum, Bonn, Essen, Köln, Mönchengladbach, Münsterland, Neuss, Kaarst, Kerpen.

Weitere Eindrücke vom Park(ing) Day auf der Brunnenstraße

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