Kultur Literatur

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Alleine lesen geht nicht für Torsten Sträter und Zuhörer zu finden war nicht schwer am Samstag im zakk

Düsseldorf: Er hat es wieder getan – Torsten Sträter mit Mammutlesung im zakk

Es ist einer der längsten Programmpunkte der Düsseldorfer Literaturtage, doch das schreckt die Besucher nicht ab. Im Gegenteil. Bereits eine Stunde vor dem Beginn der Lesung haben sich über 200 Fans am Samstag (17.6.) vor dem zakk an der Fichtenstraße versammelt und warten auf Einlass. Sie erwartet Torsten Sträter XXL, denn der Kabarettist liest aus seinem Buch „Der David ist dem Goliath sein Tod“.

Besser gesagt, er liest sein komplettes Buch. Denn wie bereits vor zwei Jahren mit „Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben“ soll wieder ein Live-Hörbuch entstehen. In einer sterilen Aufnahmezelle die Seiten einfach vorzulesen ist nicht Sträters Art. „Bei einem Rendezvous am Samstagnachmittag alle CD’s wegknüppeln und die zweite Hörbuch-Box erstellen“ schon eher.

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Die Besucher sind begeistert, trotz der Aussicht, viele Stunden im dunklen Saal des zakk verbringen zu müssen, mit Pausen nach jeweils einstündigen Leseeinheiten. Doch wer Torsten Sträter kennt, der weiß, er wird es nicht schaffen, einfach nur eine Geschichte nach der anderen vorzulesen.

Das Buch könnte man sich ja kaufen und selber lesen, aber mit Torsten Sträter als Vorleser ist es sehr viel mehr als ein Hörbuch.

Die Fangemeinde ist begeistert

Wiederholungstäter beim Besuch seiner Hörbuchaufzeichnungen erkennt man an den Sitzkissen, die mit in den Saal gebracht werden. Das Publikum ist gemischt und von Studenten bis zum Senior sind alle Altersklassen vertreten. Manche wundern sich, denn auf der Bühne sind zwei Plätze mit Mikrofonen aufgebaut. Ob Torsten Sträter beim Lesen von Rollenspielen vom rechten auf den linken Platz wechseln wird? Nein, er hat sich Gäste eingeladen, die immer wieder kleine Dialoge aus den Geschichten übernehmen. Mit dabei ist Martin Keßler, der seine Stimme bereits Nicolas Cage und Vin Diesel lieh.

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Der Mann mit der Mütze hielt die Besucher über Stunden bei Laune

Geschichten aus dem Leben

Aber mit den meistens Geschichten entführt Torsten Sträter sein Publikum höchstpersönlich in seine Vergangenheit und die Frage bleibt offen, ob sich diese alles wirklich so zugetragen haben. Da ist der All-Inklusive-Urlauber, dem gleich nach der Ankunft im Hotel sein Legitimierungsbändchen samt Portemonnaie und Zimmerschlüssel abhandenkommen. In Folge muss er sich mittellos am Urlaubsort durchschlagen und erringt dabei nachhaltig Aufmerksamkeit. Aber auch die Leidenschaft für Frank Sinatra und die Entbehrungen, die der Kauf einer Eintrittskarte mit sich brachte, werden anschaulich geschildert. Viele Geschichten geben Einblicke in die Jugend der Protagonisten – ob sie nun Torsten Sträter hießen oder frei erfunden waren – die  Besucher amüsierten sich prächtig.

Ein gelungener Samstag

Gut erzogen hielten sie die Zuhörer auch an Sträters Regieanweisungen, nicht zu lange zu applaudieren. Wenn er „Stopp“ sagte, verstummten die Klatscher, was viel Zeit sparte. Denn die kalkulierte Vorlesezeit wurde sowieso durch spontane Einschübe Sträters verlängert. Genauso hatten es die 350 Gäste im Saal erwartet und kaum einer nutzte die Pausen um die Veranstaltungen zu verlassen. Erst am späten Abend wurden sie erlöst und beseelt von Torsten Sträter XXL wissen sie genau, beim dritten Hörbuch werden sie wieder kommen.

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