Düsseldorf Verkehr

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Der Blitzer am Mörsenbroicher Ei reagiert auf Tempo- und Rotlicht-Verstöße

Düsseldorf: Trotz Corona ertappte das Ordnungsamt zahlreiche Verkehrssünder

Trotz Corona, Homeoffice, Schulschließungen und Lockdown ist die Zahl der Verkehrssünder in Düsseldorf im Jahr 2020 gegenüber 2019 nicht wesentlich gesunken. Das gesunkene Verkehrsaufkommen machte sich bei der Gesamtzahl aller Fahrzeuge, die an den Messstellen vorbeigefahren sind, bemerkbar. Es gab eine Rückgang um rund 14 Prozent. Die festgestellten Verstößen reduzierten sich um rund 11 Prozent. 439.005 Falschparker erhielten in 2020 ein Knöllchen, 2019 waren es 459.178. Die Zahl der Temposünder reduzierte sich von 233.478 in 2019 auf 208.009 im vergangenen Jahr. Allerdings sind die Rotlichtverstöße sogar deutlich gestiegen.

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Die Übersicht der Verstöße mit Veränderung zum Vorjahr, Grafik: Stadt Düsseldorf

Geschwindigkeitsüberwachung

Im Rheinufertunnel wurde im vergangenen Jahr besonders oft gerast. Mit 117.345 Fällen rund die Hälfte aller festgestellten Tempoverstößen insgesamt in 2020: 208.009). Grund dafür könnte die Senkungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im September 2019 von 70 auf 60 Stundenkilometer sein. Spitzenreiter war ein Autofahrer, der im Mai mit 161 Stundenkilometern gemessen wurde.

Mit 32.507 zu schnellen Verkehrsteilnehmern lag die Zahl an den elf sonstigen stationären Überwachungsanlagen im Stadtgebiet geringer als 2019 (48.231). Allerdings ging die Messanlage an der A44 durch die Baustelle erst im Dezember 2020 wieder in Betrieb.

An mehr als 700 möglichen Standorten werden in Düsseldorf mit mobilen Geräten die Geschwindigkeiten überprüft. Dabei geht es vor allem um den Schutz von Schulwegen, die Sicherheit vor Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern oder allgemein Stellen, an den es öfter zu Unfällen kommt. Insgesamt wurden 58.157 Verkehrssünder ertappt, die zu schnell unterwegs waren (2019: 75.506).

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Ein Blitzeranhänger im Einsatz, Foto: VITRONIC, Gröpper

Nachdem bereits ein Messanhänger im vergangenen Jahr an verschiedenen Standorten länger verblieb und die Geschwindigkeiten erfasste, plant die Stadt in 2021 ist die Anmietung eines weiteren Geräts.

Rotlichtüberwachung

Wegen Missachtens einer roten Ampel wurden im vergangenen Jahr 10.981 Bußgeldverfahren eingeleitet (2019: 9.125). Die meisten Verstöße wurden am "Nordstern" festgestellt, wo 9.382 Autofahrer (2019: 7.540/Inbetriebnahme Juni 2019) das Rotlicht missachteten.

Ruhender Verkehr

439.005 Halt- und Parkverstöße wurden in 2020 durch das Ordnungsamt mit Verwarn- oder Bußgeldern geahndet (2019: 459.178). Die meisten Parker (176.862) standen dabei auf legalen Plätzen, hatten aber die Höchstparkdauer überschritten oder keinen gültigen Parkschein. 57.828 Fahrzeugführer*innen hatten auf Geh- und Radwegen geparkt. Auf Behinderparkplätzen wurden 5.154 Parkende erwischt. Durch Lockdown und Schließung der Gastronomie und Geschäfte waren deutlich weniger Menschen unterwegs, was auch die gesunkene Zahl der festgestellten Parkverstöße erklärt. Rund die Hälfte der Falschparker kam aus Düsseldorf, jeweils etwas sechs Prozent aus den Kreises Neuss und Mettmann. Ein besonderes Auge hatte die Verkehrsüberwachung auf die neuen Radweg. Dort wurden personalintensiv überwacht, dass sie nicht durch Parker blockiert wurden.

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Rund 9,3 Millionen Euro nahm die Stadt im vergangenen Jahr von Falschparkern ein

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30.339 (6,9 Prozent) Falschparker wurden von Bürger*innen angezeigt. Der Wert liegt auf dem Vorjahresniveau (29.683 Fälle, 6,5 Prozent). Hauptärgernis aus Bürgersicht war das Parken auf Geh- und Radwegen, im absoluten Haltverbot, vor Bordsteinabsenkungen und in Kreuzungsbereichen.

Abschleppungen

8.673 Fahrzeuge parkten so verkehrswidrig, dass sie abgeschleppt wurden (2019: 9.930). Gründe waren meistens missbräuchlich genutzte Schwerbehindertenparkplätze und die Nichtbeachtung mobiler Haltverbotszonen.

Einnahmen und Ausgaben

In die Düsseldorfer Stadtkasse fließen im Jahr 2020 geschätzte 16,7 Millionen Euro (2019: 15,8 Millionen Euro) aus Einnahmen der Geldbußen. Davon entfallen 9,3 Millionen Euro auf Parknöllchen und 7,4 Millionen Euro Raser. Rund 14,2 Millionen Euro musste die Stadt für Personal und Material des Ordnungsamtes ausgeben.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes

133 Einsatzkräfte arbeiten derzeit bei der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes. Im abgelaufenen Jahr konnten für diesen Außendienst 27 neue Mitarbeiter*innen gewonnen werden. Weitere zehn sollen Anfang 2021 hinzu kommen. Beim Ordnungs- und Servicedienst (OSD) sind 120 Mitarbeitenden beschäftigt. Neben dem Bürgerservice achten sie auf die Einhaltung der Vorschriften wie Straßenordnung, Coronaschutzverordnung, Sondernutzungssatzung, Landeshundegesetze oder Landesimmissionsschutzgesetz.

Weitere Informationen zu den Grundlagen der Verkehrsüberwachung sowie den Standorten der Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen gibt es hier.

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