Kultur Kunstkritik

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"Lampedusa 361" - was passiert mit den Flüchtlingen, die auf dem nach Norden ertrinken? Eine Ausstellung wie ein Gräberfeld erinnerte am Kö-Bogen an die Schicksale

Düsseldorf zeigt Betroffenheit: Rund 14.000 Menschen sahen „Lampedusa 361“

Die Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch sah das Projekt in Dresden im Februar und sprach Initiatorin Heidrun Hannusch sofort an, um „Lampedusa 361“ nach Düsseldorf . Die Autorin ist der Frage nachgegangen, was mit den Leichnamen der Menschen passiert, die auf der Flucht nach Norden im Mittelmeer ertrinken. Und sie traf Italiener, die Fremde in ihrer Familiengruft aufnahmen, um ihnen wenigstens einen würdigen Tot zu bieten, Bürgermeister, die Trauerreden hielten und kleine Dörfer auf Sizilien, die auf ihren Friedhöfen Platz schaffen. Auf Matten gedruckten Großfotos zeigen dies. Im Gespräch mit report-D zog Heidrun Hannusch ein bewegendes Fazit der Ausstellung am Kö-Bogen.

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Ohne Frage: Im Vorfeld dieses Ereignisses wurde peinlich laut gestritten. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, zu Machtproben neigend, wollte das von Galeristin Clara Maria Sels geleitete Photo-Weekend partout unter städtische Kontrolle bringen. Alain Bieber vom NRW-Forum sollte der alleinige Chef sein. Doch Frau Sels, nicht schüchtern, macht weiter ihre eigene Show. Nun haben wir also zwei Festivals: „Duesseldorf Photo“ (bis 25. Februar, amtlich) und „Duesseldorf Photo Weekend 2018“ (bis 18. Februar, privat). Beide werben und kämpfen getrennt, doch gleichzeitig. Das mag absurd sein. Aber unter Ausblendung des großen Gekeifes kann das Publikum sich freuen: So viel Photo gab’s nie. Mindestens 300 Fotokünstler werden in mindestens 100 Ausstellungsräumen präsentiert.

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Da soll noch mal einer behaupten, Kunstsammeln sei nur ein hochgestochenes Hobby für die Herrschaften der High Society. Bei der „Großen“ Düsseldorfer Ausstellung im Ehrenhof gibt es wieder das kleine Format für niedrige dreistellige Summen. Ein Stillleben fürs Esszimmer? Ein tolles Kuba-Foto? Eine witzige Malerei? Maßstab ist nicht der Spekulationswert, sondern die Freude an der eigenen Sammlung. Aber die Schau am Ehrenhof ist nicht nur ein Kunstmarkt, sondern auch eine ambitionierte Inszenierung.

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Um es gleich zu sagen: Manets „Olympia“ und sein herrlich skandalöses „Frühstück im Grünen“ kleben nur als Fototapeten im Von der Heydt-Museum. Wir sind nun mal in Wuppertal und können von Paris nur träumen. Désolée, Mesdames et Messieurs, tut mir leid! Die Originale blieben im Musée d’Orsay, was immerhin so gnädig war, eine Miniatur namens „Die Zitrone“ auszuleihen. Doch auch ohne die weltberühmten Bilder ist die Schau um Edouard Manet (1832-1882) und seine Kollegen allemal einen Kunstausflug wert.

Düsseldorf, Helau!

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