Düsseldorf Verkehr

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Straßenbahnfahrer arbeiteten sich durch die Stadt, in dem sie Weiche für Weiche von Hand stellten

Düsseldorf zwischen Update und Absturz: Schwarzer Donnerstag bei der Rheinbahn - Tausende kamen zu spät

Die Nerven lagen blank. Dutzende Passagiere in U-Bahn-Stationen blieben ohne Informationen darüber, wann der nächste Zug kommt. Hunderte warteten vergebens am Hauptbahnhof auf irgendeinen Anschluss. Der Fahrplan geriet total aus den Fugen. Social Media glühte, Busfahrer halfen teils mit Informationen oder schnauzten barsch – je nach Temperament. Die Rheinbahn schreibt über den 20. April 2017 in ihre Chronik: Totalabsturz von 80 Prozent der Bordcomputer in Bussen und Bahnen. Die Ursache: ein fehlerhaftes Computer-Update, das die Rechner reihenweise abstürzen ließ. Ob der Fehler am Freitagmorgen (21.4.) behoben sein wird, will die Rheinbahn in der Frühe via Web und Facebook mitteilen.

Der Computerabsturz in großem Umfang hatte erhebliche Folgen – den ganzen Tag über: 560 von 700 Fahrzeugen fuhren – wie früher durch die Stadt. Die Fahrer mussten jede Weiche von Hand stellen. Den normalerweise vollautomatisierten U-Bahn-Betrieb schaltete die Rheinbahn-Leitstelle manuell. Ein falscher Knopfdruck für Weichen und Signale – und U-Bahn-Züge hätten zusammenstoßen können. Über Stunden war hochkonzentrierter Einsatz nötig.

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Ohne Bordcomputer keine Anzeige auf dem Bus - die Fahrer druckten sich ihre Liniennummer aus und klebten sie an die Windschutzscheibe

Vielen Kunden schien das völlig egal zu sein. Wie Viktoria K., die sich in Facebook auskotzte, völlig ohne Respekt vor den Menschen am anderen Ende: „das ist doch ein scheiß Laden. Ich würde mich schämen, für die Rheinbahn zu arbeiten.“ Ein Saubermann mit dem Namen „Peter Sidolin“ ist Dauer-Ätzer gegen die Rheinbahn: „Die Rheinbahn ist einfach zu blöd, aber dafür teuer.“ „Lotte Hä“ klagt: „Und wo bitte ist die U 76??? Steh an der Rheinstr. Und keine Bahn hier, die JETZT anfahren sollte.“

Katharina - Godmother of Kundendialog

Gegen all die krassen Hassmails wegen ausgefallener Busse und Bahnen setzte die Rheinbahn „Katharina“, Godmother of Kundendialog: „Hallo Lotte, wir können leider momentan nicht sehen, welche Bahn wo ist, daher kann ich dir nicht sagen, wo Deine U76 bleibt.“ Der linksrheinisch nörgelnden Sonja bot Katharina an, eine Entschuldigung für den Chef zu schreiben. Die Antwort – versöhnlich: „Nicht nötig, der ist Kummer gewöhnt.“ Die Report-D Lieblingsantwort aus Katharinas Wortbaukasten: „Hallo Erwin, ein paar Bahnen sind pünktlich, aber auch ein paar sind mit Verspätung unterwegs. Genau können wir das zurzeit leider nicht sagen.“
Irgendwann am Nachmittag ist Katharina nach Hause gegangen. Und hat vermutlich nach all den Beschimpfungen, obszönen Posts, Beleidigungen, Nörgeleien, Rechthaberei – erst mal lange und ausgiebig geduscht. Es sei ihr gegönnt.

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