Düsseldorf Verkehr

D_Ina_4_17052017

Auch beim roten Wahlkampfflitzer des OB können für die Kurse die Pedale abgenommen werden. v.l. Armin Dörr, Hamid Sultani, Ina Niegengerd und Simon Höhner

Fahrradstadt Düsseldorf auch für Flüchtlinge

Sich in Düsseldorf zu orientieren ist mit dem Fahrrad nicht immer einfach. Aber das liegt bei den Flüchtlingen zum Teil daran, dass die Verkehrsregeln und der Großstadtverkehr sehr ungewohnt für sie sind. Ina Niegengerd ist Ehrenamtlerin bei ADFC und gibt Radfahrsicherheitstrainings für Flüchtlinge. Dabei kann sie auch auf eine ganz besonderes Fahrrad zurückgreifen: Thomas Geisel hat sein Fahrrad aus Wahlkampfzeiten seiner OB-Kandidatur für die Kurse zur Verfügung gestellt.

Rund 100 Geflüchtete hat Ina Niegengerd schon auf's Rad gebracht

Alles fing mit einer geflüchteten Frau an, die nicht Radfahren konnte und um die sich Ina Niegengerd kümmerte. Dabei stellte sie fest, dass das Radfahren die Geflüchteten mobil macht und ihnen die Integration erleichtert. Doch viele der in Düsseldorf lebenden Flüchtlinge können nicht Radfahren oder sind im Großstadtverkehr sehr unsicher. So entwickelte die studierte Sozialpädagogin ein Konzept, wie das Radfahren und die notwendigen Verkehrs- und Verhaltensregeln gelehrt werden können. Als Ehrenamtlerin vom ADFC fand sie schnell Unterstützung bei Simon Höhner von der Verkehrswacht Düsseldorf. Am dem Verkehrsübungsplatz in Rath, auf dem normalerweise die Schulkinder ihren Fahrradführerschein machen, darf auch Niegengerd mit ihren Kursteilnehmern üben.

Theorie und Praxis gehören dazu

Dabei erhalten die Teilnehmer eine Theorieeinheit, die neben den Verkehrsregeln den Bußgeldkatalog und Tipps zur sicheren Ausstattung von Rad und Fahrer beinhaltet. Im Praxisblock geht es dann auf die Räder, die wie bei den Kindern am Anfang ohne Pedale als Laufräder genutzt werden, um zuerst die notwendige Balance zu lernen. Wenn das klappt, wird auf dem Parcours das Abbiegen geübt, am Stoppschild gehalten und zügig gebremst. Erst wenn alles zufriedenstellend klappt gibt es die Teilnehmerurkunde.

Unterstützt wird Ina Niegengerd von Hamid Sultani, einem Flüchtling aus Afghanistan und einer ihrer ersten Schüler. Er dolmetscht bei Bedarf, schraubt aber auch Sättel auf die richtige Höhe oder zeigt, wie die Übungen richtig gemacht werden.

D_Ina_2_17052017

Ein gutes Team: Ina Niegengerd lehrt das Radfahren und Armin Dörr repariert die Räder

"Hallo Fahrrad"

Armin Dörr von „Hallo Fahrrad“, einer Initiative von Vision:teilen, hilft dabei, wenn es darum geht ein Rad zu bekommen oder zu reparieren. Der passionierte Fahrradschrauber hat schon in vielen Unterkünften Aktionen gestartet, bei denen alte Räder wieder verkehrssicher gemacht wurden. Die über Spenden finanzierte Fahrradvermittlung ist aber nicht nur für Flüchtlinge. Armin Dörr ist ein Verfechter der Mobilität, die jedem Menschen ermöglicht werden sollte. Dass dafür das Fahrrad ideal ist hat er früh erkannt und sich zum Ziel gesetzt, bedürftigen Menschen Räder zu verschaffen. Mit dem Zustrom an Flüchtlingen kam er kaum nach mit dem Herrichten der Fahrräder, aber für die Kursteilnehmer von Ina Niegengerd hilft er immer gerne.

Fahrkurse für Flüchtlinge

Viele Wohlfahrtsverbände sind mit ihren Ehrenamtlern bemüht, die Flüchtlinge zur besseren Mobilität mit Fahrrädern auszustatten. Dabei wird die Verkehrssicherheit der Räder beachtet, aber meist die der Fahrer weniger. Wer ein Fahrsicherheitstraining oder Kurs Fahrradführerschein für die Flüchtlinge organisieren möchte, kann mit dem ADFC Kontakt aufnehmen. Die Geschäftsstelle des ADFC Düsseldorf befindet sich in der Siemensstraße 46 in Düsseldorf-Oberbilk ( https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-duesseldorf/rafaschu.html ).

Zurück zur Rubrik Verkehr

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Verkehr

D_FrankKubicki_LtdDirVerkehr_2_20180223

Die Düsseldorfer Polizei will im Jahr 2018 verstärkt die Lastwagenfahrer kontrollieren. Lkw-Fahrer seien 2017 für jeden zweiten tödlichen Verkehrsunfall auf den Autobahnen rings um Düsseldorf verantwortlich gewesen, sagte Frank Kubicki, Leiter der Direktion Verkehr, bei der Vorlage der Düsseldorfer Verkehrsstatistik 2017. Für neun von 22 Unfalltoten auf den Autobahnen rings um Düsseldorf gingen auf das Konto von Lastwagenfahrern.

D_AngermundSchwarzbauZug_20180218

Betreibt die Deutsche Bahn einen ihrer wichtigsten Streckenabschnitte – den zwischen Duisburg und Düsseldorf, ohne eine Genehmigung dafür zu besitzen? Diesen Verdacht hat die Lärmschutz-Initiative Angermund. Ein Jahr lang wurden die Deutsche Bahn, Landes- und Bundesbehörden und –archive um Vorlage der Genehmigung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gebeten. Bislang vergebens. Nun will die Initiative verwaltungsgerichtlich klagen. Sprecherin Elke Wagner erläuterte am Sonntagnachmittag (18.2.) rund 120 Bürgern im Schützenhaus Angermund, was bisher geschah.

D_Angermund_RichardKleinofen_ElkeWagner_20180217

Alle zwei Minuten ein Zug, mitten durch Düsseldorf-Angermund. Das sind nach dem RRX Ausbau von derzeit vier auf dann sechs Gleise 700 Züge am Tag ab 2025. Jeden Tag. Trotz solcher Zahlen wurde die Lärmschutzinitiative der dortigen Anwohner jahrelang gedeckelt. Weil sie einen Deckel auf dem lauten Schienenstrang forderte. Ob vom Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Thomas Geisel, der SPD, der Deutschen Bahn oder städtischen Gutachtern, immer scholl der Initiative ein „Nicht machbar!“ und „Zu teuer!“ entgegen. Nun schlägt das Pendel zurück. Nach mehr als einjährigen Recherchen sagen Elke Wagner von der Anti-Lärminitiative und ihr Anwalt Clemens Antweiler: „Die seit 1845 zwischen Düsseldorf und Duisburg betriebene Bahnstrecke ist ein klassischer Schwarzbau.“ Weil es offenbar keine Genehmigungsunterlagen gibt, soll vor dem Verwaltungsgericht Klage eingereicht werden.

Düsseldorf, Helau!

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D