Düsseldorf Verkehr

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Per App sagt ein Fahrer seinen Auto "Platz!" - und es parkt allein in einem Parkhaus ein. Eine Projekt des "Institut für Kraftfahrzeuge" der Technischen Hochshule Aachen - in Verbindung mit Vodefone. 

Düsseldorf wird für 14,9 Millionen Euro zur Teststrecke für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge

Am Ende des Tages wird Wichtigkeit, auch in einer digitalen Welt, immer noch in Papier gemessen: Elf Seiten Pressemitteilung gab die Stadt Düsseldorf am Montag (24.9.) heraus. Denn 20 Kilometer in und um die Stadt herum sind ab sofort Teststrecke für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge. Auf den Autobahnen A57 und A52, am Heerdter Dreieck, im linksrheinischen Rheinalleetunnel, auf der Rheinkniebrücke, im Stadtteil Friedrichstadt und oben auf dem Vodafone-Parkhaus unterhalten sich künftig Autos, Busse und Fahrräder mit Ampeln, Parkplätzen und einem Zentralrechner.

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Teststrecke im Düsseldorfer Rheinknie: Hier probieren Firmen und Forscher aus, wie das ist, wenn Fahrzeuge mit Ampeln und Tunneln kommunizieren.

Der Verkehr wird zu einer Sache des Datenflusses. Da muss erst einmal niemand Angst davor haben, dass etwas passiert, versicherte Düsseldorfs Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke im Gespräch mit report-D. Es säßen schließlich immer noch Menschen am Steuer. Und für diese Forscher gelten strikte Regeln: Nur auf Geradeaus-Strecken dürfen Testfahrer testweise die Hände vom Steuer nehmen; ein Beifahrer, beim Flugzeug würde man sagen: ein Bordingenieur, überwacht die Fahrten. Acht kreuzbrave Familienkutschen, etwas mehr als ein Dutzend Rheinbahnbusse und Mieträder von Ford Pass-Bike mutieren zu Versuchsträgern.

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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst steuert in Richtung einer digitalen und vernetzten Mobilität, Verkehrsdezernentin Zuschke und Oberbürgermeister Geisel (2.v.r.) sprangen auf.

Das Projekt hat den schönen Namen „KoMoD – Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert neun der insgesamt 14,8 Millionen Euro Projektkosten. 13 Firmen und Uni-Institute probieren ihre Ideen in der rauen Düsseldorfer Verkehrswirklichkeit aus. Ab 2019 dürfen weitere Firmen und Institute hinzukommen.
Natürlich ist Düsseldorf stolz wie Bolle, dass es zur Teststrecke für die Zukunft des Verkehrs wird. Selten sind Autobahnen, Landstraßen und Innenstadt so dicht beieinander – wie hier. Worüber viele Journalisten beim großen Auftrieb mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der Verkehrsdezernentin und den Rheinbahnchef am Montag stolperten, war die Lücke zwischen Theorie und Praxis.

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Stefan Schuster von der Firma Gevas zeigte eine App, die Radfahrern anzeigt, ob und wann die nächste Ampel auf Rot schaltet.

Das eine App die Grüne Welle garantiert, lästerte mancher, mag modern sein – das hatte Düsseldorfer aber bereits vor Jahrzehnten mit der Hilfe der Ur-Opa-Rechner geschafft. Und die Fantasie vom Auto, dem der Fahrer per Knopfdruck auf eine andre App im Parkhaus „Platz“ zuruft, wird zwar mit einem Fahrzeuge der RWTH Aachen und Routern von Vodafone bereits experimentell umgesetzt. Doch die Kutsche rollt extremlangsam und steht hinterher auch noch schief in der Parklücke.
Andererseits: Wenn Autofahrern der Weg der Weg zur nächsten freien Parklücke angezeigt wird oder Busfahrer sehen, dass die nächste Ampel erst in 32 Sekunden Grün wird, kann das zu einer Normalisierung des Düsseldorfer Straßenwahnsinns beitragen. Man muss es eben ausprobieren und in der Praxis weiter verbessern. Da soll die Tunnelsteuerung noch mehr digitalisiert werden, so dass der Rheintunnel irgendwann selber warnt: „Achtung, ich bin gesperrt!“

Die digitale Rettungsgasse

Da kann man sich auch vorstellen, dass Busse und Bahnen automatisch „Grün“ bekommen, wenn sie sich einer Ampel nähern. Dasselbe wird als App für Radfahrer getestet – lohnt es sich, nochmal in die Pedale zu treten, weil die nächste Ampel noch eine Weile lang „Grün“ zeigt – oder lässt man einfach ausrollen. Auch ein Rettungsgassenassistent wird erprobt – mit dessen Hilfe sich Rettungsfahrzeuge den Weg zum Einsatzort freimachen können.
In vielen Zwischenschritten und Versuchsanordnungen wird das nun ausprobiert - im Projekt „KoMoD“.

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