Düsseldorf Verkehr

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Auch beim roten Wahlkampfflitzer des OB können für die Kurse die Pedale abgenommen werden. v.l. Armin Dörr, Hamid Sultani, Ina Niegengerd und Simon Höhner

Fahrradstadt Düsseldorf auch für Flüchtlinge

Sich in Düsseldorf zu orientieren ist mit dem Fahrrad nicht immer einfach. Aber das liegt bei den Flüchtlingen zum Teil daran, dass die Verkehrsregeln und der Großstadtverkehr sehr ungewohnt für sie sind. Ina Niegengerd ist Ehrenamtlerin bei ADFC und gibt Radfahrsicherheitstrainings für Flüchtlinge. Dabei kann sie auch auf eine ganz besonderes Fahrrad zurückgreifen: Thomas Geisel hat sein Fahrrad aus Wahlkampfzeiten seiner OB-Kandidatur für die Kurse zur Verfügung gestellt.

Rund 100 Geflüchtete hat Ina Niegengerd schon auf's Rad gebracht

Alles fing mit einer geflüchteten Frau an, die nicht Radfahren konnte und um die sich Ina Niegengerd kümmerte. Dabei stellte sie fest, dass das Radfahren die Geflüchteten mobil macht und ihnen die Integration erleichtert. Doch viele der in Düsseldorf lebenden Flüchtlinge können nicht Radfahren oder sind im Großstadtverkehr sehr unsicher. So entwickelte die studierte Sozialpädagogin ein Konzept, wie das Radfahren und die notwendigen Verkehrs- und Verhaltensregeln gelehrt werden können. Als Ehrenamtlerin vom ADFC fand sie schnell Unterstützung bei Simon Höhner von der Verkehrswacht Düsseldorf. Am dem Verkehrsübungsplatz in Rath, auf dem normalerweise die Schulkinder ihren Fahrradführerschein machen, darf auch Niegengerd mit ihren Kursteilnehmern üben.

Theorie und Praxis gehören dazu

Dabei erhalten die Teilnehmer eine Theorieeinheit, die neben den Verkehrsregeln den Bußgeldkatalog und Tipps zur sicheren Ausstattung von Rad und Fahrer beinhaltet. Im Praxisblock geht es dann auf die Räder, die wie bei den Kindern am Anfang ohne Pedale als Laufräder genutzt werden, um zuerst die notwendige Balance zu lernen. Wenn das klappt, wird auf dem Parcours das Abbiegen geübt, am Stoppschild gehalten und zügig gebremst. Erst wenn alles zufriedenstellend klappt gibt es die Teilnehmerurkunde.

Unterstützt wird Ina Niegengerd von Hamid Sultani, einem Flüchtling aus Afghanistan und einer ihrer ersten Schüler. Er dolmetscht bei Bedarf, schraubt aber auch Sättel auf die richtige Höhe oder zeigt, wie die Übungen richtig gemacht werden.

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Ein gutes Team: Ina Niegengerd lehrt das Radfahren und Armin Dörr repariert die Räder

"Hallo Fahrrad"

Armin Dörr von „Hallo Fahrrad“, einer Initiative von Vision:teilen, hilft dabei, wenn es darum geht ein Rad zu bekommen oder zu reparieren. Der passionierte Fahrradschrauber hat schon in vielen Unterkünften Aktionen gestartet, bei denen alte Räder wieder verkehrssicher gemacht wurden. Die über Spenden finanzierte Fahrradvermittlung ist aber nicht nur für Flüchtlinge. Armin Dörr ist ein Verfechter der Mobilität, die jedem Menschen ermöglicht werden sollte. Dass dafür das Fahrrad ideal ist hat er früh erkannt und sich zum Ziel gesetzt, bedürftigen Menschen Räder zu verschaffen. Mit dem Zustrom an Flüchtlingen kam er kaum nach mit dem Herrichten der Fahrräder, aber für die Kursteilnehmer von Ina Niegengerd hilft er immer gerne.

Fahrkurse für Flüchtlinge

Viele Wohlfahrtsverbände sind mit ihren Ehrenamtlern bemüht, die Flüchtlinge zur besseren Mobilität mit Fahrrädern auszustatten. Dabei wird die Verkehrssicherheit der Räder beachtet, aber meist die der Fahrer weniger. Wer ein Fahrsicherheitstraining oder Kurs Fahrradführerschein für die Flüchtlinge organisieren möchte, kann mit dem ADFC Kontakt aufnehmen. Die Geschäftsstelle des ADFC Düsseldorf befindet sich in der Siemensstraße 46 in Düsseldorf-Oberbilk ( https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-duesseldorf/rafaschu.html ).

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