Kultur Fotografie

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Hans Berben: Düsseldorf im Nebel

Düsseldorf: Wie das Land NRW zum Leben erwachte - Fotografien von Hans Berben in der Mahn- und Gedenkstätte

Zum 70. Geburtstag von Nordrhein-Westfalen eröffnet die Mahn- und Gedenkstätte eine Ausstellung der besonderen Art. Das Fotoarchiv von Hans Berben zeigt auf einmalige Art das Leben in Düsseldorf nach dem Krieg von 1946 und 1951. Doch wer Dokumente von Trümmern und Wiederaufbau erwartet ist erstaunt, auf welche einfühlsame Art und Weise Berben die Menschen und ihr Leben in den verschiedensten Facetten abgelichtet hat.

Der Zufallsfund entpuppte sich als Schatz

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Dr. Peter Henkel erläutert die Geschichten hinter den Fotos

Der Fund des Fotoarchivs war ein Zufall, denn eigentlich hatte Dr. Peter Henkel im Archiv des Zentrums für Medien und Bildung (ZMB) nach einem anderen Foto gesucht. Dabei berichtete ihm Archivarin Renate Rütten von den 11.000 Negativen, die der ZMB aus dem Nachlass des Journalisten Hans Berben erhalten hatte. Henkel kannte den Namen „Hans Berben“ von zwei Berichten aus dem Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde. Interessiert sichtete er gemeinsam mit Hildegard Jakobs von der Mahn- und Gedenkstätte die Negativstreifen und schon bald ahnten sie, welchen Schatz sie dort gefunden hatten.

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Hildegard Jakobs ist begeistert von den Bildern

Es ging ihm nie um Licht und Schatten - Hans Berben sah den Menschen

Hans Berben war als Journalist beim Rhein-Echo in der Zeit, als die Briten 1946 das Land Nordrhein-Westfalen aus der Taufe hoben. Als begeisterter Fotograf ergänzte er seine journalistische Arbeit mit Bildern, die auf ganz eigene Art den politischen und gesellschaftlichen Neubeginn wiedergaben. In der Ausstellung „Neues Land“ sind 90 Aufnahmen ausgewählt und kommentiert. Seine Bilder zeigen den politischen und gesellschaftlichen Neuanfang des Landes ebenso wie den Alltag der Bevölkerung zwischen Trümmern und den Folgen des Nationalsozialismus. Hans Berbens persönliche Kontakte in die Kultur- und Sportszene erlaubten ihm ungewöhnliche Einsichten ins Kom(m)ödchen oder in die neue jüdische Gemeinde. Er zeigte die politischen Akteure des demokratischen Neuanfangs des Landes genauso wie die Kinder auf dem Schwarzmarkt oder vor Trümmergrundstücken. Seine Bilder dokumentieren den Wiederaufbau der Oberkasseler Brücke und Ministerpräsident Karl Arnold bei einer Zigarettenpause.

Einige der Aufnahmen zeigen zum ersten Mal Ereignisse, von denen man bisher nur durch Beschreibungen wusste. So fotografierte er beispielsweise die erste Gedenkveranstaltung 1946 auf dem ehemaligen Grundstück der Düsseldorfer Synagoge.

Für Hildegard Jakobs und Dr. Peter Henkel war es eine Puzzlearbeit, aber sie freuen sich über die einmaligen Fotodokumente, die mit der Sammlung gefunden wurden. Durch den ganz eigenen Blick von Hans Berben, der immer den Menschen im Mittelpunkt sah, sind Fotos von einer Intensität entstanden, die viel über die Zeit damals erzählen.

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Hans Berben arbeitete bei der SPD-nahen Zeitung Rhein Echo

Die Ausstellung und das Programm

Die Ausstellung "Neues Land. Hans Berben: Fotografien 1946-1951" können Besucherinnen und Besucher von Dienstag, 24. Mai, bis zum 30. Oktober in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, sehen. Zusätzlich werden verschiedenen Dialogveranstaltungen zur Ausstellung angeboten. Nähere Informationen dazu hier.

Die Öffnungszeiten der Mahn- und Gedenkstätte: dienstags bis freitags und sonntags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen und Begleitprogramm gibt es im Internet. www.gedenk-dus.de

Zur Ausstellung gibt es einen Bildband beim Droste Verlag, ISBN 978-3-7700-6012-2 zum Preis von 29,80 Euro und einen Kalender ISBN 978-3-7700-6013-9 zum Preis von 16,99 Euro.

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