Düsseldorf Verkehr

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Düsseldorf fördert den Radverkehr, denn so soll die Luftverschmutzung reduziert werden

Düsseldorf dreht weiter am Rad-Wegenetz

Mit 700 Einzelmaßnahmen wird seit 2015 der Ausbau des Radwegenetzes voran getrieben- 300 Kilometer soll es umfassen. Oberbürgermeister Thomas Geisel war am Mittwoch (21.8.) selber mit dem Rad unterwegs und überzeugte sich von den Fortschritten.

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OB Thomas Geisel (blauer Helm) mit dem Rad unterwegs in Düsseldorf, Foto: Stadt Düsseldorf, Melanie Zanin

Das Fahrrad soll in Düsseldorf zur Verkehrswende beitragen, denn im Vergleich zum Bau von neuen Straßen und oder ÖPNV-Strecken ist der finanzielle Aufwand für den Ausbau des Radwegenetzes eher gering. Die Düsseldorfer Experten haben ein stadtweites Radhauptnetz entwickelt. Das beinhaltet direktere Verbindungen auf Hauptverkehrsachsen und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer. 300 Kilometer Radweg sollen den Benutzern künftig zur Verfügung stehen.

Oberbürgermeister verschafft sich Eindruck

Auf seinem Rotem Fahrrad und vorbildlich mit Helm trat Thomas Geisel am Mittwoch in die Pedale und verschaffte sich ein Bild vom Fortschritt beim Thema Radwege. Dabei betonte er den Vorteil des Radfahrens für den Klimaschutz. Seit 2015 flossen in Düsseldorf über 10 Millionen Euro in den Ausbau des Radwegenetzes. Bislang lagen die Schwerpunkte in der Umsetzung bei den Bezirksnetze, die ein schnell nutzbares Netz für die kurzen Wege auf Nebenrouten bilden.

Stadt baut Radwegenetz weiter aus

Beim Radhauptnetz sollen Strecken realisiert werden, die auch eine Alternative für Pendler darstellen sollen. Für die nächsten Jahre hat der Rat in einem Sammelbedarfsbeschluss 30 Millionen Euro für die nächsten Jahre beschlossen, um zügig weitere Maßnahmen zu realisieren.
Die Radrundtour mit dem Oberbürgermeister führte vom Burgplatz über die Rheinuferpromenade durch die Carlstadt, Stadtmitte und Pempelfort. Dabei „erfuhr“ er ausgewählte Radverkehrsmaßnahmen zum Ausbau des Radhauptnetzes.

Mit den Achsen Friedrich-/Breite Straße und Elisabeth-/Kasernenstraße wurde im Sommer 2016 einer der ersten Bauabschnitte umgesetzt. Dabei führt mitten durch die Innenstadt auf der Nord-Süd-Achse zwischen Bilk S-Bahnhof und Heinrich-Heine-Allee in beide Richtungen ein jeweils zwei Kilometer langer Radfahrstreifen.
Die Radwege an der Maximilian-Weyhe-Allee und der Hofgartenrampe sollen in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

Auf der Achse Kaiser-/Fischerstraße wurden im Frühjahr dieses Jahres zwischen Jägerhofstraße und Klever Straße im Rahmen eines Versuchs beidseitig Radwege eingerichtet. Nach positiver Bewertung soll eine dauerhafte Markierung erfolgen. Ergänzend zu dieser Nord-Süd-Achse folgt bis Ende August eine Ost-West-Achse auf der Klever Straße/Jülicher Straße. Zwischen Cecilienallee und Eulerstraße werden beidseitig Radwege markiert, die zu einem späteren Zeitpunkt in eine baulich getrennte Radverkehrsanlage geändert werden sollen. Der Radweg auf der Eulerstraße wird derzeit überplant.

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Markierungsarbeiten für den Radweg Prinz-Georg-Straße, Foto: Stadt Düsseldorf, Melanie Zanin

An der Kreuzung Am Wehrhahn/Adlerstraße wurde eine wesentlich Lücke im Radhauptnetz der Stadt geschlossen und bildet nun einen Teil einer Hauptfahrradachse vom östlichen Düsseldorf in Richtung Innenstadt.
Auf der Worringer Straße wurde zwischen Am Wehrhahn und Kölner Straße auf einer Länge von etwa 400 Metern das erste Teilstück der künftigen, 1,2 Kilometer langen Achse Karlstraße/Worringer Straße erstellt. Im Rahmen der Fahrbahnsanierung auf der Kölner Straße wurde zwischen Worringer Platz und Gerresheimer Straße in beiden Fahrtrichtungen Radfahrstreifen in einer Gesamtbreite von 3,25 Metern aufgetragen.

Eine neue Fahrradwegeverbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt wurde auf der Friedrich-Ebert-Straße geschaffen. Von der Karlstraße bis zur Berliner Allee gibt es nun einen Radweg.

Neben den reinen Radwegen profitieren die Fahrradfahrer seit Frühjahr auch an den eingerichteten Umweltspuren, die für Busse, Taxen, Elektroautos, Fahrgemeinschaften und Raffahrer freigeben sind.
Die Umweltspuren sind als Verkehrsversuche angelegt und in 2020 soll entschieden werden, ob der Testbetrieb zu einer dauerhaften Lösung wird.

Radverkehr hat zugenommen

Die Zahl der Radfahrer in Düsseldorf steigt kontinuierlich. Allein an der Dauerzählstelle am Mannesmannufer wurden im vergangenen Jahr 1.042.633 Fahrradfahrer registriert. Das sind 13 Prozent mehr als 2017. Auch an den übrigen 13 Zählstellen nahm die Zahl der Radler im Stadtgebiet gegenüber 2017 um 6,6 Prozentpunkte auf 5,36 Millionen zu. Der positive Trend scheint sich 2019 fortzusetzen. Bis Mitte August wurden stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,4 Prozent.

Doch der ADFC Fahrradklima-Test zeigt, dass sich Radfahren in Düsseldorf noch nicht ganz durchgesetzt hat. Die Werbung für das Fahrrad und die jüngsten Maßnahmen zur Fahrradförderung werden zwar positiv bewertet. Doch der Ausbau der Infrastruktur ginge deutlich zu langsam voran.
Mit einer Gesamtnote von 4,2 (Schulnote) liegt Düsseldorf im Vergleich mit ähnlich großen Kommunen im Mittelfeld. Münster hat mit einer Note von 3,3 die Nase vorn, gefolgt von Oberhausen mit 3,9. Düsseldorf teilt sich seinen Platz unter anderem mit Bonn, Krefeld und Essen.

Durch den Ausbau des Radwegenetzes sollen Anreize geschaffen werden, besonders auf kurzen Strecken Fahrten mit dem Auto auf das Fahrrad zu verlagern. Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Ich kann nur jedem empfehlen, das Fahrrad zu nutzen: Es ist gesund, umweltfreundlich, kostengünstig und macht Spaß."

Mehr Fahrrad-Parkplätze

Zum Ärger der Autofahrer werden seit 2018 im Rahmen der Initiative Fahrrad-Abstellanlagen neue Parkbereiche für Räder gestaltet. Wo früher Platz für ein Auto war, können nun mehrere Räder abgestellt werden. So entfielen 81 Pkw-Parkplätze zugunsten von 596 Rad-Parkplätzen. 1.293 zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten an 666 Fahrradständern waren geplant. Bis jetzt sind 610 Fahrradständer mit 1.181 Abstellmöglichkeiten montiert. Die neuen Parkmöglichkeiten werden gut angenommen. Lediglich drei Standorte wurden identifiziert, an denen die Abstellanlagen nicht ausreichend genutzt wurden, und die jetzt versetzt werden.

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