Düsseldorf Verkehr

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In der Nacht sind alle Zweckbauten schön: Der Düsseldorfer Rheinufertunnel wird 25.

Düsseldorf feiert sein Jahrhundertbauwerk: Der Rheinufertunnel wird 25

Der Strom, die Stadt und als Störenfried: die Straße. Es brauchte eine Jahrhundertidee, um Düsseldorf wieder an den Rhein zu rücken. Und die wird nun gleich doppelt gefeiert; schließlich sind wir hier nicht in Preußen. Am 6. Dezember stoßen die Schlipsträger im Rathaus an. Bei der Jubiläumsfeier zeichnet der Düsseldorfer Architekten- und Ingenieurverein (AIV) die Stadt für das "Bauwerk des Jahrhunderts" aus. Am 12. Mai 2019 sagen die Bürger bei einem Volksfest: Happy Birthday, Rheinufertunnel!

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So konnte das nicht weitergehen: das Düsseldorfer Rheinufer in den 1980er Jahren.

Am 15. Dezember 1993 wurde die Röhre für den Verkehr freigegeben. Seitdem rollen täglich rund 55.000 Fahrzeuge durch den knapp 2.000 Meter langen Tunnel, dessen Bau gut dreieinhalb Jahre dauerte. Oberirdisch machte sich Düsseldorf fein – mit dem größten, bislang in Angriff genommenen Vorhaben zur Verkehrsberuhigung überhaupt. Es entstanden 28 Hektar autofreie Zone.

"Kreativ und mutig"

Der Tunnelbau war eine der seltenen gelungenen Entscheidungen der Stadtplaner. Die Tieflegung der Bundesstraße 1 auf dem Rheinufer überwand einen lauten, stinkenden, gefährlichen Riegel zwischen Fluss und Stadt. Oberbürgermeister Thomas Geisel sagt: „Mit dem Bau des Tunnels hat die Düsseldorfer Politik in den 80er und 90er Jahren eine weitsichtige Entscheidung getroffen. Der Tunnel steht auch heute noch für kreative und mutige Lösungen, die wir in unserer wachsenden Stadt brauchen. Die Rheinuferpromenade hat den Flaneur an den Rhein zurückgebracht und damit wesentlich zum modernen Lebensgefühl in Düsseldorf beigetragen. Das ist uns eine Verpflichtung für die weitere städtebauliche Entwicklung unserer Stadt, die wir uns für die kommenden Jahre vorgenommen haben."

Das Rheinufer in der Geschichte

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So war's am Düsseldorfer Rheinufer im Jahr 1903: Unten Hafen, oben die Flaneure.

Düsseldorf genießt seit jeher die Lage am Rhein. In früheren Jahrhunderten kam es jedoch häufig zu schweren Überschwemmungen. Deshalb wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Rheinufer zwischen dem neu angelegten Hafen und dem Schlossturm gesichert. Der Stadtrat beschloss, das Ufer bis zu 37 Meter in den bisherigen Stromverlauf vorzuschieben. Das Untere Werft wurde sechs Meter über dem Düsseldorfer Normalpegel angelegt und diente fortan der Abwicklung des Hafenbetriebs.
Nochmal drei Meter höher entstand das 26 Meter breite Ufer mit einem Flanierboulevard. Im März 1902 war die Promenade fertig. Viel Platz für die Flaneure vom Rhein – bis das Wirtschaftswunder den Motor der Stadt auf hohe Drehzahlen trieb. Der Flächennutzungsplan von 1957 sah eine "stadtnahe Westtangente" vor. Es entstand die Straßenverbindung "In der Lohe" – heute Kennedydamm.

Und so wurde das Rheinufer zu einer stark befahrenen Achse mit bis zu 55.000 Fahrzeugen täglich. Die schier endlose Auto-Kolonne auf das Untere Werft zu verlegen, schied wegen der fehlenden Hochwassersicherheit aus. Bis – in enger Abstimmung zwischen der Stadt Düsseldorf und dem Land NRW – der Tunnelblick gewann.

Etappen des Tunnelbaus

Der Tunnelbau begann am Burgplatz am 15. März 1990; natürlich mit einem großen Fest und 1990 Litern Freibier für alle. Ein Knalleffekt begleitete die Arbeiten im Bereich des Fürstenwalls. Die alte Hochstraße vor dem Gebäude des Landtages wurde am 27. Oktober 1990 mit 500 Kilogramm Ammoniak-Salpeter-Sprengstoff gesprengt.

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Baustellen-Countdown am nördlichen Tunnel-Ende: Düsseldorf zählte die Tage bis zur Eröffnung.

Energischer Bauleiter vom ersten bis zum letzten Bautag war Diplom-Ingenieur Erich Waaser, Abteilungsleiter im damaligen "Ingenieurbauamt" (heute „Amt für Verkehrsmanagement“). Er ließ mehr als 100 Tage vor der Inbetriebnahme auf einer großen Tafel einen täglichen Countdown bis zur Tunnel-Eröffnung herunterzählen. Mit Erfolg: Der Freigabe-Termin wurde exakt eingehalten. Während der gesamten Bauzeit blieb Düsseldorf hochwasserfrei. Doch kaum war der Tunnel Ende 1993 in Betrieb, überspülte der Rhein das Untere Werft. Der Tunnel bestand den Rhein-Test. Und für die Düssel wurde zwischen den Tunnelröhren ein neues  Bett geschaffen. Nördliche und südliche Düssel durchqueren den Tunnel.

Eine Röhre unter Druckluft

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Autos kommen am Düsseldorfer Rheinufer seit 25 Jahren unter die Erde.

Die wichtigste technische Entscheidung war, den Rheinufertunnel auf einer Länge von 1,2 Kilometern als Doppelstocktunnel zu bauen. Die beiden Röhren für die Fahrbahnen liegen übereinander. Zunächst wurde die obere Röhre fertiggestellt. Dann machte man sich an die untere Röhre und hatte dabei eine besondere Schonung des Grundwassers im Auge. Unter der Röhre wurde ein Druck zwischen 0,7 und 1,1 bar aufgebaut – abhängig vom Pegelstand des Rheins.

Historische Funde

Während des Tunnelbaus wurden im Bereich des Rathausufers Teile der alten Hafenanlagen und der Düsseldorfer Zitadelle gefunden, die bei der Schleifung der Festung im Boden belassen worden waren. Über die Gestaltung der Tunneloberfläche entschied ein Wettbewerb, den das Düsseldorfer Büro von Professor Niklaus Fritschi mit Benedikt Stahl gewonnen hat. Ein Bestandteil war gesetzt: die Platanenallee. Der typische Baum am Düsseldorfer Rheinufer sollte auch dort wieder gepflanzt werden.
Herausragende Merkmale der Fritschi-Pläne waren die aus einem blauen Wellenmuster verlegten Steine für den Gehweg an der Wasserseite, der separate Radweg und die große Freitreppe am Burgplatz. Nach Plänen von Hermann-Josef Kuhna wurde das Betonumfeld der Freitreppe zunächst mit bunten Farbtupfern versehen. Inzwischen sind die Flächen mit farbigen Keramiken verziert, die leichter sauber zu halten sind.

Die Fakten

Baubeginn: 15. März 1990
Fertigstellung: 15. Dezember 1993
Kosten: 550 Millionen DM
Zuschüsse: 80 Prozent
Tunnellänge: 1928 Meter
Unterführung Gladbacher Straße: 300 Meter
Breite, je Röhre: 9,70 Meter
Mit zwei Fahrbahnen zu je 3 Meter, eine Standspur mit 2 Meter
Höhe: 4,80 Meter
Dicke der Tunnelwände: 0,80 Meter
Dicke der Tunneldecken: zwischen 0,90 und 1,20 Meter
Erdaushub: 620.000 Kubikmeter, entspricht 125.000 Lkw-Ladungen
Beton eingebaut: 235.000 Kubikmeter
Strahlventilatoren: 72 Stück

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