Düsseldorf Verkehr

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Ein Leben in festen Bahnen: Burkhard Nerlich trägt immer noch mit Stolz die Uniform des Straßenbahn-Zugbegleiters.

Düsseldorf bringt die Rheinbahnfans auf die Schiene: 25 Jahre „Linie D“

Die Rheinbahn kann immer noch mit Burkhard Nerlich rechnen. Stolz steht der ehemalige Banker da – im dunkelblauen Dienstzwirn und mit großer Schirmmütze. Vor mehr als zwei Jahrzehnten hat der gelernte Industriekaufmann die Zugbegleiter-Ausbildung absolviert. Ab Mitte der 1990er Jahre dann war er im Einsatz, gab Auskünfte, packte bei Kinderwagen mit an und verkaufte Tickets in Düsseldorfer Straßenbahnen. Beim 25. Geburtstag der „Linie D“ verriet Nerlich, wie damals in den 1950er Jahren als Schüler alles begann – auf der Linie 6, mit seiner Straßenbahn-Leidenschaft. Sechs Stunden lang pflegte er am Sonntag (15.10.) seine alte Liebe mit vielen Tausend weiteren Rheinbahn-Fans im alten Depot am Steinberg in Düsseldorf Bilk.

Auch wenn Arbeitsdirektor Klaus Klar nebst Ehefrau über den alten Betriebshof von 1908 schlenderte, weiß die Rheinbahn vermutlich gar nicht, welchen Schatz sie in ihren Fans hat. Da steht einer mit einem Maßband und dem Fotoapparat an einem Spezialmodell des sogenannten Fünffensterwagens der Modellreihe 900 aus der Mitte der 1920er Jahre. Damals rumpelte die Elektrische noch nicht einmal zehn Jahre lang durch Düsseldorf. Er misst und knippst und sammelt Daten für seine eigenen Unterlagen daheim.

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Umgebaut zur Schneefräse: ein historischer Fünf-Fenster-Wagen

„Das ist schließlich ein Sondermodell“, sagt er – und die Umstehenden nicken, während sich Unkundige erst einmal einlesen. Anfang der 1960er wurde einer der alten Triebwagen knallorange gestrichen und bekam ein breites Räumblech unter den Hauptscheinwerfer geschweißt. Fortan fuhr er als Schneekehre RGB 5111 durch Düsseldorf und sorgte dafür, dass der Straßenbahnverkehr eben nicht bloß deshalb zusammenbrach, weil in der rheinischen Tiefebene mal wieder eine Handbreit Schnee gefallen war.

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Hans Männel mit Zuhörer auf Tour durch die Düsseldorfer Straßenbahngeschichte.

„Verspätungen kann man bei Straßenbahnen schon mal verzeihen“, entschuldigt Hans Männel, dass seine nächste Führung nicht auf die Sekunde exakt nach Fahrplan beginnt. Eine solche Ansage, heute zur Hauptverkehrszeit getwittert, würde einen Shitstorm ohne Beispiel über der Rheinbahn auskübeln. Aber hier im Depot hat alles seine Zeit. Mit vielen Details bringt der Mann mit der Warnweste die Zuhörer auf die Schiene, die mehr über den Nahverkehr in Düsseldorf erfahren wollen.
Da gab es tatsächlich mal Zeiten, in denen ein sich schwungvoll industrialisierendes Düsseldorf voll auf die Straßenbahnen angewiesen war, um all die Menschen und die Werkbänke zueinander zu bringen. Ein Regeltakt von Fünf-Minuten war in der Zeit vor der breiten Motorisierung auf vielen Strecken normal. Wobei man ehrlicherweise hinzufügen, dass die Bahnen an sich viel kürzer waren als heutige Züge.

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Ausrangierte Haltestellenschilder fanden reißenden Absatz.

Während vor den großen Glastoren Menschen 20 Euro für alte Straßenbahnschilder bezahlen und sie dann im Cabrio nach Hause in den Partykeller schaffen, steuern die Mitglieder aus dem Team von Guido Mandorf auf zwölf Modellbaumetern Miniatur-Straßenbahnen aus allen Jahrzehnten über die maßstabsgerecht verkleinerte Strecke der U 72 in Richtung Ratingen. Es ist der Punkt im alten Straßenbahndepot Am Steinberg, wo Historie und Digitalisierung eine friedliche Symbiose eingehen. Die verschiedenen Düsseldorfer Straßenbahnen stammen nach Originalplänen aus dem 3D-Drucker. Und gesteuert wird der Fahrbetrieb von bis zu 15 Miniatur-Straßenbahn-Fahrer von ihrem Handy aus. Denn auch  dafür gibt es heute – eine App.

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ÖPNV en miature: Auf zwölf Metern sind hier Szenen der U72-Fahrt vom Depot Am Steinberg bis nach Ratingen nachgebaut. Gesteuert wird mittels einer App - vom Handy aus.

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