Kultur

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Laienspiel kann eine Geduldsprobe sein: Zu langatmig, zu ungeformt, nur toll für Angehörige. Die Bürgerbühne des Düsseldorfer Schauspielhauses funktioniert  anders. Sie wird von Profis geleitet, ihr Chef Christof Seeger-Zurmühlen ist ein erfahrener Theatermann. Unterstützt von der dramaturgisch ausgebildeten Autorin Juliane Hendes und der Bühnenbildnerin Kirsten Dephoff verwandelte er jetzt die Aufregungen und Ambitionen seines Amateur-Ensembles in ein konzentriertes Stück, das die Zuschauer packt und am Ende auf die eigene Familiengeschichte verweist: „Blick zurück nach vorn“ im Kleinen Haus.

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Häppchen gab’s zum Glück genug. Immer neue Platten mit raffinierten kleinen Köstlichkeiten schleppten die neue Theatergastronomin Veronika Schillings und ihr Team ins Foyer-Gewimmel. Tapfer lächelnd. Die heftig plaudernden Herrschaften stürzten sich darauf und bekamen auch noch freien Wein oder ein Sprudelwasser. Schließlich galt es, zwischen Festakt und Premiere im überhitzten Saal wieder zu Kräften zu kommen. 50 Jahre Schauspielhaus – ein ebenso prickelndes wie anstrengendes gesellschaftliches Ereignis. Die große Party hat begonnen.

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Damit Sie’s wissen: Dies ist, wie Direktorin Susanne Gaensheimer versichert, „eine hochinteressante, kunsthistorisch wichtige Ausstellung“. Nun gut. Die Konsequenz, mit der die Amerikanerinnen Lee Lozano (1930-1999), Eleanor Antin (heute 84), Mierle Laderman Ukeles (81) und Adrian Piper (71) in den wilden Zeiten zwischen 1968 und 1980 ihre Konzepte in eine männlich geprägte Kunstwelt gesetzt haben, verdient durchaus Beachtung. Leider ist keine der drei noch lebenden und aktiven Ladys nach Düsseldorf gekommen, und die Schau entstand aus den trockenen Kartons des Konrad-Fischer-Archivs: „I’m not a nice girl“.

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Es war nicht anders zu erwarten: Auch zur Jubiläumsfeier 50 Jahre nach der Eröffnung am 16. Januar 1970 bleibt das Düsseldorfer Schauspielhaus ein Unvollendetes. Der Kö-Bogen II mitsamt dem Gründgens-Platz wird erst im Herbst fertig sein, und wie der Gutachterstreit um die immer noch nicht gleichmäßig gefärbten Alu-Teile der geschwungenen Theaterfassade ausgeht, das weiß noch niemand. Der Düsseldorfer Stararchitekt Christoph Ingenhoven, Baumeister des Gesamtkomplexes, besteht auf einer perfekten Oberfläche: „Amorphe Formen vertragen keine Farbunterschiede.“ Das Haus an sich ist fast fertig, dicht und von innen ziemlich schön, wie man jetzt schon sehen kann.

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Der Radschläger ist ein Symbol für Düsseldorf. Allerdings können nur noch wenige Düsseldorfer wirklich ein Rad schlagen. Thomas Geisel, Oberbürgermeister von Düsseldorf, kann es. In seinem Buch „Düsseldorf persönlich“ verrät Geisel in vielen Anekdoten unter anderem, wie ihm das Radschlagen das Ankommen in der Landeshauptstadt erleichtert hat.

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Nachtgedanken sind frei. Das waren sie für Deutschlands berühmten, Düsseldorfs berühmtesten Dichter und Denker Heinrich Heine. Wer kennt sie nicht, die ersten Zeilen seiner Nachtgedanken: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht …“. (Was Heine wohl zum Düsseldorf-Slogan „Nähe trifft Freiheit“ gesagt hätte?“

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Dieses Mordsdrama will eigentlich keiner mehr sehen. „Heinrich VI.“ – das sind drei ausgewachsene Tragödien mit je fünf Akten, die der junge William Shakespeare und sein Team zwischen 1589 und 1592 für das Showgeschäft ihrer Zeit schufen. Wer das historische Game of Thrones heutzutage an einem Abend spielen will, muss den Riesenstoff beherzt straffen und umgestalten. Für das Düsseldorfer Schauspielhaus hat das der belgische Autor, Performer und intellektuelle Spaßvogel Tom Lanoye besorgt. Sein Spektakel um „Henry VI & Margaretha di Napoli“ in der Regie von David Bösch ist der neueste Erfolg des Düsseldorfer Schauspielhauses, D’haus genannt. Es gab Standing Ovations.

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Immerhin – Picasso kommt vor. Vom 15. Februar bis zum 14. Juni zeigt die Kunstsammlung NRW im K20 am Grabbeplatz die sehr privat geprägten Werke, die der Großmeister der Klassischen Moderne während des Zweiten Weltkriegs geschaffen hat. Im K21 wird ab Mai mit Thomas Ruff einer der Düsseldorfer Star-Fotokünstler präsentiert. Ansonsten legt Direktorin Susanne Gaensheimer keinen Wert auf allgemein bekannte Namen. Sie hat mit ihrem internationalen Netzwerk ein politisch, feministisch und kuratorisch korrektes Programm für 2020 ausgearbeitet. Ob das Publikum so was liebt, wird sich zeigen.

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„Schön und…Lead Gitarrist“, so hieß es einem NRZ-Porträt der Gruppe Lilac Angels über Bodo Staiger. Zur Geltung kamen sein Charme und sein unnachahmliches Lächeln erst später: Im Film „Der Fan“ spielte er einen Musiker, der von einem weiblichen Fan (Désirée Nosbusch) getötet wurde. Der Streifen zeigte denn auch den Wandel von Staiger. Vom Rock-Musiker zum Elektronik-Tüftler. Jetzt ist Bodo Staiger knapp einen Monat nach seinem 70. Geburtstag gestorben.

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Zwei Künstler, ein Thema: Die Kunsthalle Düsseldorf präsentiert noch bis zum 1. März 2020 die Ausstellung Bäume – Trees der Maler Carroll Dunham und Albert Oehlen. Es ist ihre erste gemeinsame Ausstellung, die Bäume in den Mittelpunkt stellt.

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Für den Nachwuchs gibt es im Kunstpalast ein neues Angebot, mit dem die Kinder für Kunst begeistert werden sollen. Als erstes deutsches Kunstmuseum hat der Kunstpalast am Mittwoch (4.12.) eine eigene Website für Kinder online geschaltet. Doch es gibt nicht nur virtuelle Neuigkeiten. In einem Wettbewerb für Grundschulen können die jungen Künstler eigene Werke schaffen, die dann als Höhepunkt in der Abschlussausstellung „DIE KLEINE“ präsentiert werden, die vom 14. Juni bis 24. Juni 2020 parallel zur Ausstellung der Künstlerschaft NRWs, DIE GROSSE, (7. Juni bis 12. Juli 2020) im Kunstpalast geplant ist.

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Da wird die Bar zur Bühne: In Düsseldorfs eleganten In-Treff Sir Walter wird Bellini serviert. Auf der Theke als Cocktail auf Einladung von Walid El Sheik, auf der Empore im Gastraum als Ohrenschmaus in Form einer musikalischen Kostprobe aus Rolando Villazons Neuinszenierung von Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper „I puritani“. Nach Donizettis „Don Pasquale“ seine zweite Regiearbeit am Rhein. Die Karten zu diesem ungewöhnlichen Abend wurden verlost. Nicht alle Opernliebhaber kamen zum Zuge, doch denen bleibt immer noch die Premiere am 18. Dezember sowie die nachfolgenden Aufführungen.

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Lesereise? Seine Frau Dilek hätte da gleich gezweifelt, grinst Yücel. „Wie ich dich kenne, wirst du reden, reden, reden …“ sagt sie. So war es denn auch, und so direkt, spannend, mitreißend, als wäre dieser Termin in Düsseldorf der erste und einzige überhaupt für Deniz Yücel. Dabei sind es an dem Abend sogar zwei hintereinander, an denen er sein Buch „Agentterrorist“ vorstellt, eine Geschichte, so der Untertitel, über Freiheit und Freundschaft, Demokratie und Nichtsodemokratie. Auch eine Liebesgeschichte. Die Menschen stehen Schlange vor dem Kommunikationszentrum in Flingern.

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Was ist die große Kraft der Fotografie? Dass sie keine Worte braucht. Dass sie uns ohne Geschwätz und Gezappel ein Bild der Welt, der Natur, des menschlichen Lebens schenkt. Ob schön, zart, hart oder schockierend – ein Foto hat seinen eigenen stillen Ausdruck. So war es zumindest, bevor die Konzeptkunst das Medium erobert hat. Beispiele für die neue Art, Fotografie als Mittel anstrengender Planspiele einzusetzen, sieht man jetzt im NRW-Forum. „Gute Aussichten“ werden da versprochen, leider vernebelt von Absichten und Erklärungen.

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Der Titel klingt vertraut: „Die Entdeckung des Himmels“. War ja mal ein Bestseller in den frühen 90er-Jahren. Aber, Hand aufs Herz, wer hat den Roman des niederländischen Schriftstellers Harry Mulisch (1927-2010) schon so richtig ordentlich durchgelesen? Sind schließlich 865 Seiten mit einer ziemlich krausen Geschichte über Vorsehung, Sex, Tod und die Auflösung des Pakts zwischen Gott und den Menschen. „Da fragt man sich, wie das gehen soll auf der Bühne“, scherzte vor der deutschen Erstaufführung im Düsseldorfer Schauspielhaus der Dramaturg Robert Koall. Und die Antwort ist: mit wunderbarer Leichtigkeit, in der Regie des ehemaligen Burgtheater-Intendanten Matthias Hartmann.

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