Düsseldorf Verkehr

D_CM_10082018

Sie radeln bei jedem Wetter - doch diesmal genoss auch die CM den schönen Sommerabend

Schwarm-Radeln in Düsseldorf - Critical Mass erobert für zwei Stunden die Straßen

Dass die Stadt Düsseldorf für Fahrradfahrer attraktiv werden möchte, halten viele Teilnehmer der Critical Mass für gut. Doch der Fortschritt geht langsam und vielen nicht weit genug. Daher genießen sie an jedem zweiten Freitag im Monat das Gefühl der Freiheit, als geschlossener Verband über die Düsseldorfer Straßen zu rollen.

D_CM_platz_10082018

Spontanes Treffen am Fürstenplatz

Der Fürstenplatz ist Startpunkt für die Critical Mass (CM). Am Freitagabend (10.8.) trafen sich rund 150 Radfahrer für ihre gemeinsame Tour. Einen Anführer gibt es nicht, doch irgendwie bahnt sich die Gruppe zielgerichtet ihren Weg. Allerdings mussten sie bei ihrer Tour am Freitag die Erfahrung machen, dass auch Radfahrer im Stau feststecken können. Denn die CM wollte eigentlich über die Kopernikusstraße und den Südring Richtung Rhein fahren, doch durch die Baustelle staute sich der Verkehr und so bog die Gruppe kurzerhand in eine Seitenstraße ab.

D_CM_Stau_10082018

Bei Stau geht es auch für die CM nicht weiter

Für das sichere Geleit der Gruppe sorgen spontan einige Teilnehmer, die an Kreuzungen den Verkehr der Seitenstraßen im Auge behalten. Da die CM als geschlossener Verband fährt, dürfen sie nach Paragraphen 27 der Straßenverkehrszulassungsordnung nebeneinander fahren und so viel Platz auf der Straße belegen wie nötig. Im Zweifel müssen sich Autofahrer hinter dem radelnden Verband einordnen und auf eine Überholmöglichkeit warten. Sofern der erste an einer Kreuzung bei Grün über die Ampel gefahren ist, darf auch der letzte im Verband durchziehen und muss nicht abreißen lassen. Auch wenn ihm die Ampel schon längst Rot zeigen sollte. Die Autofahrer müssen warten, bis der letzte aus dem Verband vorüber ist.

Das verstehen nicht alle Autofahrer und auch Fußgänger versuchen immer wieder, den Verband zu durchqueren. Von den Radfahrern wird dies spontan mit Klingelei quittiert.

Manchmal ist auch die Polizei nicht sicher, wie die Situation beurteilt werden muss. So kam es bei der CM im Juli zu einen Zwischenfall mit Einsatzkräften der Polizei. Daraufhin folgten Einladungen an den Polizeipräsidenten und an den Oberbürgermeister, sich der Augustfahrt anzuschließen. Am vergangenen Freitag kam keiner von beiden der Einladung nach.

Rund zwei Stunden radelten die Teilnehmer kreuz und quer durch die Innenstadt, querten die Kö, ließen das Polizeipräsidium links liegen und umrundeten wie immer die Fahradzählstation am Rheinufer.

D_Aktion_Luft_08082018

Doch diesmal werden die meisten Teilnehmer sich nicht erst am 14. September zur nächsten CM wiedertreffen. Denn bereits am 31. August gibt es eine Aktion, die vielen am Herzen liegt. Für ein lebenswertes Düsseldorf treffen sich um 17 Uhr Freunde und Befürworter des „Aktionsbündnis Saubere Luft für Düsseldorf – Verkehrswende jetzt“ auf der Corneliusstraße in Höhe des Messcontainers (zwischen Fürstenwall und Kirchfeldstraße). Sie wollen den Forderungen nach sauberer Luft und einem wirksamen Luftreinhalteplan Nachdruck verleihen und die Politik zum schnellen Handeln auffordern. Weitere Information finden sie hier

Critical Mass in 40 Städten

In Hamburg, Köln, Berlin und 40 weiteren deutschen Städten gibt es ähnliche Critical Mass Termine. Manchen der Beteiligten geht es darum, auf diese Weise zu zeigen, wie viel Platz Radfahrern eigentlich zusteht. Schließlich trägt das Fahrrad 20 Prozent aller innerstädtischen Bewegungen, soll sich aber mit gerade mal 3 Prozent des Straßenraums zufrieden geben. Der Kampf gegen alle anderen Verkehrsteilnehmer – der will erst noch gewonnen werden. Die Critical Mass hilft den Radfahrern in Düsseldorf – auf dem Weg dorthin.

Der nächste spontane, ungeplante Termin: Freitag, 14. September 2018 , 19 Uhr, Helmholtzstraße/Ecke Fürstenplatz.

Zurück zur Rubrik Verkehr

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Verkehr

D_30_Lärmschutz_13012021

„Tempo 30 auf vielen Straßen in Düsseldorf“ steht symbolisch für das Dilemma, dass bei der Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses (OVA) der Stadt am Mittwoch (13.1.) diskutiert wurde. Denn die Stadt muss die Verkehrswende endlich auf den Weg bringen. Das ist zwingend erforderlich um Dieselfahrverbote zu verhindern und die Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Doch die Umweltspuren in der jetzigen Form sollen spätestens im März der Vergangenheit angehören. Alternativen dazu gibt es bisher nur als Ideen. Ob die Deutsche Umwelthilfe (DUH) damit zufrieden sein wird, bleibt abzuwarten.

D_Ampel_gelb_05012021

Zu Verkehrsbehinderung kann es seit Samstag (2.1.) an der Kreuzung Kruppstraße und Ellerstraße kommen, da die Ampelanlage ausgefallen ist. Der Schaden ist nicht zu reparieren, daher wird die Technik komplett ausgetauscht und damit gleichzeitig für die grüne Welle des ÖPNV angepasst. Im Laufe der nächsten Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin wird das Abbiegen eingeschränkt.

D_Bus_Foto_Rheinbahn_28122020

Seit Mitte Dezember ist die Umrüstung der Fahrerkabinen in den Rheinbahn-Bussen mit Schutzscheiben abgeschlossen, so dass Fahrgäste nun wieder vorne einsteigen und dabei ihren Fahrausweis vorzeigen sollen. Dies stößt bei manchen Fahrgästen auf Verwunderung, da es beim Einstieg zu Menschenansammlungen kommen kann. Die Rheinbahn bittet darum, den erforderlichen Abstand zu wahren. Sinnvoll sei der Einstieg beim Fahrer auch deshalb, weil dieser gleichzeitig kontrolliere, ob alle eine Mund-Nase-Maske tragen – was im Interesse aller Fahrgäste sei, betont die Rheinbahn.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D

SONDER-
VERÖFFENTLICHUNG