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Hildegard Jakobs präsentiert das neue Buch "Macht und Pracht: Die Düsseldorfer Königsallee im Nationalsozialismus", Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf präsentiert neuen Schriftenband: „Die Düsseldorfer Königsallee im Nationalsozialismus“

Bereits den achten Band ihrer Schriftenreihe stellte die Mahn- und Gedenkstätte in dieser Woche vor. Das Buch "Macht und Pracht: Die Düsseldorfer Königsallee im Nationalsozialismus" wird gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Königsallee verlegt und zeigt die Auswirkungen der NS-Zeit auf die Prachtmeile auf.

Die Kö als Schauplatz der Geschichte

1932 hielt Hitler seine Rede im Industrieclub im Parkhotel an der Kö. Ein Standgericht gegen fünf Düsseldorfer Bürger wegen Widerstand wurde dort noch kurz vor der Befreiung 1945 abgehalten. Autorin Hildegard Jakob, stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte, stellt die Kö als vielfältiger Schauplatz in der Nazi-Zeit in den Jahren 1933 bis 1945 vor.

Die Veränderung des Lebens und Arbeitens während der nationalsozialistischen Diktatur wird ebenso vorgestellt wie die Folgen der Bombenangriffe und die Propagandaaktion der Partei auf der Kö.

Die Düsseldorfer NSDAP-Führung inszenierte das Bild einer solidarischen und klassenlosen "Volksgemeinschaft" auf der Königsallee mit ihren hochwertigen und teuren Luxusgeschäften und Edelcafés. Für die Sammlungen des Winterhilfswerkes, der Organisation "Kraft durch Freude" oder der "Deutschen Arbeitsfront" wurden werbewirksam Prominente auf die "Kö" geschickt, um sich und das Regime ins rechte Licht zu setzen. 1933 benannte man die Westseite der "Kö" in "Albert-Leo-Schlageter-Allee" um und erinnerte so an den NS-Märtyrer: ein Totenkult, der ins Bizarre gesteigert wurde.

Das Buch enthält viele bisher unveröffentlichte Fotos und Dokumente (163 Abbildungen auf 88 Seiten). Erzählt werden die persönlichen Geschichten der Anwohner und Geschäftsinhaber, zu denen auch Juden gehörten, die systematisch boykottiert, "arisiert", schikaniert und verjagt wurden. Etablierte Kunstgalerien wurden bedrängt, keine "entartete Kunst" mehr zu handeln. Arztpraxen und Anwaltskanzleien wechselten die Eigentümer. Ein Ausblick zeigt den Wiederaufbau der Königsallee in der frühen Nachkriegszeit.

Das Buch ist im Droste Verlag erschienen und zum Preis von 7 Euro im Buchhandel erhältlich, ISBN 978-3770060252

"Kleine Schriftenreihe" der Mahn- und Gedenkstätte

Die im Jahre 2012 gestartete "Kleine Schriftenreihe" wird durch den Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte in Kooperation mit jeweils anderen Partnern herausgegeben. Die "kleinen Bücher" stellen auf rund 60 bis 80 Seiten Themen aus der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 mit vielen Fotos oder Dokumenten vor.

 

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Cover des Buches "Macht und Pracht: Die Düsseldorfer Königsallee im Nationalsozialismus" von Hildegard Jakobs, Foto: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

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