Düsseldorf Verkehr

D_Komod_Autoparken_20180924

Per App sagt ein Fahrer seinen Auto "Platz!" - und es parkt allein in einem Parkhaus ein. Eine Projekt des "Institut für Kraftfahrzeuge" der Technischen Hochshule Aachen - in Verbindung mit Vodefone. 

Düsseldorf wird für 14,9 Millionen Euro zur Teststrecke für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge

Am Ende des Tages wird Wichtigkeit, auch in einer digitalen Welt, immer noch in Papier gemessen: Elf Seiten Pressemitteilung gab die Stadt Düsseldorf am Montag (24.9.) heraus. Denn 20 Kilometer in und um die Stadt herum sind ab sofort Teststrecke für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge. Auf den Autobahnen A57 und A52, am Heerdter Dreieck, im linksrheinischen Rheinalleetunnel, auf der Rheinkniebrücke, im Stadtteil Friedrichstadt und oben auf dem Vodafone-Parkhaus unterhalten sich künftig Autos, Busse und Fahrräder mit Ampeln, Parkplätzen und einem Zentralrechner.

D_Komod_Karte_20180924

Teststrecke im Düsseldorfer Rheinknie: Hier probieren Firmen und Forscher aus, wie das ist, wenn Fahrzeuge mit Ampeln und Tunneln kommunizieren.

Der Verkehr wird zu einer Sache des Datenflusses. Da muss erst einmal niemand Angst davor haben, dass etwas passiert, versicherte Düsseldorfs Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke im Gespräch mit report-D. Es säßen schließlich immer noch Menschen am Steuer. Und für diese Forscher gelten strikte Regeln: Nur auf Geradeaus-Strecken dürfen Testfahrer testweise die Hände vom Steuer nehmen; ein Beifahrer, beim Flugzeug würde man sagen: ein Bordingenieur, überwacht die Fahrten. Acht kreuzbrave Familienkutschen, etwas mehr als ein Dutzend Rheinbahnbusse und Mieträder von Ford Pass-Bike mutieren zu Versuchsträgern.

D_Komod_wuest_20180924

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst steuert in Richtung einer digitalen und vernetzten Mobilität, Verkehrsdezernentin Zuschke und Oberbürgermeister Geisel (2.v.r.) sprangen auf.

Das Projekt hat den schönen Namen „KoMoD – Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert neun der insgesamt 14,8 Millionen Euro Projektkosten. 13 Firmen und Uni-Institute probieren ihre Ideen in der rauen Düsseldorfer Verkehrswirklichkeit aus. Ab 2019 dürfen weitere Firmen und Institute hinzukommen.
Natürlich ist Düsseldorf stolz wie Bolle, dass es zur Teststrecke für die Zukunft des Verkehrs wird. Selten sind Autobahnen, Landstraßen und Innenstadt so dicht beieinander – wie hier. Worüber viele Journalisten beim großen Auftrieb mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der Verkehrsdezernentin und den Rheinbahnchef am Montag stolperten, war die Lücke zwischen Theorie und Praxis.

D_Komod_StefanSchuster_GevasSoftware_20180924

Stefan Schuster von der Firma Gevas zeigte eine App, die Radfahrern anzeigt, ob und wann die nächste Ampel auf Rot schaltet.

Das eine App die Grüne Welle garantiert, lästerte mancher, mag modern sein – das hatte Düsseldorfer aber bereits vor Jahrzehnten mit der Hilfe der Ur-Opa-Rechner geschafft. Und die Fantasie vom Auto, dem der Fahrer per Knopfdruck auf eine andre App im Parkhaus „Platz“ zuruft, wird zwar mit einem Fahrzeuge der RWTH Aachen und Routern von Vodafone bereits experimentell umgesetzt. Doch die Kutsche rollt extremlangsam und steht hinterher auch noch schief in der Parklücke.
Andererseits: Wenn Autofahrern der Weg der Weg zur nächsten freien Parklücke angezeigt wird oder Busfahrer sehen, dass die nächste Ampel erst in 32 Sekunden Grün wird, kann das zu einer Normalisierung des Düsseldorfer Straßenwahnsinns beitragen. Man muss es eben ausprobieren und in der Praxis weiter verbessern. Da soll die Tunnelsteuerung noch mehr digitalisiert werden, so dass der Rheintunnel irgendwann selber warnt: „Achtung, ich bin gesperrt!“

Die digitale Rettungsgasse

Da kann man sich auch vorstellen, dass Busse und Bahnen automatisch „Grün“ bekommen, wenn sie sich einer Ampel nähern. Dasselbe wird als App für Radfahrer getestet – lohnt es sich, nochmal in die Pedale zu treten, weil die nächste Ampel noch eine Weile lang „Grün“ zeigt – oder lässt man einfach ausrollen. Auch ein Rettungsgassenassistent wird erprobt – mit dessen Hilfe sich Rettungsfahrzeuge den Weg zum Einsatzort freimachen können.
In vielen Zwischenschritten und Versuchsanordnungen wird das nun ausprobiert - im Projekt „KoMoD“.

Zurück zur Rubrik Verkehr

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Verkehr

D_Bilk_Bahnhof_12042019_articleimage

Der Bahnhof Bilk soll mehr Gleise, einen neuen Bahnsteig von 215 Metern Länge und neue Oberleitungen bekommen, damit er als neuer Regionalhalt genutzt werden kann. Nach dem symbolischen Spatenstich im Sommer 2019 geht es nun in Richtung der Hauptarbeiten. Vom 16. Dezember bis April 2020 sind umfangreiche Arbeiten geplant. Neben einer Vollsperrung am 11. und 12. Januar gibt es einige Beeinträchtigungen im Zugverkehr.

D_Mobile_nrw_02122019

Verschiedenste Fahrkartenautomaten, Fahrten über Verbundgrenzen hinaus und undurchsichtige Tarife – die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs stellt viele Fahrgäste bereits vor Antritt der Reise auf eine harte Probe. Dies soll nun aber alles besser werden. Am Montag (1.12.) wurde die neue App „mobil.nrw“ vorgestellt. Zumindest für Smartphonebesitzer könnte es damit einfacher werden.

D_MitsubishiHalle_Schranke_20191110

Die Entscheidung in der Ratssitzung am 28. November war knapp, aber deutlich: Die Umweltspuren sollen bleiben. Doch gleichzeitig wurden verschiedene Optimierungen gefordert, von denen jetzt zwei umgesetzt wurden. Reisebusse dürfen künftig auch auf der Umweltspur fahren und der Parkplatz an der Mitsubishi-Electric-Halle kann als Park&Ride-Platz genutzt werden.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D