Kultur Literatur

D_MGST_Kommissare_Autoren_11122018

Das Team der Autoren bei der Vorstellung des Buchs

Buchneuerscheinung: „Die Kommissare“ - ein Einblick in die teilweise unrühmliche Vergangenheit der Düsseldorfer Kriminalpolizei

Über vier Jahre recherchierte ein Autorenteam für die Texte des Buches "Die Kommissare. Kriminalpolizei in Düsseldorf und im rheinisch-westfälischen Industriegebiet (1920-1950)". Auf 504 Seiten wurde am Dienstag (11.12.) nun das Werk mit den Einblicken in den Alltag der Kripo vorgestellt. Dabei wird auch die unrühmliche Tätigkeit für das NS-Regime deutlich, bei dem die Kripo "Asoziale" oder "Volksschädlinge" regelrecht "aussortierte" und in Konzentrationslager verschleppte.

D_MGST_Kommissare_Buch_11122018

Am Dienstag (11.12.) wurde das Buch in der Mahn- und Gedenkstätte präsentiert

Das Buch möchte die Geschichte der Düsseldorfer Kriminalpolizei von den zwanziger Jahren bis in die frühe Nachkriegszeit aufarbeiten. Herausgeber und der Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, Dr. Bastian Fleermann, wurde dabei von seinen Kollegen und zahlreichen Historikern und Autoren unterstützt. Ein Team von 16 Personen recherchierte in verschiedenen Archiven im In- und Ausland und hatte dabei die Entwicklung der Kriminalpolizei von 1920 bis 1950 im Blick.

Nach der Modernisierung der Kriminalpolizei im Anschluss an den Ersten Weltkrieg, wollte die Kripo mit neuen Techniken und Prävention überzeugen, gleichzeitig jedoch hart und unnachgiebig gegenüber Kriminellen auftreten. Das NS-Regime machte sich nach 1933 die Arbeit der Kripo zu nutze und setzte sie gegen Bettler, Außenseiter, Prostituierte, Trinker und "Arbeitsscheue" ein. Wie das Buch beschreibt, verstanden sich die Kriminalisten als "Ärzte am Volkskörper", die die Gesellschaft von "Gemeinschaftsfremde" oder "Volksschädlinge" säuberten. Sie sortierten diese Menschen aus und verschleppten sie in Konzentrationslager. Nach Kriegsbeginn waren die Kriminalisten auch in den besetzten Gebieten Europas an Massenerschießungen, der Ghettoüberwachung und angeblicher "Bandenbekämpfung" beteiligt. Kripobeamte aus Düsseldorf und dem Rhein-Ruhr-Raum wurden zu Kriegsverbrechern und Tätern des Holocaust. Mit dem Jahr 1945 endeten zwar die Strukturen der nationalsozialistischen Kriminalpolizei, aber viele der Mitarbeiter blieben im Dienst bis in die Nachkriegszeit hinein.

D_MGST_Kommissare_Wesseler_11122018

Polizeipräsident Norbert Wesseler lobte bei der Buchvorstellung die geleistete Aufklärungsarbeit

In dem Buch haben die Autoren Beispiele aus Düsseldorf, Krefeld, Hilden, Mönchengladbach, Essen und Duisburg, Dortmund und Wuppertal recherchiert. Beteiligt waren neben dem Team der Mahn- und Gedenkstätte bestehend aus Dr. Bastian Fleermann, Andrea Ditchen, Annette Janatsch, Hildegard Jakobs und Immo Schatzschneider, die Historiker Walter Daugsch, Markus Günnewig, Heidi Sack, Joachim Schröder und Stephan Stracke, der Hildener Stadtarchivar Wolfgang Antweiler, die Autoren Stefani Geilhausen und Hermann Spix, Peter Henkel vom Haus der Landesgeschichte NRW, die pensionierte Kriminalbeamtin Karin Kienast und die Juristin Waltraud Vietor.

Das Buch wird im Auftrag des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte herausgegeben und konnte durch Unterstützung von Sponsoren realisiert werden.

"Die Kommissare. Kriminalpolizei in Düsseldorf und im rheinisch-westfälischen Industriegebiet (1920-1950)“, Herausgeber Dr. Bastian Fleerman, Droste Verlag, ISBN-13: 978-3770060320, 49 Euro erhältlich im Buchhandel und in der Mahn- und Gedenkstätte.

Zurück zur Rubrik Literatur

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Literatur

D_lagerfeldBio_20201107

Am 14. April 2011 landete Karl Lagerfeld mit einem Privatjet in Düsseldorf. Der weltberühmte Modemacher, der nicht nur für berühmte Mode-Labels wie Chanel und Fendi arbeitete – und dabei immer auch sich selbst als eigene Marke kreierte, war von Henkel für die angestaubte Marke Schwarzkopf engagiert worden - pünktlich zum Eurovision Song Contest, der in Düsseldorf ausgetragen wurde, weil Lena Meyer-Landrut im Jahr davor gewonnen hatte. Schwarzkopf sollte in diesem Zusammenhang selbst wieder zum Hit werden. Auch Lena war wieder dabei; diesmal reichte es allerdings nur für Platz 10.

D_Wimmel_Koe_03112020

Die grünen Papageien auf der Kö, Campino am Paradiesstrand und das Corona-Virus als Tilly-Mottowagen im Karneval – das neue Düsseldorf Wimmelbuch zeigt detailreich viele Seiten der Landeshauptstadt. Für große und kleine Leser ist eine spannende Entdeckungstour durch die Stadt garantiert.

D_DF_Brandt_21092020

Es ist schon bewundernswert, mit welch tapferer Fröhlichkeit das Intendanten-Duo Christian Oxenfort und Andreas Dahmen das Düsseldorf Festival vorantreibt. Dabei darf es in diesem verflixten Corona-Jahr kein Theaterzelt am Rhein geben, nur ein Mini-Ding für einzelne Zuschauer steht da und erinnert an bessere Zeiten. Alle wichtigen Vorstellungen finden in der hygienisch aufgerüsteten Mitsubishi Electric Halle statt. Im Schachbrettmuster hocken die durchgängig maskierten Besucher und müssen kein Superspreading befürchten. Aber selbst die musikalisch inszenierten Lesungen des umschwärmten Schauspielers und Autors Matthias Brandt waren nicht ausverkauft.

report-D: Social Media / RSS

Bildergalerien von report-D

SONDER-
VERÖFFENTLICHUNG