Kultur

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Der Kunstpalast muss auf ein zweiseitiges Gemälde von Emil Nolde verzichten. Die Erben von Curt Schueler hatten ein Restitutionsersuchen für die Werke "Piazza S. Dominico II, Taormina" und "Schauspielerin" gestellt. Darüber hatte der Düsseldorfer Rat am 4. Juli entschieden und beschlossen, den Erben die Werke zu übergeben.

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„True colors of life“ heißt das Programm der Sommerkonzerte des Unichors der Heinrich Heine Universität. Ein Scheibchen Zitrone und ein pinker Donut mit Streuseln zieren das Programmheft der Konzerte und geben schon einen Hinweis auf die bunten Gefilde, in die der Chor die Zuhörer einlädt. Nach der Konzertpremiere in der Neusser Kreuzkirche am Mittwoch, sang der Unichor am Samstagabend (6.7.) openair vor Schloss Mickeln und begeisterte das Publikum. Am Sonntagabend (7.7.) gibt es die dritte Gelegenheit in der Christuskirche musikalisch die wahren Farben des Lebens zu erleben.

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Als gemeiner Beobachter könnte man fragen, was die gemischten Werke eines Vereins eigentlich in einem ambitionierten städtischen Kulturinstitut zu suchen haben. Gewiss, der Düsseldorfer „Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e. V.“ hat den alten Kunstpalast von 1900 bis 1902 auf eigene Kosten gebaut und sich damit nach einem Ratsbeschluss von 1917 ein dauerhaftes Nutzungs-Vorrecht erworben. Aber, pardon, das ist nun 102 Jahre und unzählige Umbaumaßnahmen her. Man darf darüber streiten, ob die Vereinssache noch ins Konzept passt. Aber Museumsdirektor Felix Krämer ist nett und lobt den „intensiven Austausch“, für den er dieses Jahr sogar fünf statt drei Wochen eingeräumt hat.

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Das Lebensgefühl der 1920-er Jahre in Amerika mit Jazz, Tanz und Verbrechen vermittelte das Ensemble des Broadway Musicals Chicago am Dienstagabend (25.6.) im Düsseldorfer Capitol. Das Premierenpublikum war begeistert und sparte nicht am Applaus. Die Haupdarstellerinnen Carmen Pretorius und Samantha Peo warfen als Dank rote Rosen in den Saal.

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Zuerst war da wieder diese Zappeligkeit in mir, der ewig Ungeduldigen: Warum fängt es jetzt nicht an, worauf warten die denn noch? Puh, ist das heiß heute! Wegen zahlreicher Absperrungen in Event-City Düsseldorf kamen etliche angemeldete Gäste spät zur Lesung der Düsseldorfer Lyrikerin und Malerin Johanna Hansen und ihres amerikanischen Autorenfreundes David Oates im Oberkasseler OK25, dem „Raum für jede Art“. Doch dann spielte das Frauen-Duo KontraSax seinen schwerelosen Klangzauber – zur Einstimmung auf einen Briefwechsel der besonderen Art, der das Publikum stundenlang lächelnd lauschen, träumen und nachdenken ließ.

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Zwei äußerst verführerische Mörderinnen, ein windiger Anwalt und ein Knast: Daraus entwickelt sich im Musical Chicago ein undurchsichtiges Spiel – mit Liebe, Verrat, Rivalität. Jetzt kommt der Broadway-Klassiker nach Düsseldorf – vom 25. bis zum 30 Juni - mit live gespieltem Jazz, wildem Tanz und dem Lebensgefühl der 1920-er Jahre.

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Zugenagelte Läden, verrottete Fassaden, Müll auf der Straße, kaum Menschen am Beuys-Platz und kein Café weit und breit: Die Krefelder Innenstadt, keine 20 Kilometer entfernt vom Shopping- und Party-Paradies Düsseldorf, ist nicht gerade the place to go. Nach dem Zusammenbruch der Textilwirtschaft lässt der Strukturwandel zu wünschen übrig. Dafür kann man in aller Ruhe richtig gute Kunst erleben. Im altehrwürdigen Kaiser Wilhelm Museum gibt es eine fabelhafte Bauhaus-Ausstellung: „Von Albers bis Zukunft“.

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Den wichtigsten Satz der 27. Jazz Rally Düsseldorf sagte einer ihrer künstlerischen Leiter, sagte Rainer Witzel am Pfingstsonntag, kurz vor drei Uhr: „Jazz darf keine Rentner-Musik werden.“ Bei aller Hochachtung vor einem erfahrenen Publikum und dem American Songbook voller Standards: Selten war eine Jazz Rally so jung wie 2019. Bis hin zum Reggae mit Third World dehnten Witzel und sein Mitstreiter Nils Gropp das Angebot. Soul, Funk, Brass, Free Jazz, aber eben auch die Klassiker: Die Stadt verwandelte sich in einen komplexen Klangkörper. 68 Konzerte auf 29 Bühnen lockten nach Angaben des Veranstalters mehr als eine Viertelmillion Besucher nach Düsseldorf.

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Aktualisiert: Der Veranstalter spricht von rund 200.000 Besuchern beim Bücherbummel. Und würde ab jetzt gerne immer das Pfingstwochenende in Komibination mit der Jazz Rally für die Veranstltung nutzen (Quelle: Abschlusspressekonferenz).

Die Allee hat viele Seiten – im Moment. Auf der Kö hat der Bücherbummel seine Zelte aufgeschlagen. Bratwurst, Bier und Belletristik schlendern gemeinsam über den Boulevard. An Pfingstsonntag und -montag schaffen es die Bouqinisten sogar, die lautesten Krachmacher der Stadt zu vertreiben. Autofrei! Zwei Tage lang bleibt die Düsseldorfer Nobel-Meile auf der Geschäftsseite ohne PS-starken Männlichkeitsersatz. Viele tausend Literaturfans laufen derweil Slalom auf der Allee, machen einen Bogen um Abo- und Stromverkäufer, bleiben an den Tapeziertisch stehen und wühlen: Ein Buch 4,95 Euro, drei im Sparpack zu zwölf Euro.

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Es war ein besonderer Moment für Karen Duve, als sie am Mittwochabend (5.6.) im festlichen Rahmen des Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf an der Berliner Allee die Laudatio auf sich anhörte und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Am Donnerstagmorgen (6.6.) war ihr Publikum in Düsseldorf ein anderes, denn die Preisträgerin las in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule vor rund 200 Schülerinnen und Schülern aus ihren Roman ´Fräulein Nettes kurzer Sommer´.

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„Felix“ kommt aus dem Lateinischen; es bedeutet übersetzt „der Glückliche“, „der Erfolgreiche“. Und Mut hat Felix Krämer offenbar auch noch. Der Generaldirektor des Düsseldorfer Kunstpalasts wird von all dem reichlich brauchen. Denn er schlägt vor, sein Haus für knapp 30 Millionen Euro von Grund auf zu sanieren. Hundert Jahre nach der Einweihung soll aus dem maroden Ehrenhof-Kasten mit vielen Baumängeln Düsseldorfs Wohnzimmer werden.

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Ein Bär kann Kuscheltier oder Killer sein. Viele Bären bilden das Kostüm des Düsseldorfer Tänzers Bernardo San Rafael. Sie kommen in Bewegung bei seiner Performance, die von einer Rheinseite auf die andere führt: Ein Bär kann auch eine Brücke sein.

Bernardo, nach deiner Karriere als Tänzer, auch in der Deutschen Oper am Rhein…

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Wir haben es eigentlich alle kapiert. Es geht nicht so weiter mit unserem blinden Konsum. Das gilt auch und gerade für Kleidung, die in der Masse immer billiger wird. Wie „Harper’s Bazaar“ berichtet, kommen 53 Millionen Tonnen Klamotten jährlich auf den Markt, wovon 87 Prozent auf dem Müll landen. Selbst die Branche schämt sich schon und propagiert „conscious luxury“, bewussten Luxus. 20 große Marken haben zugesagt, bis 2020 giftfrei zu produzieren. In dem Zusammenhang ist „Textile Pop“ im NRW-Forum, eine kleine Schau von Designstudenten der Hochschule Niederrhein, recht wichtig.

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Okay, Ai Weiwei hat die größere Show. Zur Vernissage im K20 stand die Warteschlange quer über den Grabbeplatz. Aber vielleicht machte der eine oder andere Ungeduldige doch auf dem Absatz kehrt und ging stattdessen lieber in die niemals überlaufene Kunsthalle. Direktor Gregor Jansen freut sich jedenfalls über „Synergien“. Und er präsentiert unbeirrbar, was jenseits des Massenandrangs neue Perspektiven eröffnet. „Fire On The Mountain“ heißt eine leidenschaftliche Schau von Bildern und Objekten der jungen Kanadierin Megan Rooney. Strenger, aber nicht minder interessant: die Fotokunst der New Yorkerin Eileen Quinlan im Kunstverein.

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Die westliche Kunst verschanzt sich oft in einem Gedankengebäude, zu dem nur wenige einen Zugang haben. Dort hütet sie ihre Geheimnisse und schert sich nicht um die ratlose Außenwelt. Der Chinese Ai Weiwei (61) geht mitten hinein in das Drama des Lebens. Er schafft Filme, Objekte und Installationen, die jeder versteht, verstehen soll. Und obgleich sie strengen Konzepten folgen, haben sie eine emotionale Wucht, die das Publikum überwältigt. Einfach atemberaubend ist Ai Weiweis Doppelausstellung in den beiden Häusern der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW. Und für ihn „the most important show“ seines bisherigen Lebens.

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