Kultur

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Immerhin – Picasso kommt vor. Vom 15. Februar bis zum 14. Juni zeigt die Kunstsammlung NRW im K20 am Grabbeplatz die sehr privat geprägten Werke, die der Großmeister der Klassischen Moderne während des Zweiten Weltkriegs geschaffen hat. Im K21 wird ab Mai mit Thomas Ruff einer der Düsseldorfer Star-Fotokünstler präsentiert. Ansonsten legt Direktorin Susanne Gaensheimer keinen Wert auf allgemein bekannte Namen. Sie hat mit ihrem internationalen Netzwerk ein politisch, feministisch und kuratorisch korrektes Programm für 2020 ausgearbeitet. Ob das Publikum so was liebt, wird sich zeigen.

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„Schön und…Lead Gitarrist“, so hieß es einem NRZ-Porträt der Gruppe Lilac Angels über Bodo Staiger. Zur Geltung kamen sein Charme und sein unnachahmliches Lächeln erst später: Im Film „Der Fan“ spielte er einen Musiker, der von einem weiblichen Fan (Désirée Nosbusch) getötet wurde. Der Streifen zeigte denn auch den Wandel von Staiger. Vom Rock-Musiker zum Elektronik-Tüftler. Jetzt ist Bodo Staiger knapp einen Monat nach seinem 70. Geburtstag gestorben.

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Zwei Künstler, ein Thema: Die Kunsthalle Düsseldorf präsentiert noch bis zum 1. März 2020 die Ausstellung Bäume – Trees der Maler Carroll Dunham und Albert Oehlen. Es ist ihre erste gemeinsame Ausstellung, die Bäume in den Mittelpunkt stellt.

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Für den Nachwuchs gibt es im Kunstpalast ein neues Angebot, mit dem die Kinder für Kunst begeistert werden sollen. Als erstes deutsches Kunstmuseum hat der Kunstpalast am Mittwoch (4.12.) eine eigene Website für Kinder online geschaltet. Doch es gibt nicht nur virtuelle Neuigkeiten. In einem Wettbewerb für Grundschulen können die jungen Künstler eigene Werke schaffen, die dann als Höhepunkt in der Abschlussausstellung „DIE KLEINE“ präsentiert werden, die vom 14. Juni bis 24. Juni 2020 parallel zur Ausstellung der Künstlerschaft NRWs, DIE GROSSE, (7. Juni bis 12. Juli 2020) im Kunstpalast geplant ist.

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Da wird die Bar zur Bühne: In Düsseldorfs eleganten In-Treff Sir Walter wird Bellini serviert. Auf der Theke als Cocktail auf Einladung von Walid El Sheik, auf der Empore im Gastraum als Ohrenschmaus in Form einer musikalischen Kostprobe aus Rolando Villazons Neuinszenierung von Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper „I puritani“. Nach Donizettis „Don Pasquale“ seine zweite Regiearbeit am Rhein. Die Karten zu diesem ungewöhnlichen Abend wurden verlost. Nicht alle Opernliebhaber kamen zum Zuge, doch denen bleibt immer noch die Premiere am 18. Dezember sowie die nachfolgenden Aufführungen.

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Lesereise? Seine Frau Dilek hätte da gleich gezweifelt, grinst Yücel. „Wie ich dich kenne, wirst du reden, reden, reden …“ sagt sie. So war es denn auch, und so direkt, spannend, mitreißend, als wäre dieser Termin in Düsseldorf der erste und einzige überhaupt für Deniz Yücel. Dabei sind es an dem Abend sogar zwei hintereinander, an denen er sein Buch „Agentterrorist“ vorstellt, eine Geschichte, so der Untertitel, über Freiheit und Freundschaft, Demokratie und Nichtsodemokratie. Auch eine Liebesgeschichte. Die Menschen stehen Schlange vor dem Kommunikationszentrum in Flingern.

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Was ist die große Kraft der Fotografie? Dass sie keine Worte braucht. Dass sie uns ohne Geschwätz und Gezappel ein Bild der Welt, der Natur, des menschlichen Lebens schenkt. Ob schön, zart, hart oder schockierend – ein Foto hat seinen eigenen stillen Ausdruck. So war es zumindest, bevor die Konzeptkunst das Medium erobert hat. Beispiele für die neue Art, Fotografie als Mittel anstrengender Planspiele einzusetzen, sieht man jetzt im NRW-Forum. „Gute Aussichten“ werden da versprochen, leider vernebelt von Absichten und Erklärungen.

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Der Titel klingt vertraut: „Die Entdeckung des Himmels“. War ja mal ein Bestseller in den frühen 90er-Jahren. Aber, Hand aufs Herz, wer hat den Roman des niederländischen Schriftstellers Harry Mulisch (1927-2010) schon so richtig ordentlich durchgelesen? Sind schließlich 865 Seiten mit einer ziemlich krausen Geschichte über Vorsehung, Sex, Tod und die Auflösung des Pakts zwischen Gott und den Menschen. „Da fragt man sich, wie das gehen soll auf der Bühne“, scherzte vor der deutschen Erstaufführung im Düsseldorfer Schauspielhaus der Dramaturg Robert Koall. Und die Antwort ist: mit wunderbarer Leichtigkeit, in der Regie des ehemaligen Burgtheater-Intendanten Matthias Hartmann.

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Mag ja sein, dass in der Nachbarstadt mit dem Dom manches größer und bedeutender ausfällt – so wie die weltberühmte Kunstmesse namens Art Cologne. Aber hey, liebe Kölner, dafür ist es bei uns viel schöner! Die dritte Art Düsseldorf in den schimmernden Shabby-Schick-Hallen der einstigen Böhlerwerke inspiriert wieder ihre Besucher. Direktor Walter Gehlen, im letzten Jahr von der Baseler Messegesellschaft jäh im Stich gelassen, hat mit den neuen Teilhabern Sandy Angus und Tim Etchells zwei Experten für den asiatischen Markt hinzugewonnen und eröffnete gestern eine „internationale Messe mit starker regionaler Verankerung“.

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Oh nee, „Antigone“? Sophokles? Antike Tragödie in Hölderlins klassischer Übersetzung? Das klingt nach Theater für Bildungsbürger und bleischwerem Lernstoff für Oberschüler. Aber das Junge Schauspiel Düsseldorf hat daraus eine Show gemacht, ein Spiel mit Tanz, Musik und coolen Raps – zur Feier des menschlichen Gewissens, des Muts, der Würde, der Nächstenliebe. Anderthalb Stunden lang lauschten die jungen Zuschauer gebannt und applaudierten dann begeistert dem Team um die niederländische Regisseurin Liesbeth Coltof, die zwar schon 64 ist, aber die Jugend versteht.

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Dieser Abend hat eine Super-Stimmung, die beste in ganz Düsseldorf. Dieser Abend hat Musik, die es nur hier gibt – im Saal des Klarenbachhauses in Düsseldorf-Holthausen. Von der Werstener Music Company. Und dieser Abend hat diesen Gänsehaut-Moment: „Danke, Willy“ halten viele Gäste als weiße Papierwölkchen in die Höhe. Wilhelm Brunder schaut in die Menge und schluckt. 49KommaX Jahre hat er diese Musiktruppe geprägt, die in Düsseldorf die einzige ihrer Art ist. Im nächsten Jahr wird er als Geschäftsführer aufhören.

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Fast zwei Jahre haben die Mitarbeiter der Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte in Archiven geforscht, Unterlagen verglichen und Fakten geprüft. Das Ergebnis ist im "Gedenkbuch für die Toten des Pogroms von 1938" zusammengefasst. Darin wird nicht nur verdeutlicht, dass die bisher angenommene Zahl von reichsweit 100 oder 500 Toten deutlich zu niedrig angegeben wurde. Auch die Einzelschicksale werden mit Biografien vorgestellt.

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Es gibt kaum große Rollen für Frauen, klagt dieses Stück. Und sorgt zugleich heftig für Abhilfe. Die aufstrebende britische Autorin Penelope Skinner hat „Linda“ geschaffen, ein Drama über eine alternde Managerin und ihre Töchter und Rivalinnen. Die Heldin ist eine Frau, die, wie einst Shakespeares König Lear, ganz irre wird vor Ambition, Enttäuschung und unheiligem Zorn. Allerdings geht es um den Wahnsinn der alltäglichen Gegenwart, mit banalen, vertrauten Konflikten. Hauptdarstellerin Claudia Hübbecker sorgt bei der deutschen Erstaufführung im Kleinen D’haus dafür, dass Lindas Leid dem Publikum richtig schön auf die Nerven geht. Sie spielt sich die Seele aus dem Leib.

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„Niemandsland“ hieß ein Gebiet an der Grenze zwischen Polen und Deutschland, wohin Ende Oktober 1938 17.000 jüdische Menschen brutal abgeschoben wurden. Durch intensive Recherche hat das Team der Mahn- und Gedenkstätte versucht die Schicksale von 441 Düsseldorfern zu klären, die bei der sogenannten „Polenaktion“ verhaftet und deportiert wurden. Aber in der Sonderausstellung, die ab sofort an der Mühlenstraße zu besichtigen ist, erfahren die Besucher auch, warum diese Verhaftungswelle zum Attentat von Paris führte und damit die Reichspogromnacht am 9. November 1938 auslöste.

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Da ist er wieder, dieser Zauber: das blaue und das rote Licht, der falsche Mond, der uns betört, die Figuren, die sich zu Wort und Musik wie kunstvolle Marionetten bewegen. Es ist eigentlich egal, was Robert Wilson (78), der elegante Theatermagier aus Texas, in Szene setzt: Seine Bewunderer lieben es. Ich auch. Aber nach dem wie gewohnt tosenden Applaus für seine Shortversion von Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ muss man doch ehrlich sagen, Mr. Wilson hat schon größere Werke vollbracht.

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