Kultur

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Zugenagelte Läden, verrottete Fassaden, Müll auf der Straße, kaum Menschen am Beuys-Platz und kein Café weit und breit: Die Krefelder Innenstadt, keine 20 Kilometer entfernt vom Shopping- und Party-Paradies Düsseldorf, ist nicht gerade the place to go. Nach dem Zusammenbruch der Textilwirtschaft lässt der Strukturwandel zu wünschen übrig. Dafür kann man in aller Ruhe richtig gute Kunst erleben. Im altehrwürdigen Kaiser Wilhelm Museum gibt es eine fabelhafte Bauhaus-Ausstellung: „Von Albers bis Zukunft“.

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Den wichtigsten Satz der 27. Jazz Rally Düsseldorf sagte einer ihrer künstlerischen Leiter, sagte Rainer Witzel am Pfingstsonntag, kurz vor drei Uhr: „Jazz darf keine Rentner-Musik werden.“ Bei aller Hochachtung vor einem erfahrenen Publikum und dem American Songbook voller Standards: Selten war eine Jazz Rally so jung wie 2019. Bis hin zum Reggae mit Third World dehnten Witzel und sein Mitstreiter Nils Gropp das Angebot. Soul, Funk, Brass, Free Jazz, aber eben auch die Klassiker: Die Stadt verwandelte sich in einen komplexen Klangkörper. 68 Konzerte auf 29 Bühnen lockten nach Angaben des Veranstalters mehr als eine Viertelmillion Besucher nach Düsseldorf.

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Aktualisiert: Der Veranstalter spricht von rund 200.000 Besuchern beim Bücherbummel. Und würde ab jetzt gerne immer das Pfingstwochenende in Komibination mit der Jazz Rally für die Veranstltung nutzen (Quelle: Abschlusspressekonferenz).

Die Allee hat viele Seiten – im Moment. Auf der Kö hat der Bücherbummel seine Zelte aufgeschlagen. Bratwurst, Bier und Belletristik schlendern gemeinsam über den Boulevard. An Pfingstsonntag und -montag schaffen es die Bouqinisten sogar, die lautesten Krachmacher der Stadt zu vertreiben. Autofrei! Zwei Tage lang bleibt die Düsseldorfer Nobel-Meile auf der Geschäftsseite ohne PS-starken Männlichkeitsersatz. Viele tausend Literaturfans laufen derweil Slalom auf der Allee, machen einen Bogen um Abo- und Stromverkäufer, bleiben an den Tapeziertisch stehen und wühlen: Ein Buch 4,95 Euro, drei im Sparpack zu zwölf Euro.

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Es war ein besonderer Moment für Karen Duve, als sie am Mittwochabend (5.6.) im festlichen Rahmen des Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf an der Berliner Allee die Laudatio auf sich anhörte und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Am Donnerstagmorgen (6.6.) war ihr Publikum in Düsseldorf ein anderes, denn die Preisträgerin las in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule vor rund 200 Schülerinnen und Schülern aus ihren Roman ´Fräulein Nettes kurzer Sommer´.

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„Felix“ kommt aus dem Lateinischen; es bedeutet übersetzt „der Glückliche“, „der Erfolgreiche“. Und Mut hat Felix Krämer offenbar auch noch. Der Generaldirektor des Düsseldorfer Kunstpalasts wird von all dem reichlich brauchen. Denn er schlägt vor, sein Haus für knapp 30 Millionen Euro von Grund auf zu sanieren. Hundert Jahre nach der Einweihung soll aus dem maroden Ehrenhof-Kasten mit vielen Baumängeln Düsseldorfs Wohnzimmer werden.

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Ein Bär kann Kuscheltier oder Killer sein. Viele Bären bilden das Kostüm des Düsseldorfer Tänzers Bernardo San Rafael. Sie kommen in Bewegung bei seiner Performance, die von einer Rheinseite auf die andere führt: Ein Bär kann auch eine Brücke sein.

Bernardo, nach deiner Karriere als Tänzer, auch in der Deutschen Oper am Rhein…

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Wir haben es eigentlich alle kapiert. Es geht nicht so weiter mit unserem blinden Konsum. Das gilt auch und gerade für Kleidung, die in der Masse immer billiger wird. Wie „Harper’s Bazaar“ berichtet, kommen 53 Millionen Tonnen Klamotten jährlich auf den Markt, wovon 87 Prozent auf dem Müll landen. Selbst die Branche schämt sich schon und propagiert „conscious luxury“, bewussten Luxus. 20 große Marken haben zugesagt, bis 2020 giftfrei zu produzieren. In dem Zusammenhang ist „Textile Pop“ im NRW-Forum, eine kleine Schau von Designstudenten der Hochschule Niederrhein, recht wichtig.

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Okay, Ai Weiwei hat die größere Show. Zur Vernissage im K20 stand die Warteschlange quer über den Grabbeplatz. Aber vielleicht machte der eine oder andere Ungeduldige doch auf dem Absatz kehrt und ging stattdessen lieber in die niemals überlaufene Kunsthalle. Direktor Gregor Jansen freut sich jedenfalls über „Synergien“. Und er präsentiert unbeirrbar, was jenseits des Massenandrangs neue Perspektiven eröffnet. „Fire On The Mountain“ heißt eine leidenschaftliche Schau von Bildern und Objekten der jungen Kanadierin Megan Rooney. Strenger, aber nicht minder interessant: die Fotokunst der New Yorkerin Eileen Quinlan im Kunstverein.

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Die westliche Kunst verschanzt sich oft in einem Gedankengebäude, zu dem nur wenige einen Zugang haben. Dort hütet sie ihre Geheimnisse und schert sich nicht um die ratlose Außenwelt. Der Chinese Ai Weiwei (61) geht mitten hinein in das Drama des Lebens. Er schafft Filme, Objekte und Installationen, die jeder versteht, verstehen soll. Und obgleich sie strengen Konzepten folgen, haben sie eine emotionale Wucht, die das Publikum überwältigt. Einfach atemberaubend ist Ai Weiweis Doppelausstellung in den beiden Häusern der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW. Und für ihn „the most important show“ seines bisherigen Lebens.

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Zero ist Teil der Kunstgeschichte. Längst hat sich die Wissenschaft mit ihrem Ordnungssinn und ihrer ungerührten Fachsprache dieser himmelsstürmenden Düsseldorfer Bewegung bemächtigt. In der Erinnerung des Künstlers Christian Megert (83) fühlt sich das anders an: „Wir waren Verrückte damals“, bemerkt er schmunzelnd in der Zero-Foundation an der Hüttenstraße, wo es in einer zeitlich und räumlich streng begrenzten Ausstellung um „structura“ geht.

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Kunst aus Glas, wie leicht bricht das ... Wer sich ausgerechnet das fragilste Material aussucht, um Objekte zu schaffen, die keinem anderen Zweck dienen als der Schönheit, muss mit äußerster Geduld und Behutsamkeit vorgehen. So wie die drei Preisträgerinnen der Jutta-Cuny-Franz-Foundation, deren Arbeiten einen Sommer lang in der Glasabteilung des Kunstpalastes vorgestellt werden. Es ist nur eine winzige Schau für Liebhaber, die links neben der großen, leuchtend blauen Bleiglasarbeit „Ago Wan II“ von Ludwig Schaffrath den Eingang finden.

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Sonne? Mein Gegenüber blinzelt irritiert in das überraschend intensive Licht dieses Aprilnachmittags. Er kommt aus dem fensterlosen Bühnenraum des Central, dem Langzeitausweichquartier des Düsseldorfer Schauspielhauses. Vier Stunden Vormittagsprobe liegen hinter ihm, die nächste folgt um 18 Uhr. Coriolan, Shakespeares Alterswerk, hat am 18. April Premiere. André Kaczmarczyk wird die Titelfigur spielen, den aufstrebenden Feldherrn Caius Martius. Eine Rolle, die sich zu den vielen anderen gesellt, die der 33-Jährige aktuell mit all seinen Sinnen zusammenhalten muss. „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie viele Produktionen ich parallel mache“, sagt er und rührt im Cappuccino. Gefühlt ist er in so gut wie jeder Aufführung zu sehen.

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Jolanda ist zehn und steht ganz vorn. Rainer ist Frühpensionär und hat sich die Kanne im gesetzten Alter zur Brust genommen. Beide spielen zusammen – mit zwei Dutzend weiteren Saxophon-Fans. Die Düsseldorfer Jazz Rally macht an diesem Samstag (13.4.) mit einem klingenden Flash Mob auf sich aufmerksam. Vom 6.bis zum 9. Juni bebt Düsseldorf bei der 2019er Ausgabe der Schauinsland Reisen Jazz Rally, Verneigung vor dem Hauptsponsor. Jetzt spielten Hobby-Saxophonisten aus allen Himmelsrichtungen den „Rally Reggae“ – um auf die Jazz-Sause aufmerksam zu machen.

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Schriftsetzer, das war einmal ein sehr angesehener Beruf. Man musste schon „eine 2“ haben in Deutsch, um überhaupt eine Lehre antreten zu dürfen, die dann dreieinhalb Jahre dauerte. Manche Vertreter dieser standesbewussten Zunft verbesserten auch schon mal ungefragt Texte von Redakteuren. Einfach, weil sie es besser konnten.

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Der Verein kom!ma lädt am Montag (15.4., 19:15 Uhr) zur NRW-Premiere des Films „Hurra! Es ist ein Mädchen“ ins Bambi-Kino ein. Der Film von Regisseurin Beate Kunath wirft einen besonderen Blick auf 25 Frauen, die das Werden und Wachsen der Düsseldorfer Partnerstadt Chemnitz im Laufe ihres 875-jährigen Bestehens geprägt, beeinflusst und mitgestaltet haben.

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