Kultur

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Ein Mann in Goldfolie hastet über die Düsseldorfer Königsallee. Nós não temos tempo – Wir haben doch keine Zeit! Irgendwer aus dem Management hat vergessen, Romero Britto diesen Termin anzusagen. Und nun versucht der in Miami lebende Neo-Pop-Art-Meister aus Brasilien das Unmögliche: Er will an zwei Orten zugleich sein. In der Galerie Mensing, die Teil der Kö-Galerie ist und dem zahlungskräftigen Düsseldorfer Publikum 60 seiner farbenfroh-fröhlichen Bilder zeigt; und im Hotel Intercontinental, wo eine mindestens ebenso bunt mit einem Acht-Herzen-Sonnenaufgang bemalte Aluplanke eines Airbus A 310 zu sehen ist. Urheber auch hier: Britto. Was soll man sagen – das Kunststück der Gleichzeitigkeit an zwei verschiedenen Orten gelingt; weil alles andere zu kurz kommt.

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Nun, meine Damen und Herren, das müssen Sie einsehen: Auf Dauer kann sich das Düsseldorfer Schauspielhaus, keck D’haus genannt, nicht auf seine alten Bildungsbürger verlassen. Die sterben bald aus, neues Publikum muss her. Und so lässt Generalintendant Wilfried Schulz zwischen den herkömmlichen Premieren allerlei experimentelle Formate ausprobieren. Zum Beispiel die monatliche Lecture-Performance, eine schräge Art von Vorlesung unter dem Titel „Embracing Realities“ (Realitäten umarmen), kombiniert mit dem „Safe Open Fun Space“, dem sicheren offenen Spaßraum.

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Prominenten-Alarm! Das norwegische Kronprinzenpaar Haakon und Mette-Marit erschien zur Vernissage im Düsseldorfer K20. Dort wird eine Ausstellung mit Bildern von Edvard Munch (1863-1944) gezeigt, kuratiert von Norwegens derzeit renommiertestem Schriftsteller Karl Ove Knausgårde, einem markant-melancholischem Mann, der in der Literaturszene seine ergebenen Fans hat und bei der Pressekonferenz von Kameraleuten nur so umschwirrt wurde. Wenn Ruhe eingekehrt ist, wird man sehen, was eigentlich an den Wänden hängt: viel Munch von der weniger berühmten Sorte, beschaulich präsentiert.

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Irgendetwas stimmt nicht: Während der 1898 gegründete Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen alljährlich am Ehrenhof den Glanz der „Großen“ zelebriert, spricht man kaum noch von dem viel älteren Mutter-Verein der Düsseldorfer Künstler. Das ist gemein. Und es soll sich ändern durch eine Ausstellung im Stadtmuseum und ein Buch zum 175-jährigen Bestehen der Gemeinschaft, die heute um ihr Überleben kämpft.

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Es war einmal ein Land im Nahen Osten: „Lost Heimat –Erinnerungen an Syrien“ heißt eine Ausstellung, die noch bis zum 30.Oktober im Düsseldorfer Rathaus, Marktplatz 2, gezeigt wird. Unter diesem Titel sind Fotos von Philipp Rathmer und Martin Niessen zu sehen – und dazu ein Film von Juliane Kühn. Zu den Öffnungszeiten des Rathauses - kostenlos.

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Ausverkauft war die Veranstaltung schon lange, denn die Kölner Gruppe Brings hat eine große Fan-Gemeinschaft in Düsseldorf. So waren es über 1.000 begeisterte Anhänger, die am Mittwochabend (2.10.) ins Stahlwerk gekommen waren und den Saal zum Beben brachten.

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Nur ein kleines goldenes Kreuz an seinem Revers deutet es an: Dieser lebhafte Kenner moderner Kunst ist ein Mann der Kirche. Wolfgang Hanck, katholischer Pfarrer im Ruhestand, hat der Heimatstadt Düsseldorf bereits 2008 rund 1800 Werke aus seiner privaten Sammlung geschenkt und reicht jetzt, anlässlich seines 80. Geburtstages (dabei wirkt er, ohne Schmus, glatt 20 Jahre jünger), weitere 80 Stücke nachgereicht. Dieser Segen wird jetzt mit einer Kabinettausstellung in der Sammlung des Kunstpalastes gefeiert: „Kosmos Hanck“.

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Die Toten Hosen verzichten auf E-Bass, wimmernde Elektrogitarre und Verstärker. Ihr neues Album heißt „Alles ohne Strom“ und wurde ganz klassisch – also analog akustisch - in der Düsseldorfer Tonhalle aufgenommen. Am heutigen Freitag erscheint die zweite Singleauskopplung aus dem Album – eine Coverversion von Rammsteins „Ohne Dich“.

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Bona aus Berlin hat die gesamte Fläche genutzt – und richtig viel Farbe versprüht. Seit 2006 kreiert sie bunte Köpfe im Straßenraum. Hier in Düsseldorf ist in den vergangenen Tagen beim Urban Art Festival eines ihrer größten Werke entstanden. Direkt an der Toulouser Allee versammeln sich die politischen Botschaften; gesprühte Mahnungen gegen die europäischen Grenzschützer von Frontex, gegen die Festung Europa, gegen eine Welt, die in Flammen und Rauch aufgeht. Fünf Tage (18. Bis 22. September) lang haben 70 lokale, regionale und internationale Graffiti-Künstler ganze Arbeit geleistet. Am Sonntag (22.9.) ist das Finale.

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Kinder, da war noch was los, als das neue Düsseldorfer Schauspielhaus 1970 mit „Dantons Tod“ eröffnet wurde! Krawall vor der Tür, Polizeischutz für die Premierengäste. „Schmeißt die fetten Bonzen raus!“ schrien die Demonstranten. Heute kümmern sich die Kids ums Weltklima und nehmen das bürgerliche Theater gar nicht wahr. Sie würden es kaum finden inmitten der Baustelle auf dem Gründgens-Platz, wo Büchners Danton erneut starb – am halb sanierten Ort. Ein nostalgisch gestimmtes Seniorenpublikum betrachtete wohlwollend ein junges, sich verausgabendes Ensemble bei qualvollen Leibesübungen unter der Regie von Armin Petras.

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Die Puristen unter den Kulturbürgern sind sicher not amused. Doch Felix Krämer denkt anders. Ein Ausstellungshaus voller Kontraste – das ist für ihn „der perfekte Kunstpalast“. Nachdem der Generaldirektor im letzten Jahr hochglanzpolierte Autos am Düsseldorfer Ehrenhof würdigte, als wären es Skulpturen, präsentiert der Direktor nun, gleich neben der furchtbar ernsten und politisch gewichtigen Kunst der DDR, den Pariser Modeschöpfer Pierre Cardin: „Fashion Futurist“. Muss das sein? Nein. Aber es macht ungeheuren Spaß, lockt ganz neue Leute und vertreibt den letzten Rest von Langeweile aus dem Museum. Mit Spiegeln, Filmen und funkelnder Beleuchtung wurde der Kunstpalast in eine glamouröse Bühne verwandelt. Man kommt sich gleich ganz plump und underdressed vor.

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Dieses Faltblatt kann einen ganz kirre machen. Alle Jahre wieder verwirrt das Düsseldorfer Kulturamt seine Bürger mit einer winzig bedruckten Liste von Kunstpunkten, die beim besten Willen kein Mensch abarbeiten kann. 484 Maler und Bildhauer (natürlich beiderlei Geschlechts) präsentieren in diesem Jahr ihre Werke in offenen Ateliers mit 217 verschiedenen Adressen im gesamten Stadtgebiet. Wer genießen und entdecken will, sollte daraus bloß keine Schnitzeljagd machen. Einfach was aussuchen. Wir sind am Sonntag (15.9.) zwischen Bilk und Holthausen unterwegs gewesen.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, meine Herrschaften! Zwei Wochen vor der musealen Modenschau über „Fashion Futurist“ Pierre Cardin im Düsseldorfer Kunstpalast präsentiert der vielseitige Direktor Felix Krämer „Utopie und Untergang – Kunst in der DDR“. Man ist ja schließlich der Bildung verpflichtet. Und der Moral. Nach Krämers Ansicht ist es beschämend, dass sich seit dem Mauerfall kein anderes Institut im deutschen Westen (Berlin gilt nicht) für das Thema zu interessieren scheint. So wird das natürlich nichts mit der inneren Einheit. Denn, so Krämer eindringlich: „Es ist wichtig, dass man sich füreinander interessiert.“ Da hat er Recht.

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Kann schon sein, dass Düsseldorf nie so richtig hingesehen hat, wenn es um die Bilder von Norbert Tadeusz (1940-2011) ging. Denn der Zeitgeist seiner Generation schwärmte für Konzepte und Installationen, während der gebürtige Dortmunder unbeirrt bei der figurativen Malerei blieb. „Ich male, was ich gesehen habe“ – der knappe Satz war sein Credo. Welche Kraft und Wucht vom monumentalen Werk des Norbert Tadeusz ausgeht, zeigt jetzt der Kunstpalast mit der ersten Ausstellung der Herbstsaison.

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„Hamburch, meine Perle“ – diese Hymne haben sie beim HSV gerade abgeschafft. Bernhard Paul poliert die Perle in Düsseldorf wieder auf. Mit einem Balanceakt zwischen Klischee und Klasse. Rotzfrech und sentimental. Rock und rotierenden Menschen und Kegeln und Bechern.

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